The National Times - Finanzministerium: KI-Cyberattacken könnten sich auf Finanzstabilität auswirken

Finanzministerium: KI-Cyberattacken könnten sich auf Finanzstabilität auswirken


Finanzministerium: KI-Cyberattacken könnten sich auf Finanzstabilität auswirken
Finanzministerium: KI-Cyberattacken könnten sich auf Finanzstabilität auswirken / Foto: © AFP

Das Bundesfinanzministerium ist besorgt wegen möglicher Auswirkungen von Cyberangriffen mit Hilfe von KI-Systemen auf das globale Finanzsystem. "Die Entwicklung von Modellen wie Claude Mythos bedeutet eine Verschärfung der Cyber-Bedrohungslage, die sich auch auf die Finanzstabilität auswirken kann", sagte eine Ministeriumssprecherin am Montag dem "Handelsblatt". Das Ministerium nehme die Lage "sehr ernst".

Textgröße ändern:

Mythos ist ein KI-Modell des US-Unternehmens Anthropic, das darauf spezialisiert ist, Sicherheitslücken in Cybersicherheitssysteme zu identifizieren. Anthropic hat Mythos bislang nicht veröffentlicht, die US-Behörden sowie eine Handvoll von Konzernen haben testweise Zugriff. Offenbar ist das Modell so gut, dass etwa auch der Internationale Währungsfonds (IWF) darin eine mögliche Bedrohung für das globale Finanzsystem sieht.

Die Entwicklung von Tools wie Mythos "verdeutlicht, inwieweit die sich rasch entwickelnden Cyberrisiken im Zusammenhang mit KI das Finanzsystem destabilisieren könnten, wenn sie nicht sorgfältig gehandhabt werden", erklärte die Finanzabteilung des IWF in der vergangenen Woche. "Die durch einen groß angelegten Cybervorfall verursachten Verluste könnten zu Finanzierungsschwierigkeiten und Bedenken hinsichtlich der Zahlungsfähigkeit führen und die Märkte insgesamt destabilisieren."

Das Bundesfinanzministerium rechnet damit, "dass in absehbarer Zeit noch weitere Modelle mit ähnlichen Fähigkeiten auf den Markt kommen werden", sagte die Ministeriumssprecherin dem "Handelsblatt". Unternehmen, Behörden und die Gesellschaft insgesamt müssten sich auf eine "stetig wachsende Flut an Sicherheitslücken, Exploits und notwendigen Patches" einstellen, erklärte auch die Chefin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Claudia Plattner.

R.Evans--TNT

Empfohlen

US-Tech-Aktien sacken ab - Anleger befürchten Blase

Die Aktien großer US-Tech-Unternehmen sind zum Wochenende hin abgesackt. Der Tech-Index Nasdaq gab zum Handelsbeginn in den USA am Freitag um ein Prozent nach. Hintergrund sind Sorgen, dass die hohen Kurse im Zuge der Entwicklung Künstlicher Intelligenz sich als Blase entpuppen könnten.

Niedersachsens Ministerpräsident Lies gegen radikale Sparpläne bei VW

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat sich gegen radikale Sparpläne beim Autokonzern Volkswagen gestellt. "Die Zukunft von Volkswagen wird nicht dadurch gewonnen, dass man immer neue Werksschließungen oder immer größere Stellenabbauprogramme in den Fokus stellt", erklärte er am Freitag. Medienberichten zufolge plant VW einen radikalen Konzernumbau mit massive Stellenstreichungen und mehreren Werksschließungen in Deutschland.

Stuttgart 21 wird noch teurer und noch später fertig

Das Bahn-Großprojekt Stuttgart 21 wird noch teurer und noch später fertig. Die Deutsche Bahn verschob die Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs am Freitag offiziell auf 2031. Alle Elemente des Projektes - weitere Bahnhöfe und Tunnel im Großraum Stuttgart - sollen erst bis Dezember 2033 fertiggestellt werden. Die erwarteten Kosten erhöhen sich um weitere drei Milliarden, wie Bahn-Chefin Evelyn Palla mitteilte.

Wadephul reist in die USA und nach Südamerika - Gespräche über Mercosur geplant

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) reist Anfang der kommenden Woche in die USA und nach Südamerika. Am Montag trifft er zuerst seinen US-Kollegen Marco Rubio in Washington, wie ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin sagte. Bei den Gesprächen soll es demnach um die Lage im Nahen Osten und die weitere Unterstützung der Ukraine gehen. Im Anschluss reist Wadephul weiter in die paraguayische Hauptstadt Asunción.

Textgröße ändern: