The National Times - Leitzins: US-Notenbank tagt erstmals unter neuem Chef Warsh

Leitzins: US-Notenbank tagt erstmals unter neuem Chef Warsh


Leitzins: US-Notenbank tagt erstmals unter neuem Chef Warsh
Leitzins: US-Notenbank tagt erstmals unter neuem Chef Warsh / Foto: © AFP

Die US-Notenbank berät erstmals unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh über den Leitzins. Der zwölfköpfige Offenmarktausschuss der Federal Reserve (Fed) kam am Dienstag in Washington zu seiner zweitägigen Sitzung zusammen. Experten erwarten, dass die Fed den Leitzins ungeachtet der Rufe von Präsident Donald Trump nach einem Zinsschnitt unverändert lässt. Bisher liegt er in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent.

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Warsh will am Mittwochnachmittag (Ortszeit) vor die Presse treten und die Entscheidung erläutern. Trump hatte seinen Wunschkandidaten Warsh Ende Mai im Weißen Haus empfangen, wo der 56-Jährige den Amtseid als Fed-Chef ablegte. Der Präsident machte dabei deutlich, dass er den von Warsh angekündigten Kurswechsel und einen deutlich niedrigeren Leitzins erwarte.

KfW-Experte Stephan Bales sieht Warsh vor einem "Balanceakt": Er verwies auf die US-Inflation, die vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs im Mai auf ein Drei-Jahres-Hoch von 4,2 Prozent gestiegen war. "Zeitgleich präsentiert sich der Arbeitsmarkt überraschend robust, was Zinssenkungen auf absehbare Zeit unwahrscheinlich erscheinen lässt", erklärte Bales. Sogar Zinserhöhungen würden als "Risikoszenario" diskutiert.

Die eigentlich unabhängige Fed sieht sich seit Trumps erneutem Amtsantritt im Januar 2025 beispiellosem Druck ausgesetzt, den Leitzins zu senken und so Kredite billiger zu machen. Die oppositionellen Demokraten werfen Warsh vor, Trumps "Marionette" zu sein. Den bisherigen Notenbank-Chef Jerome Powell hatte Trump immer wieder als "Versager" beschimpft, weil er den Leitzins nach Ansicht des Präsidenten nicht schnell genug senkte.

Warsh gibt an, die Unabhängigkeit der Zentralbank verteidigen zu wollen. Zugleich hat er einen "reform-orientierten" Führungsstil angekündigt. Warsh war bereits bis 2011 Mitglied des Fed-Gouverneursrats. Er trat damals jedoch aus Protest gegen die Politik des billigen Geldes zurück. Vor seiner Nominierung durch Trump hatte er sich von seiner früheren Haltung distanziert.

T.Cunningham--TNT

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