The National Times - Einigung von GDL und Bahn ohne Streik: Fünf Prozent mehr Lohn über zwei Jahre

Einigung von GDL und Bahn ohne Streik: Fünf Prozent mehr Lohn über zwei Jahre


Einigung von GDL und Bahn ohne Streik: Fünf Prozent mehr Lohn über zwei Jahre
Einigung von GDL und Bahn ohne Streik: Fünf Prozent mehr Lohn über zwei Jahre / Foto: © AFP

Aufatmen für Bahnreisende: Die Tarifverhandlungen der Deutschen Bahn mit der Lokführergewerkschaft GDL sind erfolgreich und ohne Streik beendet worden. Gewerkschaft und Konzern einigten sich in der Nacht zum Freitag auf eine lineare Gehaltserhöhung von fünf Prozent über zwei Jahre. Die GDL, die in den vergangenen Jahren regelmäßig den Bahnverkehr bundesweit lahmgelegt hatte, sagte demnach zu, ohne besondere Vorkommnisse frühestens im April 2028 wieder zu streiken.

Textgröße ändern:

Den Angaben von GDL und DB nach steigen die Gehälter der Bahnmitarbeiter in Betrieben, in denen GDL-Tarifverträge gelten, zum 1. August diesen Jahres um 2,5 Prozent und zum 1. August 2027 erneut um 2,5 Prozent. Die Beschäftigten erhalten zudem eine Einmalzahlung von 700 Euro, für Auszubildende und dual Studierende gibt es 350 Euro.

Weitere individuell unterschiedliche Entgelterhöhungen ergeben sich zudem durch die Einführung einer neuen, achten Entgeltstufe für Mitarbeiter mit mehr als 35 Jahren Berufserfahrung sowie durch die Erhöhung von Zulagen etwa für bestimmte Schichtdienste.

Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags startet rückwirkend zum 1. Januar 2026 und endet zum 31. Dezember 2027. Für die anschließende nächste Verhandlungsphase vereinbarten die Tarifpartner bereits eine Friedenspflicht bis Ende März 2028. Bis dahin dürfte es also keine Streiks geben.

DB-Personalvorstand Martin Seiler sprach von einem "fairen und tragfähigen Ergebnis". Gerade zum Schluss sei "intensiv" darum gerungen worden, "aber es ist immer konstruktiv und sachlich geblieben". So "konnten wir uns zum ersten Mal seit Jahren ohne Streiks einigen".

"Mit diesem Tarifabschluss ist es gelungen, die Arbeits- und Einkommensbedingungen im Kernbetrieb der Eisenbahn nachhaltig zu verbessern", erklärte GDL-Chef Mario Reiß, der im vergangenen Jahr den langjährigen Gewerkschaftschef Claus Weselsky abgelöst hatte. "Dieses Ergebnis ist ein Beitrag zur Stabilität des Systems Bahn und zur Zukunftsfähigkeit des Berufsstandes."

Zudem einigten sich GDL und Bahn auf eine "gemeinsame Handhabung" des Tarifeinheitsgesetzes. Unter anderem soll es ein notarielles Zählverfahren der Gewerkschaftsmitglieder in den einzelnen Bahnbetrieben geben. Hintergrund ist der Konkurrenzkampf der GDL mit der größeren Bahngewerkschaft EVG. Das Zählverfahren soll festlegen, welche Gewerkschaft in welchem Betrieb zuständig ist.

W.Baxter--TNT

Empfohlen

Bahn-Chefin sagt stabile Preise für ICE-Tickets für ein Jahr zu

Trotz steigender Energiepreis will die Deutsche Bahn nach Angaben ihrer Chefin Evelyn Palla die Preise für Fernverkehrstickets für ein Jahr einfrieren. "Vom 1. Mai an halten wir die Preise für ICE-Tickets ein Jahr lang stabil", sagte Palla der "Bild am Sonntag". Damit sorge ihr Konzern für "Sicherheit und Stabilität" für "alle, die mobil bleiben wollen und müssen".

Umfrage: 82 Prozent glauben nicht an ausreichende Rente im Alter

Das Vertrauen der Deutschen in ihre gesetzliche Rente ist einer Umfrage zufolge äußerst gering. Laut einer Renten-Umfrage für den Sozialverband Deutschland (SoVD), die der "Bild am Sonntag" nach eigenen Angaben exklusiv vorliegt, glauben 82 Prozent der Befragten nicht daran, dass ihre gesetzliche Rente ausreichen wird, um ihren Lebensstandard im Alter zu sichern. Nur elf Prozent gingen davon aus, dass ihre Rente dafür reichen werde.

Kanada gibt grünes Licht für Ausbau von Gas-Pipeline für mehr Exporte nach Asien

Die kanadische Regierung hat den Ausbau einer Erdgas-Pipeline an der Westküste für mehr Exporte nach Asien gebilligt. Der Ausbau der Pipeline mit mehreren Milliarden Dollar sei Teil von Kanadas "Strategie der Handelsdiversifizierung", erklärte das Ministerium für natürliche Ressourcen am Freitag in Ottawa. Laut Premierminister Mark Carney könnten mehr Exporte von Erdöl und Erdgas nach Asien der "Energie-Supermacht" Kanada dabei helfen, die sich verschlechternden Handelsbeziehungen zum Nachbarland USA auszugleichen.

Handwerkspräsident: Statt Entlastungsprämie Löhne abgabenfrei stellen

Statt der vielfach kritisierten Entlastungsprämie der Arbeitgeber an Arbeitnehmer hat der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Jörg Dittrich, vorgeschlagen, für drei Monate die Löhne abgabenfrei zu stellen. Wegen der von der schwarz-roten Koalition beschlossenen Entlastungsprämie in Höhe von 1000 Euro habe er in den vergangenen Tagen "einen Sturm der Entrüstung erlebt, der noch längst nicht abgeebbt ist", sagte Dittrich dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Textgröße ändern: