The National Times - Wirtschaftsverbände: Gespräch im Kanzleramt für gemeinsamen Reformkurs nutzen

Wirtschaftsverbände: Gespräch im Kanzleramt für gemeinsamen Reformkurs nutzen


Wirtschaftsverbände: Gespräch im Kanzleramt für gemeinsamen Reformkurs nutzen
Wirtschaftsverbände: Gespräch im Kanzleramt für gemeinsamen Reformkurs nutzen / Foto: © AFP/Archiv

Vor dem Spitzentreffen im Kanzleramt haben Wirtschaftsverbände darauf gedrungen, die Gespräche als Chance für einen gemeinsam abgestimmten Reformkurs zu nutzen. Es gehe darum, "möglichst große Schnittmengen in zentralen und teils hoch umstrittenen Reformfeldern auszuloten", heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung des Arbeitgeberverbands BDA, des Industrieverbands BDI, der Industrie- und Handelskammer (DIHK) sowie des Deutschen Handwerks (ZDH).

Textgröße ändern:

"Die Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände sind bereit, im Rahmen eines Gesamtpakets für mehr Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und Beschäftigung ihren Anteil an notwendigen Kompromissen zu tragen", führten die Verbände aus. Es komme bei der Zusammenkunft am Mittwochabend mit Regierungsmitgliedern sowie Gewerkschaften darauf an, "unterschiedliche Interessen zusammenzuführen, gegenseitiges Verständnis zu stärken und gemeinsame Lösungswege zu identifizieren".

Die Verbände wünschen sich demnach, dass es gelingt, ein gemeinsames Ziel, die Prioritäten beim Reformprozess sowie einen zeitlichen Rahmen abzustecken. Die Gesprächsteilnehmer wollen am Mittwochabend über die Reformvorhaben der Regierung in den Bereichen Steuern, Arbeit, Soziales und Bürokratieabbau beraten.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) forderte seinerseits einen Fokus auf die Arbeitskosten. Der Faktor Arbeit werde "durch immer teurere Gesamtsozialversicherungsbeiträge" insbesondere für den Einzelhandel immer mehr zur Belastung. HDE-Chef Alexander von Preen warnte etwa vor einer Anhebung der vom Arbeitgeber zu zahlende Pauschalabgabe bei Minijobs. Hier drohe "eine nicht zu verkraftende Kostenexplosion".

Handwerkspräsident Jörg Dittrich sagte im ZDF-"Morgenmagazin", er habe noch nie so viele Anrufe bekommen "mit Erwartungen, dass etwas passiert". Dabei hält er eine zu große Zergliederung in einzelne Reformen für nicht zielführend. "Wir brauchen ein Gesamtpaket das Richtung Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum geht, das ist die Erwartung der Beschäftigten und der Betriebe", sagte er. Das sei die Grundlage für alle weiteren Reformen.

Für das Treffen im Kanzleramt sind drei Stunden angesetzt. Regierungssprecher Stefan Kornelius charakterisierte es als "Gespräch zum Austausch politischer Positionen und Ideen".

SPD-Fraktionsvize Esra Limbacher sagte den Sendern RTL und ntv am Dienstagmorgen, er sei "guter Dinge, dass wir auch vor der Sommerpause wirklich gute Entscheidungen treffen werden". Viele Menschen erwarteten, "dass wir eine Richtung vorgeben" Die müsse nun zügig gefunden werden. Vor der Sommerpause müsse klar sein, "wohin die Reise gehen kann".

K.M.Thompson--TNT

Empfohlen

Deutsche Industrieproduktion kommt im April nicht vom Fleck

Die deutsche Industrie tritt angesichts der durch den Iran-Krieg gestiegenen Energiekosten auf der Stelle. Im April blieb die Produktion dem Statistischen Bundesamt zufolge auf demselben Niveau wie im März. Die Industriekonjunktur stelle sich zu Beginn des zweiten Quartals "vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten und der gestiegenen Energiepreise recht verhalten dar", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium.

Deutlicher Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im ersten Quartal

Im ersten Quartal ist in Deutschland bedeutend mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt worden. Mit 67,5 Milliarden Kilowattstunden wurde 13,9 Prozent mehr grüner Strom produziert als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Die konventionelle Stromerzeugung ging um 1,8 Prozent zurück.

USA und Kanada als Auswanderungsziele für Deutsche weniger beliebt

Die USA und Kanada, beides Gastgeberländer der Fußballweltmeisterschaft, sind für Deutsche als Auswanderungsziel weniger beliebt als noch vor einigen Jahren. Im vergangenen Jahr zogen knapp 8900 Deutsche in die USA, wie das Statistische Bundesamt In Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Damit sank die Zahl der deutschen Auswanderinnen und Auswanderer in die Vereinigten Staaten mit Ausnahme der Corona-Jahre auf den tiefsten Stand der vergangenen 20 Jahre.

Deutsche Exporte im April gestiegen

Die Exporte aus Deutschland haben im April zugelegt. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Exportwarenwert um 0,9 Prozent auf 136,6 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Die Importe legten um 1,2 Prozent auf 122,1 Milliarden Euro zu.

Textgröße ändern: