The National Times - US-Iran-Einigung: Ölpreis sinkt - Reeder hoffen auf sichere Passage

US-Iran-Einigung: Ölpreis sinkt - Reeder hoffen auf sichere Passage


US-Iran-Einigung: Ölpreis sinkt - Reeder hoffen auf sichere Passage
US-Iran-Einigung: Ölpreis sinkt - Reeder hoffen auf sichere Passage / Foto: © AFP

Das von den USA und dem Iran angekündigte Rahmenabkommen zur Beilegung des Kriegs sorgt für Erleichterung an den Märkten: Der Ölpreis ging am Montagmorgen spürbar zurück, die Aktienkurse weltweit legten zu. Die Reeder hoffen auf eine sichere Passage durch die Straße von Hormus. Dafür werden nach iranischen Angaben aber künftig Gebühren fällig.

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Der Ölpreis sank bis zum Vormittag um rund fünf Prozent: Der Preis für die Nordseesorte Brent zur Lieferung im August ging um 4,8 Prozent auf 83,12 Dollar zurück, für die US-Sorte WTI sank der Preis um 5,2 Prozent auf 80,46 Dollar. Auch an den Zapfsäulen in Deutschland dürften die Preise zurückgehen, erwartet der Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie (en2x), Christian Küchen.

Eine Rückkehr zum Preisniveau von vor dem Krieg werde es aber wohl wegen der erheblichen Schäden an der Energieinfrastruktur in der Golfregion absehbar nicht geben, schränkte Küchen ein: "Das wird schon Monate mindestens dauern, bis hier wieder die normale Produktion erreicht ist, vielleicht sogar in Richtung Jahre", sagte er den Sendern ntv und RTL.

Der Verband Deutscher Reeder äußerte sich vorsichtig optimistisch: Die Schifffahrt verbinde mit der am kommenden Freitag zur Unterzeichnung stehenden Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran die Erwartung, "dass die Sicherheit von Seeleuten und Handelsschiffen wiederhergestellt wird und die Passage durch die Straße von Hormus wieder dauerhaft sicher und verlässlich möglich ist".

Knapp vier Monate lang dauerten die "schwersten Beeinträchtigungen" der Schifffahrt in der Golfregion bereits an. Noch immer befänden sich rund 2000 Handelsschiffe mit etwa 20.000 Seeleuten im Persischen Golf, darunter 46 Schiffe deutscher Reedereien mit rund 1000 Seeleuten an Bord.

Zu den laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars vereinbarten Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gab es zunächst keine Reaktion des Reeder-Verbands. Laut Fars wurde der Text des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran im letzten Moment noch entsprechend geändert.

An den Börsen in Europa und zuvor in Asien gingen die Kurse nach oben. "Wir dürften eine Entspannung an den Märkten erleben, mit niedrigeren Ölpreisen und damit sinkenden Zinsen auf der einen Seite und auf der anderen Seite weniger Wachstumsängsten und damit steigenden Aktienkursen", erklärte Analyst Kevin Thozet von Carmignac.

Für die deutsche Volkswirtschaft sei das Abkommen "eine sehr gute Nachricht", erklärte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien. Sinkende Energiepreise bedeuteten eine niedrigere Inflation, und das bedeute "mehr Kaufkraft bei den Menschen in Deutschland".

Es bleibe aber ungewiss, wie nachhaltig der Waffenstillstand sein wird, warnte Dullien. Bis zu einem endgültigen Friedensvertrag bestehe die Gefahr weiter, dass der Iran die Straße von Hormus erneut schließt und die Ölpreise wieder in die Höhe schießen. "Richtig durchstarten wird die deutsche Konjunktur deshalb erst dann können, wenn auch die Verhandlungen in den kommenden Wochen zwischen den USA und dem Iran ohne größere neue Kampfhandlungen über die Bühne gehen."

Auch der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Dirk Jandura, sagte, entscheidend sei ein "belastbares und dauerhaftes Friedensabkommen". Die Wirtschaft brauche verlässliche Rahmenbedingungen. Er nannte besonders die angekündigte Öffnung der Straße von Hormus eine sehr gute Nachricht für die Weltwirtschaft. Damit könnten wichtige Lieferketten für Rohstoffe, Energie und Vorprodukte schrittweise wieder anlaufen.

US-Präsident Donald Trump hatte Sonntagabend erklärt, sich auf ein Rahmenabkommen mit dem Iran zur Beilegung der Kämpfe geeinigt zu haben. Die Sperrung der Straße von Hormus für die Schifffahrt werde aufgehoben, ebenso die Blockade iranischer Häfen durch die US-Marine. Auch auf iranischer Seite war von einem "sofortigen Ende" der Kampfhandlungen die Rede.

Die Straße von Hormus liegt zwischen dem Golf von Oman und dem Persischen Golf. Der Iran hatte die für den weltweiten Handel mit Öl, Flüssiggas und weiteren Gütern wichtige Meerenge nach Beginn des Krieges mit den USA und Israel Ende Februar weitgehend blockiert. Daraufhin waren die Ölpreise weltweit stark gestiegen. Die USA verhängten ihrerseits eine Seeblockade gegen iranische Häfen.

R.Evans--TNT

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