The National Times - EU wendet Mercosur-Handelsabkommen vorläufig an - Kritik aus Frankreich

EU wendet Mercosur-Handelsabkommen vorläufig an - Kritik aus Frankreich


EU wendet Mercosur-Handelsabkommen vorläufig an - Kritik aus Frankreich
EU wendet Mercosur-Handelsabkommen vorläufig an - Kritik aus Frankreich / Foto: © AFP

Die Europäische Union will das umstrittene Handelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten noch während einer laufenden juristischen Prüfung durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH) vorläufig anwenden. Nach Gesprächen mit Mitgliedsländern und EU-Abgeordneten "wird die Kommission nun die vorläufige Anwendung vornehmen", kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag an. Am Vortag hatten Uruguay und Argentinien das Vertragswerk als erste Staaten ratifiziert und so den Weg dafür freigemacht.

Textgröße ändern:

Von der Leyen betonte, dass das Abkommen "nur vollständig abgeschlossen werden kann, wenn das Europäische Parlament seine Zustimmung gegeben hat". Hier allerdings kommt es zu Verzögerungen: Die Abgeordneten hatten das Abkommen zunächst dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) für eine juristische Prüfung vorgelegt, die mehrere Monate dauern dürfte.

Das Handelsabkommen der EU mit den vier südamerikanischen Mercosur-Staaten soll eine der weltweit größten Freihandelszonen schaffen und die meisten Zölle auf beiden Seiten beseitigen. Während die Europäer unter anderem Autos und chemische Produkte nach Südamerika exportieren, liefern die Mercosur-Länder hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse und Rohstoffe nach Europa.

Deutschland erhofft sich von dem Abkommen neue Exportmöglichkeiten und hatte sich daher auch für eine vorläufige Anwendung ausgesprochen. Industrieverbände wie der VDMA (Maschinenbau) und die Deutsche Industrie- und Handelskammer drängten auf eine rasche Umsetzung.

Bbesonders aus Frankreich kommt allerdings heftiger Widerstand. Französische Bauern protestieren seit Monaten gegen das Abkommen, sie fürchten vor allem billige Rindfleischimporte. Auch in Polen, Ungarn und Rumänien gibt es Kritik.

Sie bedaure die Entscheidung der EU für eine vorläufige Anwendung, sagte die französische Landwirtschaftsministerin Annie Genevard. Die Entscheidung stehe der Entscheidung des Europäischen Parlament entgegen und sei "sehr schädlich für das Funktionieren unserer Institutionen und besonders für den Geist unserer europäischen Institutionen".

Die konservative französische EU-Abgeordnete Céline Imart erklärte ihrerseits, die EU-Kommission habe sich zur "Geringschätzung" der Landwirtschaft entschieden. "Wir werden weiterhin entschlossen dafür kämpfen, dass diese vorläufige Anwendung niemals dauerhaft wird."

Für die kommenden Tage wird nun auch mit der Ratifizierung des Abkommens in Brasilien gerechnet. Dort hatte das Abgeordnetenhaus das Abkommen bereits abgesegnet, die Zustimmung des Senats steht noch aus. In Paraguay wiederum wird das Abkommen dem Parlament nach einer am Sonntag endenden Sitzungspause zur Abstimmung vorgelegt.

A.M.Owen--TNT

Empfohlen

Bahn-Chefin sagt stabile Preise für ICE-Tickets für ein Jahr zu

Trotz steigender Energiepreis will die Deutsche Bahn nach Angaben ihrer Chefin Evelyn Palla die Preise für Fernverkehrstickets für ein Jahr einfrieren. "Vom 1. Mai an halten wir die Preise für ICE-Tickets ein Jahr lang stabil", sagte Palla der "Bild am Sonntag". Damit sorge ihr Konzern für "Sicherheit und Stabilität" für "alle, die mobil bleiben wollen und müssen".

Umfrage: 82 Prozent glauben nicht an ausreichende Rente im Alter

Das Vertrauen der Deutschen in ihre gesetzliche Rente ist einer Umfrage zufolge äußerst gering. Laut einer Renten-Umfrage für den Sozialverband Deutschland (SoVD), die der "Bild am Sonntag" nach eigenen Angaben exklusiv vorliegt, glauben 82 Prozent der Befragten nicht daran, dass ihre gesetzliche Rente ausreichen wird, um ihren Lebensstandard im Alter zu sichern. Nur elf Prozent gingen davon aus, dass ihre Rente dafür reichen werde.

Kanada gibt grünes Licht für Ausbau von Gas-Pipeline für mehr Exporte nach Asien

Die kanadische Regierung hat den Ausbau einer Erdgas-Pipeline an der Westküste für mehr Exporte nach Asien gebilligt. Der Ausbau der Pipeline mit mehreren Milliarden Dollar sei Teil von Kanadas "Strategie der Handelsdiversifizierung", erklärte das Ministerium für natürliche Ressourcen am Freitag in Ottawa. Laut Premierminister Mark Carney könnten mehr Exporte von Erdöl und Erdgas nach Asien der "Energie-Supermacht" Kanada dabei helfen, die sich verschlechternden Handelsbeziehungen zum Nachbarland USA auszugleichen.

Handwerkspräsident: Statt Entlastungsprämie Löhne abgabenfrei stellen

Statt der vielfach kritisierten Entlastungsprämie der Arbeitgeber an Arbeitnehmer hat der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Jörg Dittrich, vorgeschlagen, für drei Monate die Löhne abgabenfrei zu stellen. Wegen der von der schwarz-roten Koalition beschlossenen Entlastungsprämie in Höhe von 1000 Euro habe er in den vergangenen Tagen "einen Sturm der Entrüstung erlebt, der noch längst nicht abgeebbt ist", sagte Dittrich dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Textgröße ändern: