The National Times - Koalitionsausschuss: Forderungen nach verbindlichen Entscheidungen zur Rente

Koalitionsausschuss: Forderungen nach verbindlichen Entscheidungen zur Rente


Koalitionsausschuss: Forderungen nach verbindlichen Entscheidungen zur Rente

Rente, Verbrenner, Heizungsgesetz: Zum zweiten Mal in diesem Monat kommt am Donnerstagabend in Berlin der Koalitionsausschuss zusammen. Fokus des Treffens der Spitzen von Union und SPD im Kanzleramt dürften der Streit um das Rentenpaket von Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) sowie die Debatte um das Verbrenner-Aus auf EU-Ebene sein - hier hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine Koalitionseinigung angekündigt.

Textgröße ändern:

Unions-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) rief vor dem für gegen 20.00 Uhr geplanten Treffen alle Seiten im Rentenstreit zur Kompromissbereitschaft auf. "Es brauchen alle eine Offenheit für Kompromisse", sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Dies gelte für die Unionsabgeordneten, "aber auch für den Koalitionspartner" SPD. Bilger verwies dabei auch auf die knappen Mehrheitsverhältnisse für die schwarz-rote Regierung im Bundestag.

Die Koalition ringt seit Wochen um eine Lösung in der Rentenfrage. Hintergrund ist die Drohung vor allem jüngerer Unionspolitiker den vorliegenden Gesetzentwurf zur Stabilisierung des Rentenniveaus zu blockieren. Sie kritisieren, dass die Pläne auch über das Jahr 2031 fortwirken und damit über die Vereinbarung im Koalitionsvertrag hinausgingen - mit Zusatzkosten zulasten der jüngeren Generationen von rund 120 Milliarden Euro bis zum Jahr 2040.

Bilger erinnerte daran, dass im Rentenpaket auch die von der Union geforderte Aktivrente für das Arbeiten im Alter enthalten sei. Das ab dem 1. Januar geplante Vorhaben sei wichtig, "um die Wirtschaft zu beleben", sagte der CDU-Politiker im ZDF. "Deswegen gibt es schon einen gewissen Zeitdruck, dass wir in diesem Jahr zu einem Ergebnis kommen." Aus diesem Grund sei es aus seiner Sicht in der Rentendebatte auch "eher schwierig, über eine Verschiebung ins kommende Jahr zu sprechen".

Das hatte zuletzt der Vorsitzende der Jungen Gruppe, Pascal Reddig, vorgeschlagen. Er forderte nun Verbindlichkeit vom Koalitionsausschuss: Andernfalls werde die Junge Gruppe der Union im Bundestag dem Rentenpaket in seiner jetzigen Form nicht zustimmen, sagte er im Podcast Table.Today. "Entweder wir beschließen jetzt das Rentenpaket ohne Vorfestlegung, weil wir substanzielle Veränderungen am Gesetzentwurf vornehmen, oder wir finden einen Weg, der Reformen im nächsten Jahr verbindlich ermöglicht, oder einen Weg, der vielleicht sogar schon jetzt das Rentenpaket und eine Reform gleichzeitig ermöglicht."

Aus der Union und von der SPD kamen zuletzt stets Verweise darauf, dass das Rentenpaket einstimmig im Kabinett beschlossen worden sei. Größere Reformen solle eine Rentenkommission anstoßen und schon im kommenden Jahr Vorschläge machen. Das vermochte die kritischen Unionsabgeordneten aber bislang nicht zu besänftigen.

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) zeigte zwar Verständnis für das Anliegen der Jungen Gruppe. "Aber wir müssen jetzt nicht die Aufgaben von 2032 lösen, sondern die Probleme von 2025", sagte er dem "Stern". Dafür brauche die Union "Geschlossenheit in den eigenen Reihen". Voigt forderte die Vertreter der Jungen Gruppe zudem auf, in der Reformkommission mitzuarbeiten.

"Die Debatte, die wir hier führen bei der Rente, ist in Wirklichkeit kein Generationenkonflikt zwischen Jung und Alt, sondern der Konflikt verläuft hier zwischen Arm und Reich", sagte dazu Bayerns Juso-Chef Benedict Lang dem Bayerischen Rundfunk. Es müssten alle Bevölkerungsgruppen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, "auch Beamte, auch Politikerinnen und Politiker".

Auch zum Verbrenner dürften sich die Koalitionsspitzen am Abend austauschen. Er werde im Nachgang des Koalitionsausschusses einen Brief an die EU-Kommission adressieren, in welchem er "eine geeinte Position" der Bundesregierung mitteilen werde, hatte Merz dazu am Mittwoch bereits angekündigt.

Nach geltenden EU-Regeln dürfen Neuwagen ab 2035 kein CO2 mehr ausstoßen. De facto könnten Autos mit Verbrennermotor dann nicht mehr neu zugelassen werden. Die EU-Kommission prüft derzeit eine Überarbeitung des Gesetzes und will in zwei Wochen entsprechend Vorschläge vorlegen. Die Bundesregierung hat bisher aber noch keine abgestimmte Position dazu.

A.M.James--TNT

Empfohlen

Haushaltsstreit: Trump will ICE-Mitarbeiter an Flughäfen einsetzen

Im Streit um die Bezahlung des Sicherheitspersonals an Flughäfen hat US-Präsident Donald Trump einen baldigen Einsatz von Mitarbeitern der Einwanderungsbehörde ICE in Aussicht gestellt. Sollten die oppositionellen Demokraten nicht umgehend eine Vereinbarung im Haushaltsstreit unterzeichnen, werde er die "brillanten und patriotischen ICE-Mitarbeiter an die Flughäfen versetzen", schrieb Trump am Samstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Dort würden sie "für Sicherheit sorgen, wie man es noch nie zuvor gesehen hat".

Trump: Iran hat 48 Stunden für Öffnung von Straße von Hormus - Sonst werden Kraftwerke zerstört

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran ein Ultimatum von 48 Stunden für die Öffnung der Straße von Hormus gesetzt und andernfalls mit einer Zerstörung der Energieanlagen des Landes gedroht. "Wenn der Iran die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden ab genau diesem Zeitpunkt vollständig und ohne Bedrohung öffnet, werden die USA seine verschiedenen Kraftwerke angreifen und zerstören", erklärte Trump am Samstagabend (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social.

BKA-Präsident Münch offen für strengere Altersgrenzen bei Social-Media-Nutzung

BKA-Präsident Holger Münch ist offen für strengere Altersgrenzen bei der Social-Media-Nutzung. "In den sozialen Netzwerken gibt es bis heute keinen Jugendschutz", sagte Münch den Zeitungen der Funke Mediengruppe in einem am Samstag veröffentlichten Interview. Er halte die Debatte um Altersbeschränkungen daher für "nachvollziehbar".

US-Jury: Elon Musk hat Aktionäre vor dem Kauf von Twitter getäuscht

Der Tech-Multimilliardär Elon Musk hat nach Auffassung einer US-Jury vor seinem Kauf von Twitter im Jahr 2022 die Aktionäre des Onlinedienstes getäuscht, um den Aktienkurs des Unternehmens zu drücken. Das nach einem dreiwöchigen Prozess vor einem Bundesgericht in San Francisco am Freitag gefällte Urteil bedeutet, dass der reichste Mann der Welt zu Schadenersatzzahlungen in Milliardenhöhe verpflichtet werden könnte. Musk will das Urteil jedoch anfechten.

Textgröße ändern: