The National Times - China verzeichnet 2025 Rekord-Handelsüberschuss

China verzeichnet 2025 Rekord-Handelsüberschuss


China verzeichnet 2025 Rekord-Handelsüberschuss
China verzeichnet 2025 Rekord-Handelsüberschuss / Foto: © AFP

Trotz deutlich gesunkener Exporte in die USA hat China 2025 einen Rekord-Handelsüberschuss von 1,2 Billionen Dollar verzeichnet. Die chinesischen Exporteure lieferten im Vergleich zum Vorjahr in Dollar gerechnet 5,5 Prozent mehr Waren an Handelspartner in aller Welt, wie am Mittwoch aus Zahlen des Zolls hervorging. Die Importe blieben zugleich auf einem ähnlichen Niveau, so dass das Handelsvolumen nach Angaben des chinesischen Vize-Zollministers Wang Jun einen "neuen historischen Höchststand" erreicht.

Textgröße ändern:

Exporte sind traditionell der Antrieb der chinesischen Volkswirtschaft. Der Handelsstreit zwischen Washington und Peking, in dessen Verlauf beide Seiten zwischenzeitlich Zollsätze in dreistelliger Höhe erhoben, führte zu einem Einbruch der chinesischen Exporte in die USA um 20 Prozent. Die Importe aus den USA fielen um 14,6 Prozent.

Andere Länder machten den Exporteinbruch mehr als wett: Lieferungen an die Mitglieder des südostasiatischen Staatenbundes Asean kletterten gegenüber 2024 um 13,4 Prozent. In afrikanische Länder lieferten die chinesischen Unternehmen sogar 25,8 Prozent mehr Waren. Auch die Ausfuhren in die Europäische Union stiegen (plus 8,4 Prozent), während die Einfuhren aus der EU abnahmen.

Vize-Zollminister Wang Jun sprach bei einer Pressekonferenz von einem "neuen historischen Höchststand" des Handelsvolumens. Der Gesamtwert der Warenimporte und -exporte kletterte demnach 2025 gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent in Yuan, 3,2 Prozent in Dollar gerechnet. Wang spielte auch auf die Handelskonflikte des vergangenen Jahres an: "Gewisse Länder haben Handelsfragen politisiert und Hightech-Exporte nach China eingeschränkt", sagte der Vize-Zollminister. "Hätten sie das nicht getan, hätten wir mehr importiert", fügte er hinzu. Trotz des Zollstreits machte der Handel mit den USA nach Zollangaben 8,8 Prozent des gesamten Außenhandels Chinas aus.

Die EU ist besorgt über das Ungleichgewicht im Handel mit China - sie fürchtet, dass der chinesische Produktionsüberschuss auf ihren Märkten landet und drängt Peking seit langem dazu, den Binnenkonsum anzukurbeln. Während das Handelsaufkommen Chinas wächst, kämpft das Land mit einem schwächelnden Inlandskonsum sowie mit hoher Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen, der alternden Bevölkerung und einer Schuldenkrise im Immobiliensektor des Landes.

Für 2026 stellte Wang Jun eine weitere Öffnung des chinesischen Marktes in Aussicht. Dieser werde "weiterhin eine Chance für die ganze Welt darstellen", fügte er hinzu. 2025 hatte mit einem starken Wachstum geendet: Im Dezember nahmen die Exporte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,6 Prozent zu, die Importe um 5,7 Prozent.

"Wir gehen davon aus, dass diese Widerstandsfähigkeit 2026 fortsetzt", teilte der auf China spezialisierte Ökonom Zichun Huang von Capital Economics mit. "Ein Risiko für die Exportaussichten besteht darin, dass der Handelsfrieden mit den USA nicht von Dauer ist", fuhr er fort. Die Drohung des US-Präsidenten Donald Trump, "Ländern, die mit dem Iran Handel treiben, einen Zoll von 25 Prozent aufzuerlegen, unterstreicht das Potenzial für erneute Handelsspannungen".

Chinas Staatschef Xi Jinping und Trump hatten Ende Oktober bei einem Gipfeltreffen in Südkorea eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen beiden Ländern erreicht. Bis die Einigung Ende nächsten Jahres ausläuft, sollen Vertreter beider Länder eine langfristige Lösung aushandeln - Experten gehen allerdings davon aus, dass dies schwierig wird.

Trump hatte am Montag angesichts der Gewalt gegen Demonstrierende im Iran Strafzölle gegen Handelspartner des Landes verhängt. Die wichtigsten Handelspartner des Iran sind laut der Datenbank Trading Economics China, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak.

S.Clarke--TNT

Empfohlen

Medikamente zu teuer: Kasse sieht Milliarden-Einsparpotenzial

Die finanziell angeschlagenen gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland sehen ein milliardenschweres Einsparpotenzial bei den Ausgaben für Arzneimittel. Im internationalen Vergleich seien deutsche Medikamentenpreise zu hoch, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Bereits bei den 30 umsatzstärksten Medikamenten ließen sich durch Angleichungen an das internationale Preisniveau jährlich rund 4,37 Milliarden Euro an Arzneimittelausgaben für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) einsparen.

Wegen Steuererhöhungen: Ryanair will tausende Flüge in Belgien streichen

"Dummes Belgien": Die Billigfluggesellschaft Ryanair schimpft auf geplante Steuererhöhungen im deutschen Nachbarland und will deshalb tausende Flüge streichen. Das Unternehmen werde in diesem Jahr 1,1 Millionen weniger Flugtickets mit Start oder Ziel am Flughafen Charleroi verkaufen, sollte die belgische Regierung geplante Steuererhöhungen nicht zurücknehmen, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Mittwoch in Brüssel. 2027 könne eine weitere Million Passagiere wegfallen.

Stabilität der weltweiten Arbeitsmärkte laut UN-Bericht "fragil"

Die globalen Arbeitsmärkte haben die jüngsten wirtschaftlichen Schocks nach Einschätzung der Internationale Arbeitsorganisation (ILO) besser als erwartet überstanden und bleiben 2026 voraussichtlich stabil. Dies dürfe jedoch nicht über einen gravierenden Mangel an menschenwürdigen Arbeitsplätzen hinwegtäuschen, warnte die Sonderorganisation der Vereinten Nationen am Mittwoch in Genf. Zudem wies die ILO auf Risiken im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) und den aktuellen Handelsspannungen hin.

Ausschusschef: Extremistische Vorfälle erschweren Rekrutierung neuer Soldaten

Der Vorsitzende des Bundeswehr-Verteidigungsausschusses Thomas Röwekamp (CDU) sieht durch die rechtsextremistischen und sexistischen Vorfällen bei den Fallschirmjägern im westpfälzischen Zweibrücken die Fähigkeit der Bundeswehr gefährdet, zusätzliche Soldaten zu rekrutieren. "Diese Vorfälle und die Reaktionen darauf schaden dem Ansehen der Bundeswehr und der Soldatinnen und Soldaten", sagte Röwekamp dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) nach Angaben vom Mittwoch. "Und sie gefährden die Bereitschaft, sich in den Dienst unserer Truppe zu stellen."

Textgröße ändern: