The National Times - "Technische Störung": Massive Stromausfälle in der Ukraine und in Moldau

"Technische Störung": Massive Stromausfälle in der Ukraine und in Moldau


"Technische Störung": Massive Stromausfälle in der Ukraine und in Moldau
"Technische Störung": Massive Stromausfälle in der Ukraine und in Moldau / Foto: © AFP

In der Ukraine ist es am Samstag zu massiven Stromausfällen gekommen - verantwortlich war nach Regierungsangaben eine "technische Störung". Diese sei am Morgen an den Hauptstromleitungen zwischen Rumänien, Moldau und der Ukraine aufgetreten. In der Folge stand erstmals seit Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 die U-Bahn in Kiew komplett still. Erst am Nachmittag funktionierten sie und andere wichtige Infrastruktur in der Hauptstadt wieder. Auch im Nachbarland Moldau kam es zu massiven Stromausfällen.

Textgröße ändern:

Es hätten wegen der "technischen Störung" am Morgen Not-Stromabschaltungen stattgefunden, um die Kernkraftwerke des Landes zu entlasten, erklärte Energieminister Denys Schmyhal im Onlinedienst Telegram. Diese seien nötig gewesen, um Schäden an den Anlagen zu verhindern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem "Notfall".

Die Störung habe zu einer "gleichzeitigen Abschaltung der 400-Kilovolt-Leitung zwischen den Stromnetzen Rumäniens und Moldaus und der 750-Kilovolt-Leitung zwischen der West- und Zentralukraine" geführt, erläuterte der Minister. Dabei seien "automatische Schutzmechanismen in mehreren Umspannwerken" ausgelöst worden. In der Folge sei es unter anderem in der Hauptstadtregion Kiew, der zentralen Region Schytomyr und in Charkiw im Nordosten des Landes zu Stromausfällen gekommen.

In Kiew wurde infolge der Stromausfälle unter anderem die Wasserversorgung zeitweise unterbrochen und das U-Bahn-Netz der Hauptstadt vollständig lahmgelegt. "Aufgrund eines Stromausfalls in den externen Versorgungszentren wurden der Zugverkehr und der Betrieb der Rolltreppen in der U-Bahn eingestellt", teilte der Betreiber der Metro in Kiew mit. Es war das erste Mal seit Beginn des russischen Angriffskrieges, dass der Verkehr komplett zum Erliegen kam. Erst Stunden später fuhren wieder die ersten U-Bahnen.

Das U-Bahn-Netz ist ein wichtiges Verkehrssystem der ukrainischen Hauptstadt. Selbst während intensiver russischer Bombardements stellte die U-Bahn nur selten und nur teilweise den Betrieb ein. Offiziellen Daten zufolge nutzten 2025 täglich rund 800.000 Fahrgäste die Kiewer U-Bahn. Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner Kiews nutzen die 52 U-Bahn-Stationen zudem als Luftschutzbunker während russischer Angriffe.

Auch Teile des westlichen Nachbarlandes Moldau waren am Samstag von Stromausfällen betroffen. Ein "Großteil" der Hauptstadt Chisinau sei ohne Strom, teilte Bürgermeister Ion Ceban auf Telegram mit. Da die Ampeln ausfielen, regelten Polizisten an den wichtigsten Kreuzungen den Straßenverkehr. Energieminister Dorin Junghietu bestätigte, dass die Stromausfälle in Moldau mit dem Ausfall der Stromleitungen in der Ukraine zusammenhingen. Am Nachmittag war seinem Ministerium zufolge die Stromversorgung im Land weitestgehend wieder hergestellt.

In der Ukraine dagegen warnte das Energieministerium am Samstagnachmittag, dass es in einigen Regionen länger dauern könnte, bis die Menschen wieder Strom hätten. In Odessa im Süden des Landes und in Charkiw im Nordosten sei die Versorgung von Privathaushalten dagegen wieder wiederhergestellt, teilte das Energieministerium mit. Zuvor war in Charkiw ebenso wie in Kiew die U-Bahn stundenlang nicht gefahren.

Auch das Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Tschernobyl, das Strom unter anderem für den Betrieb der Kühl- und Steuerungssysteme benötigt, war laut der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) kurzzeitig von einem Stromausfall betroffen. "Es werden keine direkten Auswirkungen auf die nukleare Sicherheit erwartet, die Gesamtlage bleibt jedoch heikel", erklärte die IAEA. In dem rund hundert Kilometer nördlich von Kiew gelegenen Atomkraftwerk war am 26. April 1986 ein Reaktor explodiert - es war die weltweit größte Atomkatastrophe.

Russland hatte in den vergangenen Wochen verstärkt Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur geflogen. Durch die Attacken waren tausende Haushalte bei eisigen Temperaturen immer wieder ohne Strom und ohne Heizung. Ob die Stromausfälle am Samstag mit den russischen Angriffen zusammenhingen, war zunächst nicht bekannt.

Am Freitag hatte der Kreml bekanntgegeben, dass Präsident Wladimir Putin auf Bitte seines US-Kollegen Donald Trump zugestimmt habe, die Angriffe auf Kiew bis Sonntag einzustellen.

A.Little--TNT

Empfohlen

Autozulieferer Continental verkauft Industriegeschäft an Investmentgesellschaft

Der Autozulieferer Continental will seine Sparte Contitech an eine Tochter der Investmentgesellschaft Lone Star Funds verkaufen. Der mit der Käuferin vereinbarte Wert der Sparte mit dem Industriegeschäft und Kunststoffprodukten betrage "4,0 Milliarden Euro zuzüglich möglicher erfolgsabhängiger Komponenten von bis zu 250 Millionen Euro in den Folgejahren", erklärte Continental am Samstag. Das Unternehmen werde damit "zum ersten Mal in seiner Unternehmensgeschichte ein reiner Reifenhersteller sein".

So viele Anträge wie nie bei der Schlichtungsstelle Reise & Verkehr

Bei der Schlichtungsstelle Reise & Verkehr sind im ersten Halbjahr so viele Beschwerden über Verspätungen und Ausfälle von Flug- und Bahnreisen eingegangen wie noch nie: In den sechs Monaten bis Ende Juni erreichten rund 29.000 Schlichtungsanträge die Stelle - das sei ein bisheriger Höchststand, teilte sie am Samstag mit. Vier von fünf Anträge auf Schlichtung betreffen Flüge.

Behörde: Mehrere Gewässer in Norditalien in "kritischem Zustand"

Mehrere Gewässer in Norditalien befinden sich der Behörde des Flusses Po (ADBPO) zufolge aufgrund einer Dürre in einem "kritischen Zustand". "Der Würgegriff der Dürre zieht sich in Norditalien weiter zu", erklärte die ADBPO, die Italiens längsten Fluss überwacht, am Freitag in einer Stellungnahme. Die Wettervorhersage verheiße für die kommenden Tage nichts Gutes, erklärte die Behörde weiter.

Von der Leyen: Technische Probleme mit EU-Grenzkontrollen werden gelöst

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat eingeräumt, dass es im Zusammenhang mit den neuen automatisierten Grenzkontrollen der EU "noch viel zu tun" gibt. "Wir arbeiten mit den Mitgliedstaaten daran, dass diese technischen Probleme gelöst werden", versicherte sie am Freitag bei einer Pressekonferenz im irischen Cork. Die Kontrollen führen seit Ende vergangenen Jahres an europäischen Flughäfen zu langen Warteschlangen.

Textgröße ändern: