The National Times - Massiver Stellenabbau: Zalando schließt Logistikzentrum in Erfurt

Massiver Stellenabbau: Zalando schließt Logistikzentrum in Erfurt


Massiver Stellenabbau: Zalando schließt Logistikzentrum in Erfurt

Der Mode-Versandhändler Zalando schließt sein Logistikzentrums in Erfurt in Thüringen. Dort arbeiten bislang 2700 Menschen - rund ein Sechstel der gesamten Belegschaft des Unternehmens. Zalando sprach am Donnerstag von einer "schwierigen, aber notwendigen Entscheidung" und verwies auf eine strukturelle Neuaufstellung seines europaweiten Logistiknetzwerkes. Aus der Politik kam scharfe Kritik.

Textgröße ändern:

Zalando erklärte, es gehe darum, "die sich uns bietenden Marktchancen optimal zu nutzen". Vor diesem Hintergrund sei das gemeinsame Logistiknetz mit dem Versandhändler About You, den Zalando im vergangenen Jahr übernommen hatte, "gründlich überprüft" worden. Neben der Schließung des Standorts Erfurt laufen auch die Verträge mit externen Dienstleistern für drei Standorte außerhalb Deutschlands aus.

Thüringens ehemaliger Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kritisierte die Entscheidung als "brutalen Raubtier-Kapitalismus". "Mit viel staatlichem Geld und massiver Unterstützung des Landes Thüringen war der Standort Erfurt von Zalando aufgebaut worden", erklärte er. Nun habe das Unternehmen die Konkurrenz geschluckt und schließe Standorte, um Millionengewinne zu generieren.

"Ich bedauere diese Entscheidung zutiefst, vor allem, weil wir keine Chance hatten, sie zu beeinflussen", erklärte Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU). "Eine frühere Beteiligung der Stadt an dieser Entscheidung des Konzerns hätte ich mir dringend gewünscht." Das Unternehmen habe ihm aber versichert, dass es nicht an den Rahmenbedingungen in Erfurt und Ostdeutschland gelegen habe.

Mittelfristig plant Zalando mit mehr Logistikzentren als aktuell. Von heute zwölf soll deren Zahl auf 14 anwachsen. Vorgesehen ist unter anderem die Eröffnung eines neuen Standorts in Gießen in diesem Sommer; dort sollen laut Unternehmen 1700 Arbeitsplätze entstehen.

Zalando wurde 2008 gegründet und ist europäischer Marktführer im Online-Bekleidungshandel. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 16.000 Menschen, knapp die Hälfte davon in Berlin.

G.Waters--TNT

Empfohlen

SPD-Spitze will sich gegen Abbau des Sozialstaats stemmen

Die Führung der SPD will sich bei notwendigen Reformen zur Stärkung der Wirtschaft gegen eine Schwächung des Sozialstaats stemmen. "Ich werde mich nicht einreihen in den Chor derjenigen, die sagen, mit weniger Sozialstaat kriegen wir mehr Wirtschaftswachstum", sagte SPD-Ko-Chef Lars Klingbeil am Freitag in Berlin. Die Ko-Parteivorsitzende und Arbeitsministerin Bärbel Bas betonte, ein starker Sozialstaat sei nötig, "weil er Sicherheit gibt für viele Menschen, die jetzt unter Druck stehen, die Angst haben, ihren Arbeitsplatz zu verlieren".

EU-Botschafter stimmen über lang aufgeschobenes Mercosur-Abkommen ab

In Brüssel sind am Freitagmorgen die Vertreter der 27 EU-Länder zusammengekommen, um unter anderem über das lang aufgeschobene Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten abzustimmen. Es wird erwartet, dass die notwendige Mehrheit der 27 Mitgliedstaaten für die Vereinbarung votiert, über die mehr als 25 Jahre verhandelt wurde. Landwirte haben unterdessen erneut Proteste gegen den Abschluss des Abkommen angekündigt, unter anderem in Frankreich.

Winterchaos durch Wintersturm "Elli": Bahn stellt Fernverkehr im Norden ein

Wegen des Wintersturms "Elli" hat die Deutsche Bahn ihren Fernverkehr in Norddeutschland am Freitag vorübergehend eingestellt. Das teilte der Konzern in Berlin mit. Aufgrund der Witterungsbedingungen sei der gesamte Schienenverkehr im Großraum Hannover "bis mindestens heute Mittag" unterbrochen worden. Damit sei eines der bundesweit wichtigsten Drehkreuze betroffen "und der Fernverkehr im Norden Deutschlands nicht mehr möglich".

Deutschlands Exporte im November gesunken - Erneut weniger Waren in die USA ausgeführt

Deutschlands Exporte sind im November gesunken. Sie gingen im Vergleich zum Vormonat um 2,5 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Die Importe dagegen nahmen leicht um 0,8 Prozent zu.

Textgröße ändern: