The National Times - Betrug mit Diesel-Wasser-Mischung: Schadenersatz in Millionenhöhe in Niedersachsen

Betrug mit Diesel-Wasser-Mischung: Schadenersatz in Millionenhöhe in Niedersachsen


Betrug mit Diesel-Wasser-Mischung: Schadenersatz in Millionenhöhe in Niedersachsen
Betrug mit Diesel-Wasser-Mischung: Schadenersatz in Millionenhöhe in Niedersachsen / Foto: © AFP/Archiv

In Niedersachsen ist ein jahrelanger Rechtsstreit um Betrug mit einer angeblich revolutionären Diesel-Wasser-Mischung zu Ende gegangen. Das Oberlandesgericht Oldenburg verurteilte die Firma eines inzwischen verstorbenen Geschäftsmanns sowie dessen Sohn in einem Zivilprozess rechtskräftig zur Zahlung von 3,25 Millionen Euro Schadenersatz plus Zinsen an Investoren, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Es sei erwiesen, dass die Beklagten Geldgeber vorsätzlich getäuscht hätten.

Textgröße ändern:

Die Vorgeschichte des Fall reicht mehr als zehn Jahre zurück ins Jahr 2013. Der verstorbene Geschäftsmann aus Papenburg behauptete nach Gerichtsangaben, eine industriell nutzbare Technologie entwickelt zu haben, mit der sich aus einem Liter Dieselkraftstoff und einem Liter Wasser 1,8 Liter marktfähiger Diesel herstellen lassen. Er gründete eine Gemeinschaftsfirma mit einer chinesischen Unternehmensgruppe, die insgesamt rund 3,25 Millionen Euro zur Finanzierung vorschoss.

Laut Gesellschaftsvertrag sollten innerhalb eines knappen Jahres elf Produktionsanlagen mit genau definierten Leistungsmerkmalen in den Vereinigten Arabischen Emiraten gebaut werden. Den chinesischen Investoren wurden darin als Gegenleistung für ihr Kapital exklusive Vermarktungsrechte für China zugesprochen. Als es nicht zur vereinbarten Funktionsprüfung der Anlagen kam, wurden die Geldgeber misstrauisch. Im Mai 2014 traten sie von dem Vertrag zurück und verlangten ihr Geld zurück. Es folgten ein langer Rechtsstreit.

Bereits 2019 gab das Landgericht Oldenburg einer Klage der Investoren statt, woraufhin das Oberlandesgericht den Fall in nächster Instanz an dieses zurückverwies. Nachdem das Landgericht den Geschäftsmann, dessen Sohn sowie deren Firma 2021 erneut verurteilte, gingen diese wiederum vor dem Oberlandesgericht in Oldenburg in Berufung.

Nach dessen Angaben argumentierten sie damit, dass deutsche Gerichte nicht zuständig seien. Außerdem führten sie unter anderem aus, dass gar kein Vermögensschaden entstanden sei, weil die für das Projekt gebauten Anlagen zumindest das investierte Kapital wert gewesen seien.

Dem folgte das Oberlandesgericht in dem schon im November ergangenen und inzwischen rechtskräftig gewordenen Urteil nicht. Die Beklagten hätten ihre Geschäftspartner "vorsätzlich über die Leistungsfähigkeit der Anlagen getäuscht". Jedenfalls bei Vertragsabschluss 2013 habe "objektiv" keine Möglichkeit bestanden, Anlagen mit den zugesagten Leistungswerten zu liefern. Dies sei den Beklagten bewusst gewesen.

Zu identischen Feststellungen kam eine Strafkammer des Oldenburger Landgerichts, die parallel in einem Strafverfahren wegen Betrugs gegen den Geschäftsmann und dessen Sohn verhandelte. Im September 2024 verurteilte sie den Sohn wegen Beihilfe zu Betrug zu elf Monaten Haft auf Bewährung. Der Geschäftsmann als Hauptangeklagter war zu diesem Zeitpunkt aus gesundheitlichen Gründen bereits nicht mehr verhandlungsfähig. Nach Gerichtsangaben verstarb er inzwischen.

F.Harris--TNT

Empfohlen

Ex-OpenAI-Forscher: "Wir müssen die KI-Entwicklung im Wesentlichen abschalten"

Die führenden US-KI-Entwickler täuschen nach Auffassung des früheren OpenAI-Forschers Daniel Kokotajlo mit ihrer Forderung nach Regulierung für künstliche Intelligenz den Wunsch nach mehr Kontrolle nur vor. Anthropic, OpenAI, X und Google betrieben lediglich "Safety Washing", sagte Kokotajlo dem "Spiegel". Zugleich forderte der heutige Leiter des "AI Futures Project" im kalifornischen Berkeley die KI-Entwicklung von OpenAI oder Anthropic staatlich massiv einzuschränken. "Wir müssen die KI-Entwicklung im Wesentlichen abschalten."

Warren Buffett legt Verwaltungsratsvorsitz seiner Investmentfirma nieder

Es ist ein Rückzug auf Raten: US-Investor Warren Buffett, bekannt als "Orakel von Omaha", legt auch den Verwaltungsratsvorsitz seiner Holding Berkshire Hathaway nieder. Der 96-Jährige bleibe aber Mitglied des Verwaltungsrats und sei zudem zum "Ehrenpräsidenten" ernannt worden, teilte Berkshire Hathaway am Freitag mit. Buffett war zum 1. Januar bereits als Geschäftsführer ausgeschieden.

Anthropic: KI wird zunehmend für Entwicklung neuer KI-Systeme eingesetzt

KI-Systeme könnten sich in der Zukunft selbst bauen: Dem KI-Unternehmen Anthropic zufolge wird bei der Entwicklung neuer KI-Modelle zunehmend KI selbst eingesetzt. Der Chatbot Claude des US-Unternehmens habe im August rund 26 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsarbeit bei Anthropic übernommen, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. Claude könne noch nicht "vollständig autonom" arbeiten. Doch einen Großteil seiner Aufgaben erledige es weitgehend selbstständig unter menschlicher Aufsicht.

CDU-Generalsekretärin: Bis zu 25 Cent Entlastung beim Spritpreis

Die Beratungen in der Regierungskoalition über eine Entlastung vom hohen Spritpreis dauern an - CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann nannte erstmals konkrete Zahlen: "Eine Entlastung um irgendwie 21, 23, 25 Cent der Liter, finde ich, ist schon eine spürbare Entlastung", sagte sie. Die CDU ist für eine Mehrwertsteuersenkung, SPD-Chef Lars Klingbeil nicht dagegen. Der ADAC, das Handwerk und der DGB plädierten dagegen für eine Stromsteuersenkung.

Textgröße ändern: