The National Times - Industrieproduktion und Auftragseingang im Januar gesunken

Industrieproduktion und Auftragseingang im Januar gesunken


Industrieproduktion und Auftragseingang im Januar gesunken
Industrieproduktion und Auftragseingang im Januar gesunken / Foto: © AFP

Die Industrieproduktion in Deutschland und der Auftragseingang sind zu Jahresbeginn gesunken: Die Industrieproduktion ging im Vergleich zum Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 2,5 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Der Auftragseingang sank demnach um 11,1 Prozent - ohne Berücksichtigung von Großaufträgen aber nur um 0,4 Prozent.

Textgröße ändern:

Der Rückgang in der Industrieproduktion sei zu einem großen Teil auf die niedrigere Produktion im Bereich Metallerzeugnisse zurückzuführen, wie das Statistikamt erläuterte. Auch in der Pharmaindustrie und in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen waren die Rückgänge groß.

Das gesamte Produzierende Gewerbe inklusive Baugewerbe und Energieproduktion ging um 0,5 Prozent zurück - im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich war die Produktion sogar um 0,9 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor.

Die Energieproduktion stieg im Januar deutlich um mehr als zehn Prozent. "Das könnte auf die außergewöhnlich niedrigen Temperaturen zurückzuführen sein", erklärten die Statistiker. Die hohe Anzahl an Eis- und Frosttagen könnte sich andererseits negativ auf die Produktion im Tiefbau ausgewirkt haben - also unter anderem den Bau von Straßen, Bahnverkehrsstrecken, Brücken und Tunneln: Hier sank die Produktion um 7,5 Prozent.

Bei den Auftragseingängen betonte das Statistikamt den Einfluss von Großaufträgen: Deswegen hatte der Auftragseingang im Dezember den höchsten Wert seit Februar 2022 erreicht - entsprechend stark fiel der Rückgang im Januar aus. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich legte der Auftragseingang demnach um 7,4 Prozent zu, ohne Großaufträge um 1,5 Prozent.

"Die Rückgänge bei Industrieproduktion und Aufträgen im Januar wären grundsätzlich keine dramatischen Nachrichten, da es sich zum Teil nur um Korrekturen starker Vormonate und um Sondereffekte handelt", erklärte auch der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien. "Allerdings sagen die Zahlen in der aktuellen Situation ohnehin nur sehr wenig über den Fortgang der Konjunkturerholung aus." Mit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran seien der Kriegsverlauf im Mittleren Osten und die steigenden Energiepreise konjunkturbestimmend geworden.

A.Wood--TNT

Empfohlen

Geld pro eingesparter Tonne CO2: Reiche führt Förderprogramm für Industrie fort

Das Bundeswirtschaftsministerium setzt das Förderprogramm für die energieintensive Industrie im Rahmen sogenannter Klimaschutzverträge fort. Das Ministerium von Katherina Reiche (CDU) startete am Dienstag ein weiteres Gebotsverfahren, das sich vor allem an Unternehmen in den Branchen Chemie, Metalle, Zement, Kalk, Glas, Papier und Keramik richtet. Die Förderbedingungen wurden dabei in einigen Punkten zugunsten der Unternehmen angepasst.

Nach Trumps Drohung: EU drängt auf Einhaltung von Zolldeal

Die EU pocht nach der Drohung von US-Präsident Donald Trump mit höheren Autozöllen auf die Einhaltung einer Vereinbarung aus dem vergangenen Jahr. "Ein Deal ist ein Deal", sagte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen am Dienstag während eines Besuchs in der armenischen Hauptstadt Eriwan. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron drohte mit einem Gegenschlag, sollt Trump seine Drohung wahrmachen. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic traf derweil den US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer.

Spritpreise: Mineralölkonzerne geben Tankrabatt bislang nur teilweise weiter

Der seit dem 1. Mai geltende sogenannte Tankrabatt der Bundesregierung in Höhe von 17 Cent kommt bislang nur teilweise bei Autofahrerinnen und -fahrern an. Der Automobilclub ADAC schlussfolgerte am Dienstag mit Blick auf die Tagesdurchschnittspreise von Benzin und Diesel, dass bisher pro Liter nur rund elf Cent der Steuersenkung weitergegeben wurden. Auch das Ifo-Institut kam zu dem Schluss, dass sich besonders Diesel nicht deutlich verbilligt habe.

Unicredit legt offizielles Angebot für Übernahme der Commerzbank vor

Die italienische Großbank Unicredit hat offiziell ein Angebot für die Übernahme der Commerzbank vorgelegt. Die Mailänder Bank bietet den Aktionären einen Umtausch von 0,485 Unicredit-Aktien pro Commerzbank-Papier, wie sie am Dienstag bestätigte. Das Angebot besteht demnach für sechs Wochen, bis zum 16. Juni.

Textgröße ändern: