The National Times - 850 Beamte bei großangelegter Razzia: Ermittlungen wegen Schwarz- und Zwangsarbeit

850 Beamte bei großangelegter Razzia: Ermittlungen wegen Schwarz- und Zwangsarbeit


850 Beamte bei großangelegter Razzia: Ermittlungen wegen Schwarz- und Zwangsarbeit
850 Beamte bei großangelegter Razzia: Ermittlungen wegen Schwarz- und Zwangsarbeit / Foto: © AFP/Archiv

In Bayern laufen großangelegte Ermittlungen wegen des Verdachts der Schwarz- und Zwangsarbeit gegen ein Netz aus 14 Firmen des Reinigungs- und Abbruchgewerbes. Wie die Staatsanwaltschaft München I am Freitag mitteilte, rückten bereits am Mittwoch und Donnerstag rund 850 Einsatzkräfte von Zoll, Steuerfahndung und Polizei zu diversen Razzien an mehr als 90 Objekten in Bayern und mehreren anderen Bundesländern an. Vier Hauptbeschuldigte wurden dabei festgenommen, ein fünfter Verdächtiger wurde zudem in Rumänien gefasst.

Textgröße ändern:

Laut Staatsanwaltschaft soll allein die von den Hauptbeschuldigten geleitete Firma durch Ausbeutung von Arbeitskräften samt Veruntreuung von Löhnen, Steuerhinterziehung und anderen Delikten einen Schaden von mehr als 6,8 Millionen Euro verursacht haben. Die Summe der Schäden für den Staat durch diese und die 13 weiteren Unternehmen, die sie als Servicefirmen beauftragte, beläuft sich den Angaben zufolge auf über sieben Millionen Euro.

Das Unternehmen der Hauptbeschuldigten ist demnach "im lohnintensiven Bereich" von Gebäude- und Baustellenreinigung, Abbrucharbeiten sowie Gebäudeüberwachung tätig. Von den beauftagten Subunternehmen bezog es nach Erkenntnissen der Ermittler Scheinrechungen, um die Zahlung von illegalen Schwarzlöhnen zu verschleiern. Dazu kommen weitere Vorwürfe: So stießen Polizisten bei der Durchsuchung einer Arbeiterunterkunft der Staatsanwaltschaft München zufolge auf "menschenunwürdige Bedingungen".

Die Beschäftigten, unter denen sich auch zwei Minderjährige befanden, waren demnach in engen Mehrbettzimmern in einem Keller ohne fließendes Wasser und ohne funktionierende Toiletten untergebracht. Teils wurden sie "weit unter dem Mindestlohn bezahlt", mussten länger als zulässig arbeiten, waren nicht zur Sozialversicherung angemeldet und zahlten für die Unterkunft "erheblich überhöhte Mieten". Die Ermittlungen laufen deshalb unter anderem auch wegen Menschenhandels sowie Zwangsarbeit.

Die Firmen sind in München und Umgebung angesiedelt. Durchsucht wurden am Mittwoch und Donnerstag aber auch Objekte in anderen bayerischen Regionen sowie in Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Die Maßnahmen zielten auf Privat- und Geschäftsräume, Arbeiterunterkünfte und Kanzleien nicht beschuldigter Steuerberater.

Bei den fünf Hauptbeschuligten handelt es sich um vier Männer und eine Frau mit serbischer, italienischer und rumänischer Staatsangehörigkeit. Sie kamen nach der Festnahme in Untersuchungshaft. Ingesamt richten sich die Ermittlungen gegen 18 Verdächtige. Bei den Razzien wurde Vermögen im Gesamtwert von 6,7 Millionen Euro beschlagnahmt. Außerdem fanden Beamten zahlreiche Unterlagen und digitale Speichermedien als Beweismittel.

C.Bell--TNT

Empfohlen

Bericht: Geheime Technik von US-Tarnkappenjet F-35 nach Hongkong umgeleitet

Geheime Technik des hochmodernen US-Tarnkappenjets F-35 ist einem Medienbericht zufolge womöglich China in die Hände gefallen. Die Plattform Politico berichtete am Freitag, dass eine Ladung mit Teilen des Flugzeugs, darunter die Cockpithaube mit der Tarnkappentechnologie, auf dem Weg von Australien in die USA nach Hongkong umgeleitet wurde und seither als vermisst gilt. Der Tarnkappen-Jet F-35 gilt als das modernste Kampfflugzeug der Welt, erst am Freitag nahm Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) den ersten Jet für die Bundeswehr in Empfang.

Neuer Chef der Meyer Werft sieht Kreuzfahrtschiffbauer auf gutem Kurs

Der neue Chef der Meyer Werft, André Walter, sieht das finanziell angeschlagene Traditionsunternehmen auf einem guten Kurs. "Die Werft hatte finanzielle und wirtschaftliche Probleme, das ist bekannt. Aber es gibt einen klaren Plan, um da herauszukommen, und den arbeiten wir jetzt konsequent ab", sagte der 60-Jährige ehemalige Airbus-Manager der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ, Samstagsausgabe). Der Kreuzfahrtschiffbauer habe eine "sehr gute Zukunftsperspektive".

Google-KI Gemini hat während eines Tests Cyberattacken ausgeführt

Inmitten der Debatte über die Gefahren durch die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) hat auch Google einen Sicherheitsvorfall beim Test seines KI-Modells Gemini gemeldet. Gemini habe Cyberangriffe auf mehrere Websites ausgeführt, teilte die Google-Managerin Heather Adkins am Freitag der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Hackerangriffe, die sich im Mai ereignet hatten, waren im Juli von Google entdeckt worden. Zunächst hatte das "Wall Street Journal" über die Vorfälle berichtet.

Grüne kritisieren Tankrabatt als "Wahnsinn"

Die Grünen im Bundestag haben die Einigung zwischen Bund und Länder auf einen Tankrabatt von 17 Cent bis Jahresende als "Wahnsinn" kritisiert. "Der Tankrabatt ist zurück. Was für ein Wahnsinn", sagte Fraktionsvize Andreas Audretsch den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Samstagsausgaben). "Das Geld muss im Geldbeutel der Menschen ankommen, nicht in den Taschen der Ölkonzerne", fügte er hinzu.

Textgröße ändern: