The National Times - Autokonzern Stellantis fährt 2025 massiven Verlust von 22,3 Milliarden Euro ein

Autokonzern Stellantis fährt 2025 massiven Verlust von 22,3 Milliarden Euro ein


Autokonzern Stellantis fährt 2025 massiven Verlust von 22,3 Milliarden Euro ein
Autokonzern Stellantis fährt 2025 massiven Verlust von 22,3 Milliarden Euro ein / Foto: © AFP/Archiv

Der Autokonzern Stellantis hat 2025 wegen milliardenschwerer Abschreibungen den zweitgrößten Verlust verzeichnet, den jemals eine französische Unternehmensgruppe gemeldet hat. Das Unternehmen mit Marken wie Peugeot, Opel, Fiat und Jeep wies am Donnerstag einen Verlust von 22,3 Milliarden Euro für das vergangene Jahr aus. Der Umsatz des Konzerns fiel trotz eines leichten Anstiegs der verkauften Fahrzeuge um zwei Prozent auf 153,5 Milliarden Euro.

Textgröße ändern:

In der vergangenen Woche hatte Stellantis bereits bekanntgegeben, die Nachfrage nach Elektroautos "deutlich überschätzt" zu haben. Daher müsse das Unternehmen 22 Milliarden Euro abschreiben - den größten Teil des Geldes in den USA.

Die Jahresergebnisse spiegelten "die Kosten wider, die aus einer Überschätzung des Tempos der Energiewende entstanden sind", erklärte Stellantis-Chef Antonio Filosa. Es sei notwendig, "unser Geschäft neu auszurichten, damit unsere Kunden frei aus der gesamten Palette an Elektro-, Hybrid- und Verbrennungsmotortechnologien wählen können".

Unvorteilhafte Wechselkurse wirkten sich zudem negativ auf den Umsatz des Unternehmens aus, aber auch der Wechsel hin zu einer Preissenkungspolitik. Der frühere Stellantis-Chef Carlos Tavares hatte auf hochpreisige Wagen gesetzt. Er wurde im Juli durch den Italiener Filosa ersetzt.

Im zweiten Halbjahr 2025 verzeichnete Stellantis den Angaben zufolge einen Umsatzanstieg um zehn Prozent. Zudem verkaufte der Autokonzern in diesem Zeitraum elf Prozent mehr Fahrzeuge. Das Unternehmen bestätigte seine Aussichten für 2026, die eine schrittweise Verbesserung des Nettoumsatzes vorsehen.

Nur eine französische Unternehmensgruppe hat jemals einen höheren Verlust gemeldet als nun Stellantis: Der Medienkonzern Vivendi verzeichnete 2002 einen Verlust von 23,3 Milliarden Euro.

Q.Marshall--TNT

Empfohlen

Spritpreise: Koalition senkt Mineralölsteuer und ermöglicht "Entlastungsprämie"

Wegen der anhaltend hohen Spritpreise durch den Iran-Konflikt hat die schwarz-rote Koalition nun doch Steuersenkungen an den Zapfsäulen beschlossen. Die Mineralölsteuer für Diesel und Benzin wird für zwei Monate um cirka 17 Cent gesenkt, wie Kanzler Friedrich Merz (CDU) am Montag sagte. Zudem erhalten Arbeitgeber die Möglichkeit, ihren Beschäftigten eine steuerfreie "Entlastungsprämie" von 1000 Euro zu zahlen. Die Koalitionspartner vereinbarten darüber hinaus Zeitpläne für zwei wichtige Reformvorhaben.

Pilotenstreik bei der Lufthansa: Viele Maschinen bleiben am Boden

Der Flugbetrieb der Lufthansa ist wegen eines Pilotenstreiks stark beeinträchtigt. Auf Basis eines Sonderflugplans könne am Montag und Dienstag rund jeder dritte Kurzstreckenflug und jeder zweite Langstreckenflug planmäßig stattfinden, sagte ein Konzernsprecher der Nachrichtenagentur AFP. Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings, wo die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu einem eintägigen Streik aufgerufen hatte, liegt die Quote demnach bei rund 60 Prozent.

Wirtschaftsweise Schnitzer: Beschluss zu Mineralölsteuer schlechteste Option

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer hat die Koalitionsbeschlüsse zur zweimonatigen Senkung der Mineralölsteuer scharf kritisiert. "Eine Senkung des Preises für alle durch eine zeitlich befristete Aussetzung der Energiesteuer ist die schlechteste aller bisher diskutierten Optionen", sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung am Montag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Deutliche Kritik kam auch vom Umweltverband BUND.

Kosten rund ums Auto seit 2020 überdurchschnittlich stark gestiegen

Die Kosten rund um das Auto sind in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich stark gestiegen. Die Preise für Waren und Dienstleistungen rund ums Auto, die das Statistische Bundesamt als Kraftfahrer-Preisindex zusammenfasst, stiegen von 2020 bis 2025 um 31,2 Prozent, wie die Statistiker am Montag mitteilten. Der Anstieg der Verbraucherpreise insgesamt lag im selben Zeitraum bei nur 21,9 Prozent.

Textgröße ändern: