The National Times - Nexperia-Skandal: Amsterdamer Gericht könnte Ermittlungen einleiten

Nexperia-Skandal: Amsterdamer Gericht könnte Ermittlungen einleiten


Nexperia-Skandal: Amsterdamer Gericht könnte Ermittlungen einleiten
Nexperia-Skandal: Amsterdamer Gericht könnte Ermittlungen einleiten / Foto: © AFP/Archiv

Die politischen Spannungen mit China rund um den Halbleiterproduzenten Nexperia hatten sich weitgehend gelegt, doch nun beschäftigen die Probleme des Tochterunternehmens des chinesischen Wingtech-Konzerns die niederländische Justiz. Ein Gericht in Amsterdam prüft seit Mittwoch die Einleitung von Ermittlungen. Nexperia ist ein wichtiger Großlieferant von einfachen Halbleitern, die etwa in elektronischen Steuergeräten von Fahrzeugelektroniksystemen zum Einsatz kommen - und gehört seit 2018 zu Wingtech.

Textgröße ändern:

Die Niederlande hatten Nexperia im September unter Verweis auf Sicherheitsbedenken unter staatliche Kontrolle gestellt - und damit in Peking Empörung ausgelöst. Zudem suspendierte ein auf Unternehmensverfahren spezialisiertes Amsterdamer Gericht im Oktober den chinesischen Chef des Unternehmens, Zhang Xuezheng, und verwies dabei auf Bedenken hinsichtlich seiner Unternehmensführung.

China belegte Nexperia-Produkte daraufhin mit einem Exportverbot, was zu einem gravierenden Chip-Mangel vor allem bei Autozulieferern und -herstellern in Europa führte. Nexperia-Halbleiter werden zwar in Europa produziert, zur Weiterverarbeitung werden sie jedoch häufig nach China verschickt, bevor sie dann zu den europäischen Kunden reexportiert werden.

Im November lenkte die niederländische Regierung ein und setzte die staatliche Kontrolle über den Chip-Hersteller aus. Das Gericht könnte nun dennoch eine Untersuchung anordnen, wenn es "berechtigte Gründe gibt, an der Solidität der Politik und der Geschäftstätigkeit von Nexperia zu zweifeln", wie es erklärte. Insbesondere die europäischen Führungskräfte von Nexperia fordern, eine gründliche Untersuchung der Unternehmensführung und die dauerhafte Suspendierung des Chefs.

Sollte das Gericht Ermittlungen anordnen, kann es seine im Oktober getroffenen Entscheidungen zur Suspendierung von Zhang bestätigen oder abändern. Sollte das Gericht jedoch zu dem Schluss gelangen, dass keine Untersuchung nötig ist, verlieren die im Oktober getroffenen Entscheidungen ihre Gültigkeit.

J.Sharp--TNT

Empfohlen

Regierungskreise: Einigung auf neuen Tankrabatt und Spritpreisdeckel

Die schwarz-rote Koalition hat sich wegen der hohen Preise an den Zapfsäulen auf einen neuen Tankrabatt und einen Spritpreisdeckel geeinigt. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend aus Regierungskreisen erfuhr, soll der Tankrabatt bis Jahresende gelten. Für die Zeit danach ist ein Spritpreisdeckel geplant.

Kalifornien prüft "Notschalter" für Künstliche Intelligenz

In der Sicherheitsdebatte über Künstliche Intelligenz (KI) will der US-Bundesstaat Kalifornien eine Art Notschalter prüfen. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnete am Freitag ein Dekret, das als eine Möglichkeit zur Kontrolle von KI einen solchen "kill switch" vorsieht - also einen Mechanismus, der ein KI-System bei Gefahr stoppt oder isoliert. Eine Reihe von KI-Unternehmen sind im Silicon Valley in Kalifornien angesiedelt.

Volkswagen kappt Gewinnerwartung für 2026

Der Volkswagen-Konzern hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert. "Sondereffekte" würden das Konzernergebnis voraussichtlich um insgesamt rund zehn Milliarden Euro reduzieren, erklärte der Wolfsburger Konzern am Freitagnachmittag in einer Börsenmitteilung. Die Umsatzprognose behält VW demnach mit nun 315 Milliarden Euro im Wesentlichen bei, die Umsatzrendite reduziert sich jedoch auf nur ein Prozent statt der zuvor erwarteten 4,0 bis 5,5 Prozent.

Ex-OpenAI-Forscher: "Wir müssen die KI-Entwicklung im Wesentlichen abschalten"

Die führenden US-KI-Entwickler täuschen nach Auffassung des früheren OpenAI-Forschers Daniel Kokotajlo mit ihrer Forderung nach Regulierung für künstliche Intelligenz den Wunsch nach mehr Kontrolle nur vor. Anthropic, OpenAI, X und Google betrieben lediglich "Safety Washing", sagte Kokotajlo dem "Spiegel". Zugleich forderte der heutige Leiter des "AI Futures Project" im kalifornischen Berkeley die KI-Entwicklung von OpenAI oder Anthropic staatlich massiv einzuschränken. "Wir müssen die KI-Entwicklung im Wesentlichen abschalten."

Textgröße ändern: