The National Times - Krise in Kuba: Staat erlaubt jetzt Privatfirmen die Einfuhr von Kraftstoff

Krise in Kuba: Staat erlaubt jetzt Privatfirmen die Einfuhr von Kraftstoff


Krise in Kuba: Staat erlaubt jetzt Privatfirmen die Einfuhr von Kraftstoff
Krise in Kuba: Staat erlaubt jetzt Privatfirmen die Einfuhr von Kraftstoff / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts der schweren Energie- und Wirtschaftskrise in Kuba dürfen private Unternehmen auf der Karibikinsel nun selbst Diesel und Benzin importieren. "Wir haben schon einen Tank gekauft", sagt der Inhaber einer Firma, der lieber anonym bleiben möchte. Er will sich 25.000 Liter Diesel aus den USA liefern lassen.

Textgröße ändern:

Möglich ist das mit einer Lizenz der US-Behörde für die Kontrolle ausländischer Vermögenswerte (OFAC) - damit können Privatfirmen in Kuba bestimmte Produkte aus den USA importieren, auch Treibstoff. Die Lizenz können Firmen schon mehrere Jahre lang bekommen, doch bis vor kurzem verbot der sozialistische Staat die Einfuhr speziell von Treibstoff.

Das hat sich Anfang Februar geändert - seit die Karibikinsel die Folgen der US-Blockade von Öllieferungen zu spüren bekommt. US-Präsident Donald Trump ließ nach der Gefangennahme und Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar Venezuelas Öllieferungen an Kuba einstellen. Staaten, die Erdöl an Kuba liefern, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen.

Kubas Vizepremierminister Oscar Pérez-Oliva ordnete eine Reihe von Sofortmaßnahmen an, um Strom und Kraftstoff zu sparen. Und er verkündete, dass "jedes Unternehmen, das die Möglichkeit hat, Kraftstoff zu erwerben, diesen auch kaufen kann".

Der Firmenbesitzer, der Diesel aus den USA einführen will, erzählt, dass es keine Mengenbeschränkung gebe. Der Weiterverkauf an Dritte allerdings sei verboten. Bislang hat der Staat beim Kraftstoffverkauf das Monopol. Der Firmenbesitzer sagt, bei den Tankstellen solle es entsprechend Kontrollen geben. Viel mehr wisse er auch nicht - "die Behörden können uns keine klaren Angaben machen".

Auf Kuba gibt es seit 2021 die Möglichkeit, ein kleines privates Unternehmen zu gründen. Im vergangenen Jahr gab es davon rund 9700 - sie erwirtschafteten 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Aber längst nicht alle hätten die Kenntnisse und die Fähigkeiten, Treibstoff im Ausland zu kaufen, sagt der kubanische Unternehmensberater Onel Diaz. Er rechnet mit "einigen hundert" Firmen, die es versuchen. Entscheidend sei aber, wie mögliche Lieferanten reagieren: "Sie müssen der Trump-Regierung trotzen und sogar das Risiko eingehen, mit ihr in Konflikt zu geraten", sagt Diaz.

L.A.Adams--TNT

Empfohlen

Sanierungsplan: Massiver Stellenabbau bei DB Cargo geplant

Die kriselnde Frachttochter der Deutschen Bahn soll mithilfe massiver Stellenstreichungen wieder wettbewerbsfähig werden. Die Deutsche Bahn (DB) kündigte am Donnerstag einen "Sanierungsplan" an, 6200 von den derzeit rund 14.000 Stellen bei DB Cargo sollen wegfallen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erklärte, zwar müsse das Unternehmen effizienter werden - sie werde aber "um jeden Arbeitsplatz kämpfen".

Klingbeil und Bas wollen Antragspflicht für Kindergeld abschaffen

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Sozialministerin Bärbel Bas (beide SPD) wollen die Antragspflicht beim Kindergeld abschaffen. Dies sieht ein Gesetzentwurf vor, für den das Finanzministerium am Donnerstag die regierungsinterne Ressortabstimmung einleitete. Verwiesen wurde aus dem Ministerium auf eine entsprechende Vereinbarung im Koalitionsvertrag von Union und SPD sowie die diesbezügliche Empfehlung der Kommission zur Sozialstaatsreform.

102 Millionen internationale Gäste: Frankreich bleibt meistbesuchtes Touristenziel

Frankreich hat im vergangenen Jahr seine Position als weltweit populärstes Touristenziel behauptet. Nach Regierungsangaben vom Donnerstag besuchten 102 Millionen internationale Gäste das Land, nach 100 Millionen im Jahr 2024. Damit bleibe Frankreich weiter "das meistbesuchte Land der Welt", hob das Tourismusministerium in Paris hervor. Allerdings verringert sich der Abstand zu Spanien, das 2025 auf rund 97 Millionen ausländische Besucher kam.

Save the Children: Ukraine-Krieg ist "Krieg gegen Kinder" - Über 4000 Stunden Luftalarm seit Kriegsbeginn

Die Kinderrechtsorganisation Save the Children hat den Krieg in der Ukraine als "Krieg gegen Kinder" angeprangert. "Die Kinder leiden seit vier Jahren unter einer Dauerkrise", sagte der Geschäftsführer der Nichtregierungsorganisation, Florian Westphal, der Nachrichtenagentur AFP. In der Ukraine gebe es etwa 1,5 Millionen Kinder, bei denen es ein Risiko für Depressionen, Traumata, Angstzustände und Ähnlichem gebe. Seit Beginn des russischen Großangriffs am 24. Februar 2022 gab es nach Angaben von Save the Children durchschnittlich mehr als 4000 Stunden Luftalarm in der Ukraine - was etwa fünfeinhalb Monaten entspricht.

Textgröße ändern: