The National Times - Regierung will mit neuer Gigabitstrategie digitale Infrastruktur voranbringen

Regierung will mit neuer Gigabitstrategie digitale Infrastruktur voranbringen


Regierung will mit neuer Gigabitstrategie digitale Infrastruktur voranbringen
Regierung will mit neuer Gigabitstrategie digitale Infrastruktur voranbringen / Foto: © AFP/Archiv

Ein Glasfaseranschluss in jedem Haus bis 2030, schnelles mobiles Internet "überall dort, wo Menschen leben, arbeiten oder unterwegs sind": Um diese Ziele zu erreichen, hat die Regierung am Mittwoch ihre sogenannte Gigabitstrategie verabschiedet. Genehmigungsverfahren sollen vereinfacht und digitalisiert werden, neue Verlegetechniken beim Ausbau des Glasfasernetzes zum Einsatz kommen. Kritik gab es am Förderkonzept der Bundesregierung.

Textgröße ändern:

"Home-Office, Streaming im ICE und Empfang auf der Berghütte müssen endlich problemlos möglich sein", erklärte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) am Mittwoch. Die neue Strategie schaffe "die Bedingungen, um den Ausbau schneller und effizienter zu machen", versprach er.

Die Gigabitstrategie sieht etwa die Beschleunigung und Digitalisierung von Genehmigungsverfahren für den Bau von Mobilfunkmasten und -antennen vor. Ab Ende 2022 sollen alle Bundesländer über ein entsprechendes digitales Antragsportal verfügen.

Mit den digitalen Anträgen soll der Ausbau deutlich schneller gehen, denn der bürokratische Aufwand sei bisher hoch, erklärte Wissings Ministerium. So dauere es im Schnitt vier Monate, bis ein entsprechender Antrag bearbeitet sei, insgesamt seien rund 12.000 verschiedene Behörden für unterschiedliche Anträge und Formulare zuständig.

Mit Pilotprojekten und Maßnahmen zur Standardisierung von neuen Verlegetechniken will die Bundesregierung zudem den Ausbau des Glasfasernetzes beschleunigen. Auch die finanzielle Förderung des Bundes beim Ausbau des Glasfasernetzes soll optimiert werden: So soll im Rahmen einer Untersuchung festgestellt werden, wo genau Investitionslücken bestehen. Ergebnisse sollen bis Ende des Jahres vorliegen, das bisherige Förderverfahren soll indes beibehalten werden.

Eine breitere staatliche Förderung des Internet- und Mobilfunkausbaus hatten Branchen- und Industrieverbände zuvor abgelehnt. "Förderung sollten nur diejenigen Regionen erhalten, für die es keine alternative Ausbauperspektive gibt", erklärte der Bundesverband der Deutschen Industrie. "Eine überzogene Förderung würde die ohnehin schon knappen Baukapazitäten blockieren und damit knappes Steuergeld binden, statt private Investitionen zu aktivieren", hieß es seitens des Digitalverbands Bitkom.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mahnte eine zügige Umsetzung der Strategie an. "Die Bundesregierung sollte in diesem Tempo weitergehen, sodass weiße und graue Flecken in Deutschland bald der Vergangenheit angehören", erklärte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae. Es sei deshalb wichtig, dass die Normierung für neue Verlegetechniken "zeitnah vorgelegt wird und in Anwendung kommt".

I.Paterson--TNT

Empfohlen

Urteil: Meta haftet für Fake-Werbung auf Instagram und Facebook

Wenn unbekannte Dritte in betrügerischer Absicht das Logo eines Unternehmens und Bilder seines bekannten Gründers auf Instagram oder Facebook für Werbung nutzen, haftet das Mutterunternehmen Meta unter anderem auf Unterlassung und Schadensersatz. Das hat die Wettbewerbskammer des Landgerichts Frankfurt am Main am Mittwoch entschieden (Az.: 2-06 O 234/25).

Carney begrüßt "neue Allianz" mit der EU und weist Kritik Trumps zurück

Trotz Störfeuers aus den USA streben Kanada und die EU eine "neue Allianz" an. Der kanadische Premierminister Mark Carney sprach bei einer Rede im EU-Parlament in Straßburg von einer "Wahlverwandtschaft" zwischen Kanada und der EU und schlug "eine enge Zusammenarbeit über das gesamte Spektrum strategischer Fähigkeiten hinweg" vor. Angesichts der Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Vertiefung der EU-kanadischen Partnerschaft verbat Carney sich jegliche Einmischung in die Außen- und Handelspolitik seine Landes.

Neptun-Werft in Rostock profitiert von weiterem Großauftrag für Offshore-Konverter

Drei Monate nach der Verkündung eines milliardenschweren Auftrags zum Bau einer Konverterplattform für die Netzanbindung von Windkraft auf See ist ein weiterer Großauftrag für die Rostocker Neptun-Werft unter Dach und Fach. Wie der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz am Donnerstag mitteilte, wurden die Verhandlungen über den Bau eines zweiten Offshore-Konverters "erfolgreich abgeschlossen". Die IG Metall Küste reagierte erfreut.

Essen im Restaurant: Senkung der Mehrwertsteuer führt nicht zu niedrigeren Preisen

Die seit Jahresbeginn abgesenkte Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants hat laut einer Studie im Auftrag der Gastro-Gewerkschaft NGG nicht zu niedrigeren Preisen für Verbraucherinnen und Verbraucher geführt. Nur ein Prozent der untersuchten Gerichte wurde günstiger, wie aus der am Donnerstag in Berlin vorgestellten Studie hervorgeht. Gleichzeitig gingen viele Beschäftigte der Branche angesichts einer hohen Arbeitsbelastung zunehmend "auf dem Zahnfleisch", kritisierte die Gewerkschaft.

Textgröße ändern: