The National Times - Tankrabatt in Kraft: Spritpreise an den Zapfsäulen sinken

Tankrabatt in Kraft: Spritpreise an den Zapfsäulen sinken


Tankrabatt in Kraft: Spritpreise an den Zapfsäulen sinken
Tankrabatt in Kraft: Spritpreise an den Zapfsäulen sinken / Foto: © AFP

Mit Inkrafttreten des Tankrabatts sind die Preise an den Zapfsäulen in Deutschland am Freitag deutlich gesunken - allerdings war das Niveau am Vortag auch sehr hoch. Von Donnerstag- bis Freitagmittag ging der Preis für einen Liter E10 laut ADAC um 15,8 Cent zurück, beim Diesel betrug der Rückgang 16,2 Cent. Der Tankrabatt - die Senkung der Energiesteuer - beträgt 16,7 Cent pro Liter.

Textgröße ändern:

Um 12.15 Uhr lag der Preis für E10 im bundesweiten Durchschnitt laut ADAC bei 2,076 Euro, für Diesel bei 2,177 Euro je Liter. Die Tankstellen dürfen seit April nur noch einmal am Tag um 12.00 Uhr die Preis anheben - senken dürfen sie sie, so oft sie wollen.

Tatsächlich fielen die Preise mit Inkrafttreten des Tankrabatts am Freitag um Mitternacht stetig. Vor 12.00 Uhr lagen sie dann laut ADAC bei 1,955 Euro für den Liter Super und bei 2,044 Euro für den Liter Diesel.

Auch das Bundeskartellamt, zuständig für die Beobachtung der Preise, meldete einen deutlichen Rückgang. Die Behörde betonte aber auch, dass die Preisspitzen am Donnerstag "zu den höchsten gehörten, die wir seit Einführung der Zwölf-Uhr-Regel beobachtet haben".

Die Bundesregierung hatte die Senkung der Steuersätze auf Kraftstoffe um 16,7 Cent pro Liter für Mai und Juni beschlossen. Das kostet den Staat rund 1,6 Milliarden Euro.

SPD-Fraktionsvize Armand Zorn erklärte: "Ab heute schaffen wir die Grundlage dafür, dass Pendlerinnen und Pendler und Unternehmen zielgerichtet entlastet werden." Über die befristete Senkung der Energiesteuer sei es möglich, "sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen". Er mahnte, die Mineralölkonzerne müssten die Steuersenkung weitergeben und die Preise entsprechend senken.

Die Kritik am Tankrabatt hielt allerdings an. Der Rabatt steigere die Nachfrage nach Öl - "das führt zu weiteren Preissteigerungen, was den ausländischen Exporteuren hilft, aber nicht denen, die Auto fahren und ihre Wohnung heizen müssen", sagte der Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Otmar Edenhofer, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Die Regierung könnte die Bürger besser vor steigenden Preisen schützen. "Wir müssten auf die Belastungen, die durch die aktuelle Krise entstehen, durch Einkommenshilfen mit dem Fokus auf Härtefall-Gruppen reagieren", sagte Edenhofer.

Mittelfristig müsse Europa seine Nachfrage nach Öl und Gas drosseln, um gegenüber den Exporteuren an Unabhängigkeit zu gewinnen. "Damit hätten wir einen großen Hebel, um international zu einer Senkung der Öl- und Gaspreise beizutragen." Das sei nicht nur Klimapolitik, sondern auch Geopolitik.

Für die Mobilitätsexpertin der Umweltschutzorganisation Greenpeace, Marissa Reiserer, geht die "teure Spritpreisbremse...genau in die falsche Richtung". Sie fülle vermutlich die Taschen der Ölkonzerne und lasse Berufspendler mit dicken Verbrennern am meisten profitieren.

Der Tankrabatt sei etwas teurer als der jährliche Beitrag des Bundes zum Deutschlandticket. Dieser Beitrag sei klima- und sozialpolitisch aber "weit vorteilhafter", fügte Reiserer hinzu. "Der Erfolg des Deutschlandtickets hat im vergangenen Jahr mindestens 500 Milliarden Liter Sprit eingespart". Die vielen Millionen ÖPNV-Abos "ersetzen Autofahrten, entlasten Straßen und Geldbörsen, bringen den Klimaschutz voran - und machen Deutschland weniger abhängig von Ölimporten".

A.M.Murray--TNT

Empfohlen

Furcht vor neuer Eskalation des Iran-Krieges wächst

Zwei Monate nach Beginn des Iran-Kriegs wächst die Angst vor einer neuen Eskalation des Konflikts. Die Führung in Teheran zeigte sich trotz der Drohung der USA mit einer monatelangen Seeblockade am Donnerstag unnachgiebig. US-Präsident Donald Trump wurde laut Medienberichten über neue Pläne für mögliche US-Militäreinsätze unterrichtet. Auch Israel könnte nach den Worten von Verteidigungsminister Israel Katz womöglich in Kürze wieder militärisch gegen den Iran vorgehen. Unterdessen lief in den USA eine wichtige Frist zum Iran-Krieg aus - demnach müsste der Militäreinsatz eigentlich vom Kongress genehmigt werden. Die Trump-Regierung hielt dies aber nicht für nötig.

Bundesbankpräsident Nagel bei unveränderter Lage für Zinserhöhung im Juni

Bundesbankpräsident Joachim Nagel hält im Falle einer unveränderten wirtschaftlichen Lage eine Zinserhöhung im Juni für nötig. "Aus heutiger Sicht entwickelt sich die Lage ungünstiger als im damaligen Basis-Szenario. Umso mehr ist eine Reaktion des EZB-Rats im Juni angemessen, wenn sich die Aussichten nicht merklich verbessern", erklärte er am Freitag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte die Leitzinsen am Donnerstag trotz steigender Preise infolge des Iran-Kriegs unverändert gelassen.

DGB-Chefin zum Tag der Arbeit: Beschäftigte nicht zum Sündenbock der Krise machen

Zum Tag der Arbeit hat die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi davor gewarnt, die Beschäftigten angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise zum "Sündenbock" zu machen. Statt Verantwortung zu übernehmen, machten vielfach Arbeitgeber und auch Teile der Politik Beschäftigte "zu Schuldigen" der Krise, kritisierte Fahimi am Freitag auf der zentralen 1.Mai-Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Nürnberg. Sie kündigte Gegenwehr an - "in den Betrieben, in den Tarifrunden, auf den Straßen".

Kartellamt: Spritpreise bis 10.00 Uhr um circa 14 Cent gesunken

Nach Inkrafttreten des staatlichen Tankrabatts von rund 17 Cent pro Liter Kraftstoff sind nach einer ersten Analyse des Bundeskartellamts vom Freitag die Preise an den Zapfsäulen deutlich zurückgegangen. Bis zum Vormittag um 10.00 Uhr sanken die Preise für Benzin und Diesel im Schnitt um etwa 14 Cent, wie das Kartellamt in Bonn mitteilte.

Textgröße ändern: