The National Times - IEA-Chef Birol sieht Welt vor "größter Energiekrise ihrer Geschichte"

IEA-Chef Birol sieht Welt vor "größter Energiekrise ihrer Geschichte"


IEA-Chef Birol sieht Welt vor "größter Energiekrise ihrer Geschichte"
IEA-Chef Birol sieht Welt vor "größter Energiekrise ihrer Geschichte" / Foto: © AFP

Die Welt steht nach den Worten des Chefs der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, der "größten Energiekrise ihrer Geschichte" gegenüber. Wegen des Iran-Kriegs sei der Ölpreis stark gestiegen, was viele Länder stark unter Druck setze, sagte Birol bei einem internationalen Treffen am Donnerstag in der IEA-Zentrale in Paris, das zur Vorbereitung des UN-Klimagipfels COP31 im November im türkischen Antalya abgehalten wurde.

Textgröße ändern:

Ähnlich äußerte sich der türkische Umweltminister Murat Kurum, der auch Vorsitzender der COP31 ist. Die Weltwirtschaft "muss ihr Energieparadigma ändern" und den "Übergang zu sauberen Energien beschleunigen", forderte Kurum angesichts der Energiekrise bei dem Treffen in Paris. An ihm nahmen Diplomaten, Politiker und Vertreter von Banken, Ölfirmen und internationalen Organisationen teil.

UN-Klimachef Simon Stiell sprach von einer "Kostenkrise für fossile Brennstoffe", die erneuerbaren Energien Auftrieb verleihe. "Diejenigen, die die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen vorantreiben, sorgen ungewollt für einen Boom bei den erneuerbaren Energien", fügte er hinzu, ohne konkrete Länder oder Politiker zu nennen. "Wir dürfen keine Zeit verlieren", sagte Stiell.

Der UN-Klimachef wies darauf hin, dass Länder, die schon heute stark auf erneuerbare Energien setzten, weniger von den Auswirkungen des Iran-Kriegs betroffen seien. Konkret nannte er Pakistan und Spanien. "Erneuerbare Energien sind sicherer, billiger und sauberer und können nicht durch enge Schifffahrtsstraßen aufgehalten werden", fügte Stiell hinzu. Vielen Ländern, darunter Deutschland, China, Südkorea und Großbritannien, sei klar, dass der Ausbau von Erneuerbaren ein "Grundstein der Energiesicherheit" sei.

In Folge der Angriffe Israels und der USA auf den Iran hatte die Führung in Teheran die für den Öl- und Flüssiggastransport wichtige Straße von Hormus de facto geschlossen. Daraufhin schnellten die Rohölpreise in die Höhe, am Donnerstag stiegen sie zeitweise auf über 126 Dollar pro Barrel. In vielen Ländern wird nun über Gegenmaßnahmen diskutiert, unter anderem über einen schnelleren Übergang zu erneuerbaren Energien.

R.Campbell--TNT

Empfohlen

Einweihung von Deutschlands größtem Offshore-Windpark

64 Windräder, die rechnerisch rund 1,1 Millionen Haushalte mit Strom versorgen können: In der Nordsee ist Deutschlands bislang größter Offshore-Windpark entstanden. Zur Einweihungsfeier hat das Energieunternehmen EnBW am Donnerstag (14.30 Uhr) nach Hamburg geladen. Angemeldet hat sich unter anderen Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD).

Glücksspiele im Internet: BGH verhandelt über verlorene Wetteinsätze

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe befasst sich am Donnerstag (10.00 und 12.00 Uhr) erneut mit dem Thema Glücksspiele im Internet. In zwei Verhandlungen geht es um Spieler, die von Anbietern aus Malta verlorene Einsätze zurückfordern. Zahlreiche solcher Fälle liegen bei deutschen Gerichten - der BGH will die wichtigen Fragen nun grundsätzlich klären. (Az. I ZR 216/25 und I ZR 78/25)

Von der Leyen stellt Gesetzesvorschlag für Social-Media-Verbot vor

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellt am Donnerstag (ab 10.00 Uhr) in Straßburg einen Gesetzesvorschlag für ein EU-weites Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren vor. Das Gesetz soll darüber hinaus vorsehen, dass 13- und 14-Jährige nur Profile mit eingeschränkten Funktionen erstellen können. Von der Leyen hatte ihre Pläne am Mittwoch bereits angekündigt, die Details sollen nun im Gesetzesvorschlag folgen.

Weißes Haus kritisiert Leitzinserhöhung der Fed

Das Weiße Haus hat die Leitzinserhöhung der US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) kritisiert. Weiße-Haus-Sprecher Kush Desai sprach am Mittwoch im Sender Fox News von einer "eher unglücklichen Entscheidung". Die Fed habe aus Sicht der US-Regierung keine besonders überzeugende wirtschaftliche Begründung dafür geliefert.

Textgröße ändern: