The National Times - Spritpreis-Taskforce: Weitere Entlastungen frühestens in mehreren Wochen

Spritpreis-Taskforce: Weitere Entlastungen frühestens in mehreren Wochen


Spritpreis-Taskforce: Weitere Entlastungen frühestens in mehreren Wochen
Spritpreis-Taskforce: Weitere Entlastungen frühestens in mehreren Wochen / Foto: © AFP/Archiv

Die Regierungskoalition will angesichts der gestiegenen Energie- und Kraftstoffpreise vorerst keine weiteren Entlastungen für Verbraucher auf den Weg bringen. Die Bundesregierung solle jedoch verschiedene Maßnahmen prüfen, darunter etwa eine Übergewinnsteuer, eine Anhebung der Pendlerpauschale oder eine Senkung der Energie- oder Kfz-Steuer, teilten die Vorsitzenden der sogenannten Spritpreis-Taskforce von SPD und Union am Freitag mit.

Textgröße ändern:

Das Gremium unter Leitung von Armand Zorn (SPD) und Sepp Müller (CDU) hatte zuvor Gespräche mit Vertretern weiterer Wirtschaftszweige geführt, darunter Vertreter der Land- und der Energiewirtschaft. Eine wichtige Erkenntnis sei gewesen, dass es bislang "kein Spillover auf die Lebensmittelpreise gibt", sagte Zorn. Die von der Bundesregierung zu prüfenden Maßnahmen konzentrieren sich daher weiterhin auf den Bereich der Spritpreise.

Müller führte an, dass die beschlossenen Maßnahmen bereits Wirkung zeigten. In Deutschland würden "die Preise nicht so steigen, wie bei den Ländern Italien und Österreich, die viel Steuerzahlergeld in die Hand genommen haben." Mehrere europäische Länder haben bereits Maßnahmen wie die Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe oder Preisdeckel verabschiedet.

Der Bundesrat hatte am Freitagvormittag das Spritpreispaket der Bundesregierung endgültig verabschiedet. Es sieht insbesondere vor, dass Tankstellen ab kommender Woche nur noch einmal am Tag - mittags - die Preise erhöhen dürfen. Preissenkungen bleiben immer erlaubt.

Zorn und Müller betonten, dass sich Deutschland dennoch darauf einstellen müsse, dass der Krieg im Nahen Osten noch länger andauert. "Deswegen kam die Taskforce zusammen, um auch weitere Maßnahmen zu besprechen", sagte der CDU-Vertreter.

Die Machbarkeit von Schritten wie einer Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne oder einem Preisdeckel für Sprit, der sich am Rohölpreis orientiert, sollen nun die zuständigen Bundesministerien prüfen. Für steuerliche Maßnahmen wie die Anhebung der Pendlerpauschale wäre dann ein ordentliches parlamentarisches Verfahren nötig. Müller sprach von sechs Wochen, die dies dauern würde.

Nach Angaben des CDU-Abgeordneten hat sich die Taskforce auch mit möglichen Problemen über den Kraftstoffmarkt hinaus beschäftigt. Probleme drohen demnach insbesondere beim Gas. Deswegen solle die Bundesregierung auch in Erwägung ziehen, "Kohlekraftwerke aus der Reserve wieder zurückzunehmen, um den Gasverbrauch in Summe zu senken".

A.M.James--TNT

Empfohlen

Merz verteidigt Reformkurs: "Wir holen nach, was wir längst hätten machen müssen"

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die geplanten Sozialreformen verteidigt und dabei insbesondere junge Menschen in den Blick genommen. "Wir holen jetzt nach, was wir längst hätten machen müssen", sagte Merz am Donnerstag in Berlin. "Und die Sozialdemokraten gehen mit uns diesen Weg."

Drohender Streik: Micron-Beschäftigte in Taiwan lehnen Bonus von 68 Monatsgehältern ab

Angesichts eines drohenden Streiks hat der US-Chiphersteller Micron Technology seinen Beschäftigten in Taiwan eine Bonuszahlung von 68 Monatsgehältern angeboten - der Belegschaft ist das aber nicht genug. Hunderte Beschäftigte folgten am Donnerstag einem Aufruf der Gewerkschaften und versammelten sich zu einer Protestkundgebung am Micron-Werk in Taoyuan.

Glücksspiel im Internet: BGH prüft Rückforderung von verlorenen Einsätzen

Die Frage, ob Spieler verlorene Einsätze von möglicherweise verbotenen Glücksspielen im Internet zurückbekommen, wird nun grundsätzlich vom Bundesgerichtshof (BGH) geklärt. Am Donnerstag verhandelte er in Karlsruhe über einen Fall, den er zum Leitentscheidungsverfahren erklärte. Andere Gerichte können sich später an dem Urteil orientieren - noch fiel aber keine Entscheidung. (Az.I ZR 216/25 und I ZR 78/25)

KI-Aufholjagd: Europa macht bei industriellen Anwendungen Boden gut

Bei Künstlicher Intelligenz (KI) droht Europa bei großen Sprachmodellen wie ChatGPT und Co. den Anschluss zu verlieren – bei industrieller KI gibt es laut einer Studie jedoch eine Aufholjagd: Die Investitionen in KI-Anwendungen, die in der Realwirtschaft zum Einsatz kommen, nähern sich dem US-Niveau, wie das Beratungsunternehmen McKinsey und das Software-Branchennetzwerk Boardwave am Donnerstag mitteilten. Laut Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) haben Deutschland und Europa das Potenzial, "zur führenden Kraft der industriellen KI zu werden".

Textgröße ändern: