The National Times - Neuer Schufa-Score soll Verbrauchern einfachen Einblick in Bewertung geben

Neuer Schufa-Score soll Verbrauchern einfachen Einblick in Bewertung geben


Neuer Schufa-Score soll Verbrauchern einfachen Einblick in Bewertung geben
Neuer Schufa-Score soll Verbrauchern einfachen Einblick in Bewertung geben / Foto: © AFP/Archiv

Verbraucherinnen und Verbraucher können seit Dienstag ihren neuen Schufa-Score zur Bonitätsbewertung von Verbrauchern einsehen. Jeder könne "bei der Schufa gespeicherten bonitätsrelevanten Daten über den neuen Schufa-Account jederzeit digital einsehen", erklärte die Auskunftei. Voraussetzung ist eine Anmeldung im Browser unter app.schufa.de oder in einer neuen Smartphone-App. Verbraucherministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte an, genau hinzuschauen, ob Transparenz-Versprechen auch eingehalten würden.

Textgröße ändern:

Mit dem Schritt verspricht das Unternehmen mehr Transparenz über die bei ihr gespeicherten Daten. Bislang konnten Verbraucher den sogenannten Basisscore kostenlos anfordern. Er gab Auskunft über die eigene Bonität, allerdings ohne näher auszuführen, wie diese Bewertung zustande kam.

Der neue Schufa-Score bewertet die Zahlungszuverlässigkeit von Verbrauchern auf einer Skala bis 999 Punkten. Die Punkte werden anhand von zwölf Kategorien vergeben. Mehr Punkte und damit eine bessere Einstufung erhält zum Beispiel, wer keine offenen Ratenkredite hat, seit langem dasselbe Bankkonto nutzt und in der Vergangenheit alle Rechnungen bezahlte. Auch das Vorliegen eines Immobilienkredits oder wie häufig jemand ein neues Girokonto oder eine Kreditkarte angefragt oder abgeschlossen hat, wirkt sich auf die Bewertung aus. Vorkommnisse und Umstände, welche die Bonität beeinträchtigen, werden aufgelistet.

Auf diese Weise "lässt sich der eigene Score sogar selbst nachrechnen, ganz ohne statistisches Wissen", erklärt die Auskunftei. Zudem sei die Wertung "so gebaut, dass er bei einem zuverlässigen Zahlungsverhalten schneller besser wird", was vor allem für jüngere Menschen vorteilhaft sei. Wenn diese etwa zum Start einer Ausbildung erstmals von zuhause ausziehen, liegen zunächst nur wenige Informationen für die Bonitätsberwertung vor.

Ministerin Hubig betonte die "große Bedeutung" des Schufa-Scores: Ohne gute Bonitätsdaten werde es mit dem Abschluss etwa von Handy- oder Mietverträgen "oft schwierig", erklärte sie. "Deshalb ist es so wichtig, dass die Scorings bei der Schufa transparent und nahvollziehbar zustande kommen." Das sei aber in der Vergangenheit "nicht immer eingelöst" worden.

Die Erwartungen seien hoch, erklärte die SPD-Politikerin. "Auch im Verbraucherschutzministerium werden wir genau hinschauen, ob die Versprechen hinter dem neuen Schufa-Score auch eingehalten werden."

Für die Einrichtung des Schufa-Accounts ist eine Identifizierung per Personalausweis nötig. Wer einen Ausweis für die elektronische Identifizierung per eID freigeschaltet hat, kann dies in wenigen Augenblicken erledigen. Andernfalls können Verbraucher einen Pin-Brief per Post anfordern und sich mit auf diese Weise identifizieren.

Die Schufa ist die größte Auskunftei mit Einträgen von rund 68 Millionen Menschen. Ihre Werte zur Kreditwürdigkeit nutzen rund 11.000 Firmenkunden. Den neuen Score hätten Unternehmenskunden bereits seit April 2025 testen und einsetzen können, erklärte die Schufa weiter. Für die Umstellung hat sie den Unternehmen eine Übergangsfrist bis Ende 2028 festgelegt.

Die Auskunftei rechnet damit, dass bis Ende 2026 rund die Hälfte aller Kunden den neuen Score nutzt. "Bei Banken ist eine Umstellung in aller Regel erst nach Anzeige und Genehmigung durch die zuständige Bankenaufsicht möglich", fuhr die Schufa fort.

A.M.Murray--TNT

Empfohlen

DIHK: Geschäfte deutscher Unternehmen im Ausland unter Druck

Ob steigende Energiepreise oder gestörte Lieferketten - die Schockwellen des Iran-Kriegs machen einer Umfrage zufolge auch den deutschen Unternehmen im Ausland zu schaffen. Wie die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) am Dienstag mitteilte, rutschten die Konjunkturerwartungen der befragten Firmen deutlich ins Minus. Zugleich wird die eigene Geschäftslage von den Unternehmen im Schnitt sogar leicht besser bewertet als im Herbst - allerdings mit Unterschieden je nach Region.

Fachkräftemangel: Trotz Wirtschaftsflaute weiterhin Engpässe in MINT-Berufen

Trotz der derzeit schwierigen Lage für die deutsche Wirtschaft gibt es einer Studie zufolge weiterhin Engpässe in den sogenannten MINT-Berufen. Im März fehlten in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik rechnerisch 133.900 Fachkräfte, wie das nationale MINT-Forum am Dienstag in Berlin mitteilte. Entscheidend für die künftige Sicherung von Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit ist demnach auch, Fachkräftepotenziale von Frauen, Älteren und Zugewanderten zu heben.

EU und Armenien vertiefen Zusammenarbeit bei Verkehr und Sicherheit

Die EU und Armenien haben die Vertiefung ihrer Zusammenarbeit in mehreren Bereichen vereinbart. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan unterzeichneten am Dienstag in Eriwan mehrere Abkommen, darunter eine Partnerschaft für die Vernetzung in den Bereichen Transport, Energie und Digitales. Brüssel sagte Eriwan zudem weitere Unterstützung beim Schutz der anstehenden Parlamentswahlen und generell bei der Abwehr von Cyberattacken und Desinformationskampagnen zu.

Unicredit meldet starkes Gewinnplus - Angebot für Commerzbank-Übernahme erwartet

Die italienische Großbank Unicredit hat für das erste Quartal ein deutliches Gewinnplus verbucht. Der Nettogewinn legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 16,1 Prozent auf 3,2 Millionen Euro zu, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Im Laufe des Tages wurde erwartet, dass die Unicredit offiziell ihr Angebot an die Commerzbank-Aktionäre für eine feindliche Übernahme der deutschen Bank abgibt.

Textgröße ändern: