The National Times - Generalsanierung beendet: Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg in Betrieb

Generalsanierung beendet: Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg in Betrieb


Generalsanierung beendet: Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg in Betrieb
Generalsanierung beendet: Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg in Betrieb / Foto: © AFP/Archiv

Nach fast elfmonatiger Generalsanierung rollt der Zugverkehr seit Sonntag wieder durchgehend über die wichtige Strecke zwischen Hamburg und Berlin. Damit sei die größte Einzelmaßnahme des bis 2036 dauernden sogenannten Korridorsanierungsprogramms der Deutschen Bahn abgeschlossen, erklärte der Vorstandschef der DB-Infrastrukturtochter InfraGo, Philipp Nagl, am Sonntag in Berlin mit. Er danke allen Betroffenen für ihre Geduld.

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Nach Bahnangaben rollen damit wieder Fern-, Regional- und Güterzüge regulär über die insgesamt 278 Kilometer lange Strecke zwischen den beiden größten deutschen Städten. Bis zum Abschluss von Abnahmefahrten seien aber noch "abschnittsweise Geschwindigkeitseinschränkungen für Fernverkehrszüge" nötig, hieß es. In den ersten Wochen seien außerdem noch einzelne Störungen möglich. Fachteams seien entlang der Strecke unterwegs, um diese gegebenenfalls zu beseitigen.

Bereits am Samstagabend startete der Güterverkehr, am Sonntag folgten dann laut Bahn erste Fernverkehrszüge. "Bei einer Inbetriebnahme dieses Ausmaßes kann es anfänglich noch zu Anlaufschwierigkeiten kommen", ergänzte ein Konzernsprecher. "Wir bitten alle Fahrgäste, sich heute vor der Reise nochmals über die genaue Abfahrtszeit zu informieren."

Die Strecke war am 1. August 2025 für eine Generalsanierung komplett gesperrt worden. Eigentlich sollten die Arbeiten Ende April abgeschlossen sein, verzögerten sich aber insbesondere wegen des strengen Winters. Am 15. Mai war der Trassenkorridor auf einem Teilabschnitt zwischen Hagenow und Berlin wieder befahrbar, von dort bis Hamburg mussten die Züge aber weiterhin einen Umweg nehmen.

Laut Bahn wurde bei den monatelangen Bauarbeiten von rund 1000 Beschäftigten "ein enormes Bauprogramm" umgesetzt. Unter anderem seien 165 Kilometer neue Gleise und 249 neue Weichen verlegt sowie sechs neue Stellwerke gebaut worden. Weitere 19 Stellwerke und 28 Bahnhöfe seien modernisiert worden. Nun sollen täglich 470 Zugfahrten über den Korridor zwischen der Haupt- und der Hansestadt abgewickelt werden.

Die Bahn kämpft mit vielfach veralteter und überlasteter Infrastruktur, Zugverspätungen und Störungen sind an der Tagesordnung. Der Konzern und die Politik reagierten mit einem Bau- und Sanierungsprogramm, bis 2040 sollen mehr als 4000 Streckenkilometer in 40 hochbelasteten Korridoren modernisiert werden. Arbeiten daran begannen im Jahr 2024.

In etwa einem Monat will die Bahn nach eigenen Angaben die Sanierung zweier weiterer Korridore abschließen, zwischen Hagen und Köln sowie zwischen Nürnberg und Regensburg. Parallel zum Ende der Arbeiten an der Strecken Hamburg-Berlin sollte zudem am Sonntag die Sanierung des Korridors zwischen Obertraubling und Passau starten, Mitte Juli folgt der Baustart zwischen Wiesbaden und Troisdorf.

In Kombination mit der Streckenwiedereröffnung vollzog die Bahn am Sonntag ihren sogenannten kleinen Fahrplanwechsel. Es werden dadurch nun unter anderem wieder Direktverbindungen von Berlin zur Nordseeinsel Sylt und internationale Direktverbindungen von und nach Budapest, Prag, Bratislava und Wien angeboten. Ab 11. Juli fährt nach Unternehmensangaben außerdem etwa auch ein ICE von Frankfurt am Main via Göttingen nach Sylt.

Zudem war am Sonntag der Buchungsstart für das von der DB angekündigte Familienticket für die Sommerferienwochen zum Preis von 99,99 Euro. Es gilt für Reisen zwischen 26. Juni und 14. September und ist bis 12. September buchbar. Eine einzelne Hin- oder Rückfahrt kostet 59,99 Euro.

Aus der Bundespolitik kamen nach der Korridorsanierung zwischen Hamburg und Berlin kritische Stimmen. "Die Bilanz weist Schattenseiten auf, die wir ungeschönt benennen müssen", sagte die SPD-Verkehrspolitikexpertin Anja Toff-Schaffarzyk dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Pufferplanungen für sogenannte kritische Infrastrukturen müssten künftig "robuster und krisenfester kalkuliert werden", forderte sie.

Ähnlich äußerte sich auch der CDU-Verkehrsexperte Björn Simon. Das Management der Bahn müsse aus den Verzögerungen bei der Sanierung des Korridors lernen, sagte er. Erforderlich seien "verlässliche Zeitpläne".

E.Cox--TNT

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