The National Times - Bundesweiter "Ehrentag": Verbände fordern von Politik Stärkung des Ehrenamts

Bundesweiter "Ehrentag": Verbände fordern von Politik Stärkung des Ehrenamts


Bundesweiter "Ehrentag": Verbände fordern von Politik Stärkung des Ehrenamts
Bundesweiter "Ehrentag": Verbände fordern von Politik Stärkung des Ehrenamts / Foto: © Lehtikuva/AFP

Zum bundesweiten Ehrentag anlässlich des 77-jährigen Bestehens des deutschen Grundgesetzes hat eine Reihe von Verbänden eine Stärkung des Ehrenamts gefordert. Weniger Bürokratie für die ehrenamtliche Arbeit und eine bessere Vereinbarkeit mit dem Beruf verlangten am Samstag etwa die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt sowie der Sozialverband Deutschland.

Textgröße ändern:

Der "Ehrentag" wurde auf Anregung des Bundespräsidenten am Samstag zum ersten Mal begangen - er fiel damit auf den Tag der Verabschiedung des Grundgesetzes im Jahr 1949. Bundesweit luden Initiativen, Vereine, Verbände und Nachbarschaften dazu ein, gemeinsam mit anzupacken und sich für die Gemeinschaft zu engagieren. Steinmeier selbst plante unter anderem, zu gärtnern, Kindern vorzulesen und mit Senioren Karten zu spielen.

"Das Grundgesetz feiert Geburtstag und wir feiern mit", sagte er in einem Video auf der Plattform X. "Wir feiern die Demokratie, indem wir gemeinsam etwas tun fürs Land." Die deutsche Botschaft in London erklärte, Demokratie lebe "von der Beteiligung der Menschen". Daher werde der Ehrentag begangen, inspiriert von einem ähnlichen Tag in Großbritannien, dem "Big Help Out" ("Das große Aushelfen").

Ehrenamtliche in Deutschland verbringen jedoch nach Einschätzung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt immer mehr Zeit mit Bürokratie. "Ein durchschnittlich großer Verein benötigt rund 42 Tage pro Jahr oder 6,5 Stunden pro Woche für Verwaltungsaufgaben", sagte der Vorstand der Stiftung, Jan Holze, der "Rheinischen Post" vom Samstag. Dies sei "zu viel, wenn man bedenkt, dass drei Viertel aller Vereine rein ehrenamtlich, ohne hauptamtliche Unterstützung arbeiten".

Bundesweit engagierten sich rund 27 Millionen Menschen ehrenamtlich, sagte er der Zeitung. "Allerdings sind das fast zwei Millionen weniger als noch vor fünf Jahren" vor der Corona-Pandemie. Die Politik müsse dringend Bürokratie beim Ehrenamt abbauen.

Auch die Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Michaela Engelmeier, forderte die Politik auf, mehr für das Ehrenamt zu tun. "Ehrenamt braucht selbst Unterstützung und ermöglichende Strukturen - vielleicht sogar künftig gesetzlich verankert", sagte Engelmeier. Wichtig sei etwa "eine bessere Vereinbarkeit von Ehrenamt und Beruf". Denn das Ehrenamt sei "gerade in Zeiten politischer Polarisierung und gesellschaftlicher Unsicherheit ein wichtiger Teil des Fundamentes für unseren Zusammenhalt und die Stärkung der Demokratie".

Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, bezeichnete aktive Bürgerinnen und Bürger als "Motor der Demokratie". "Wer mitmacht, anpackt, etwas verändern kann", sei nicht nur zufriedener, sondern "stärkt unsere Demokratie durch Teilhabe", sagte sie der "Rheinischen Post".

Das Deutsche Kinderhilfswerk und der Kinderschutzbund forderten die Bundesregierung und den Bundestag auf, die Rechte von Kindern und Jugendlichen ausdrücklich im Grundgesetz zu verankern. "Gerade in Zeiten vielfältiger Krisen zeigt sich, dass ihre Interessen in politischen Entscheidungen noch immer nicht ausreichend berücksichtigt werden", erklärten die Verbände. Kinder und Jugendliche seien eine "demografische Minderheit ohne Wahlrecht" und zugleich besonders von politischen Entscheidungen betroffen - etwa bei Bildung, Armut, Gesundheit, Klimaschutz, Schutz vor Gewalt oder gesellschaftlicher Teilhabe.

H.Davies--TNT

Empfohlen

Weißes Haus kritisiert Leitzinserhöhung der Fed

Das Weiße Haus hat die Leitzinserhöhung der US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) kritisiert. Weiße-Haus-Sprecher Kush Desai sprach am Mittwoch im Sender Fox News von einer "eher unglücklichen Entscheidung". Die Fed habe aus Sicht der US-Regierung keine besonders überzeugende wirtschaftliche Begründung dafür geliefert.

Deutschland und Kanada wollen KI "im Dienste des Menschen" fördern

Eine KI "im Dienste des Menschen": Inmitten der Debatte über Gefahren durch Künstliche Intelligenz haben Deutschland und Kanada angekündigt, einen laut Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) "neuartigen" und "von Grund auf sicheren" Ansatz mit einer millionenschweren Förderung vorantreiben zu wollen. Der Schritt erfolge in einem "entscheidenden Moment", sagte der kanadische KI-Minister Evan Solomon am Mittwoch in Montréal. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte derweil an, mit KI-Firmen über eine langsamere Entwicklung beraten zu wollen.

US-Notenbank Fed erhöht Leitzins erstmals seit 2023 - Anstieg um 0,25 Punkte

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins erstmals seit gut drei Jahren erhöht. Die Fed hob den maßgeblichen Zinssatz am Mittwoch nach eigenen Angaben um 0,25 Prozentpunkte an, um die hohe Inflation einzudämmen. Der Zinssatz liegt damit nun in einer Spanne zwischen 3,75 bis 4,0 Prozent.

US-Zentralbank erhöht Leitzins erstmals seit 2023 - Anstieg um 0,25 Punkte

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins erstmals seit gut drei Jahren erhöht. Die Fed hob den maßgeblichen Zinssatz am Mittwoch nach eigenen Angaben um 0,25 Prozentpunkte an, um die hohe Inflation einzudämmen. Der Zinssatz liegt damit nun in einer Spanne zwischen 3,75 bis 4,0 Prozent.

Textgröße ändern: