The National Times - Gericht lehnt Zwangsgeld gegen Bund wegen Nitratbelastung ab

Gericht lehnt Zwangsgeld gegen Bund wegen Nitratbelastung ab


Gericht lehnt Zwangsgeld gegen Bund wegen Nitratbelastung ab
Gericht lehnt Zwangsgeld gegen Bund wegen Nitratbelastung ab / Foto: © AFP

Das Oberverwaltungsgericht von Nordrhein-Westfalen hat den Antrag auf Androhung eines Zwangsgeldes in Höhe von 10.000 Euro gegen den Staat wegen zu hoher Nitratbelastungen im Grundwasser abgelehnt. Derzeit sei nicht festzustellen, dass der Bund die Umsetzung eines entsprechenden Urteils verweigere, erklärte das Gericht in Münster am Mittwoch. Beantragt hatte die Strafe die Deutsche Umwelthilfe (DUH), nachdem das Bundesverwaltungsgericht ihr im Oktober grundsätzlich Recht gegeben hatte.

Textgröße ändern:

Die Umweltschützer hatten der Bundesregierung vorgeworfen, zu wenig gegen die Nitratbelastung zu unternehmen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bestätigte, dass die geltende Düngeverordnung nicht ausreiche. Die Bundesregierung soll deshalb ein Aktionsprogramm zum Schutz von Gewässern erstellen.

Im Februar beantragte die DUH dann beim zuständigen Oberverwaltungsgericht in Münster die Vollstreckung des Urteils vom Oktober. Der Bund sei seinen daraus entstandenen Verpflichtungen nicht nachgekommen.

Das Gericht wies dies jedoch zurück. Dem Bund müsse zur Umsetzung des Urteils ein angemessener Zeitrahmen zugestanden werden, erklärte es. Und bislang sei nicht festzustellen, "dass die Bundesrepublik eine Umsetzung verweigert oder grundlos verzögert". Das zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium habe immerhin bereits im Dezember einen "detaillierten Zeitplan" erarbeitet. Demnach bleibt Zeit bis April 2027, um einen "Aktionsplan" vorzulegen.

Nitrat gelangt vor allem über das Düngen ins Grundwasser. Eine zu hohe Nitratkonzentration kann Probleme bei der Trinkwassergewinnung verursachen, da zu viel Nitrat im Körper in potenziell gesundheitsschädliche Stoffe umgewandelt werden kann. Laut deutschem Nitratbericht 2024 wurden in den Jahren 2020 bis 2022 an jeder vierten Messstelle die EU-weit festgelegten Grenzwerte überschritten.

Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hatte eine Reform des Düngegesetzes auf den Weg gebracht, die strengere Vorgaben für Landwirte vorsah. Das Gesetz scheiterte aber im Bundesrat, mehrere Länder kritisierten vor allem, dass damit unnötige Bürokratie entstehe. Der neue Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) kündigte dann an, die Vorgaben für landwirtschaftliche Betriebe zu lockern, statt sie zu verschärfen.

T.Allen--TNT

Empfohlen

"Größte Kampfschiffe" der Marine: Aus für Projekt zum Bau von F126-Fregatten

Sie sollten "die größten Kampfschiffe" der deutschen Marine werden - wegen massiver Verzögerungen hat das Bundesverteidigungsministerium das Projekt zum Bau von F126-Fregatten nun beendet. Das milliardenschwere Vorhaben zum Bau der sechs Schiffe werde "nicht weiterverfolgt", teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Stattdessen sollten acht Fregatten der Meko-Klasse des deutschen Herstellers TKMS im Wert von insgesamt 11,6 Milliarden Euro angeschafft werden, die primär für die U-Boot-Jagd eingesetzt werden können.

Kein pauschal strenges Social-Media-Verbot: Experten empfehlen zwei Alternativen

In der Debatte über den Zugang von Kindern und Jugendlichen zur digitalen Welt rät die vom Familienministerium eingesetzte Expertenkommission von einem strengen pauschalen Social-Media-Verbot ab. Stattdessen legte das Gremium am Mittwoch zwei mögliche alternative Ansätze vor: entweder eine gesetzliche Mindestaltersgrenze von 13 Jahren für Social-Media-Accounts oder eine Beschränkung für einzelne Dienste je nach Risiko der Angebote. Ein "pauschal hohes Mindestalter" von 15 oder 16 Jahren greife hingegen zu kurz.

Zugverkehr nach massiver Störung weitgehend regelmäßig - Konzern sucht nach Auslöser

Nach einem bundesweiten Ausfall des Zugverkehrs durch eine Störung im digitalen Funknetz ist der Betrieb laut der Deutschen Bahn am Morgen "weitgehend reibungslos" wieder angelaufen. Es könne aber "noch vereinzelt zu Einschränkungen kommen", teilte die Deutsche Bahn (DB) am Mittwochmorgen mit. Probleme gibt offenbar besonders noch im Güterverkehr. Nach dem Auslöser der Panne sucht der Konzern noch.

Verteidigungsministerium beendet Projekt zum Bau von F126-Fregatten

Das Bundesverteidigungsministerium steigt aus einem der größten Rüstungsprojekte der Marine aus. Angesichts erheblicher Verzögerungen werde "der Bau von insgesamt sechs Fregatten des Typs F126 nicht weiterverfolgt", erklärte das Ministerium am Mittwoch in Berlin. Stattdessen sollten nun acht Fregatten des Typs Meko des deutschen Herstellers TKMS im Wert von insgesamt 11,6 Milliarden Euro angeschafft werden, die primär für die U-Boot-Jagd eingesetzt werden können.

Textgröße ändern: