The National Times - Nobelpreisträger Stiglitz: Trump hat "Handgranate auf Weltwirtschaft geworfen"

Nobelpreisträger Stiglitz: Trump hat "Handgranate auf Weltwirtschaft geworfen"


Nobelpreisträger Stiglitz: Trump hat "Handgranate auf Weltwirtschaft geworfen"
Nobelpreisträger Stiglitz: Trump hat "Handgranate auf Weltwirtschaft geworfen" / Foto: © AFP/Archiv

Der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz hat US-Präsident Donald Trump wegen dessen Wirtschafts- und Handelspolitik scharf kritisiert. "Der US-Präsident hat eine Handgranate auf die US-Wirtschaft und die Weltwirtschaft als Ganzes geworfen", sagte Stiglitz dem "Handelsblatt" laut Vorabmeldung vom Samstag. Trump zerstöre dabei "das internationale Recht ebenso wie das amerikanische".

Textgröße ändern:

Die Zollpolitik des Präsidenten bezeichnete Stiglitz als "selbstschädigend". Die politische Unsicherheit halte Unternehmen von Investitionen ab, während Verbraucher zunehmend verunsichert seien.

Auch der Krieg im Iran verschärfe die Risiken. Die Entwicklung sei "nicht nur für die US-Wirtschaft eine Katastrophe, sondern für die gesamte Weltwirtschaft", sagte Stiglitz mit Verweis auf steigende Energiepreise und wachsende geopolitische Spannungen. Die Unsicherheit habe in den ersten knapp 14 Monaten von Trumps zweiter Amtszeit "eine völlig neue Dimension angenommen", sagte der Ökonom weiter. Erste wirtschaftliche Folgen dieser Politik seien bereits sichtbar - auch in den USA selbst.

Als wichtiges Warnsignal bezeichnete Stiglitz die Lage auf dem Arbeitsmarkt. 2025 habe es "so gut wie kein Beschäftigungswachstum" in den USA gegeben. Zudem zeigten die jüngsten Daten, dass im Februar "eine beträchtliche Anzahl an Arbeitsplätzen verloren" gegangen sei. Dies setze den Trend einer stagnierenden Wirtschaft fort.

Das vergleichsweise starke Wachstum der vergangenen Jahre führte Stiglitz vor allem auf Investitionen in Künstliche Intelligenz zurück. Dabei handele es sich jedoch möglicherweise um eine "gefährliche Blase", von der niemand sagen könne, wann sie platze. Sollte dies geschehen, drohe der US-Wirtschaft eine Stagflation.

R.T.Gilbert--TNT

Empfohlen

Unicredit legt offizielles Angebot für Übernahme der Commerzbank vor

Die italienische Großbank Unicredit hat offiziell ein Angebot für die Übernahme der Commerzbank vorgelegt. Die Mailänder Bank bietet den Aktionären einen Umtausch von 0,485 Unicredit-Aktien pro Commerzbank-Papier, wie sie am Dienstag bestätigte. Das Angebot besteht demnach für sechs Wochen, bis zum 16. Juni.

DIHK: Geschäfte deutscher Unternehmen im Ausland unter Druck

Ob steigende Energiepreise oder gestörte Lieferketten - die Schockwellen des Iran-Kriegs machen einer Umfrage zufolge auch den deutschen Unternehmen im Ausland zu schaffen. Wie die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) am Dienstag mitteilte, rutschten die Konjunkturerwartungen der befragten Firmen deutlich ins Minus. Zugleich wird die eigene Geschäftslage von den Unternehmen im Schnitt sogar leicht besser bewertet als im Herbst - allerdings mit Unterschieden je nach Region.

Fachkräftemangel: Trotz Wirtschaftsflaute weiterhin Engpässe in MINT-Berufen

Trotz der derzeit schwierigen Lage für die deutsche Wirtschaft gibt es einer Studie zufolge weiterhin Engpässe in den sogenannten MINT-Berufen. Im März fehlten in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik rechnerisch 133.900 Fachkräfte, wie das nationale MINT-Forum am Dienstag in Berlin mitteilte. Entscheidend für die künftige Sicherung von Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit ist demnach auch, Fachkräftepotenziale von Frauen, Älteren und Zugewanderten zu heben.

EU und Armenien vertiefen Zusammenarbeit bei Verkehr und Sicherheit

Die EU und Armenien haben die Vertiefung ihrer Zusammenarbeit in mehreren Bereichen vereinbart. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan unterzeichneten am Dienstag in Eriwan mehrere Abkommen, darunter eine Partnerschaft für die Vernetzung in den Bereichen Transport, Energie und Digitales. Brüssel sagte Eriwan zudem weitere Unterstützung beim Schutz der anstehenden Parlamentswahlen und generell bei der Abwehr von Cyberattacken und Desinformationskampagnen zu.

Textgröße ändern: