The National Times - Europäische Textilhersteller fordern EU-Vorgehen gegen Billigmode aus China

Europäische Textilhersteller fordern EU-Vorgehen gegen Billigmode aus China


Europäische Textilhersteller fordern EU-Vorgehen gegen Billigmode aus China
Europäische Textilhersteller fordern EU-Vorgehen gegen Billigmode aus China / Foto: © AFP

Europäische Textilhersteller wollen die EU-Kommission zu einem härteren Vorgehen gegen Billigmode-Anbieter aus China auffordern. Der Verband Euratex sowie mehrere nationale Herstellerverbände wollen am Dienstag ein entsprechendes Schreiben an die EU-Kommission richten, das der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag. Sie fordern darin "Notfallmaßnahmen" gegen sogenannte Fast Fashion.

Textgröße ändern:

Die europäischen Hersteller werfen der billigeren Konkurrenz von Anbietern wie Shein und Temu vor, gegen eine Reihe europäischer Vorschriften zu verstoßen. Dabei geht es den Verbänden zufolge um "Mehrwertsteuerbetrug, die Verletzung geistiger Eigentumsrecht und irreführende Behauptungen", die Kundinnen und Kunden täuschen sollen.

Die Plattform Shein wurde in China gegründet und hat ihren Sitz inzwischen in Shanghai. Temu ist eine US-Tochter des chinesischen Konzerns PDD. Beide bieten online Kleidung und weitere Produkte zu extrem niedrigen Preisen an. Damit übten sie einen "unhaltbaren Druck auf europäische Unternehmen" aus, erklären die Verbände in ihrem Schreiben an die EU-Kommission.

Die EU-Verbraucherschutzbehörden ermitteln bereits gegen die beiden Unternehmen, nachdem sich Verbraucherschützern zufolge die Kundenbeschwerden wegen mangelnder Qualität der Artikel oder irreführender Rücksendeangaben gehäuft hatten. Sie werfen den Unternehmen zudem vor, Kundinnen und Kunden mit falschen Rabatten zu täuschen, bei denen etwa ein fiktiver Ausgangspreis als Vergleich diene.

Im Falle von Temu stellte die EU-Kommission Ende Juli zudem vorläufig Verstöße gegen die europäischen Digitalgesetze fest. Bestätigen sich die Ergebnisse, droht dem Unternehmen ein hohes Bußgeld. Die europäischen Verbände fordern in ihrem Schreiben nun, die Kommission solle "die laufenden Ermittlungen beschleunigen und die schwersten Strafen verhängen", die im Gesetz vorgesehen seien.

Außerdem verlangen sie eine rasche Umsetzung einer geplanten Reform der europäischen Zollpolitik. Die EU-Kommission will damit eine Ausnahme für Päckchen im Wert von weniger als 150 Euro abschaffen, die bislang zollfrei in die EU verschifft werden dürfen. Ohne diese Ausnahme würden Zölle auf die oft kleinen Bestellungen bei Shein und Temu fällig.

Brüssel plant zudem eine pauschale Gebühr in Höhe von zwei Euro auf Päckchen aus Ländern außerhalb der EU, die an private Haushalte gehen. Diese Vorschläge sind allerdings noch nicht beschlossen, das Europaparlament und die 27 EU-Länder müssen die Gesetze noch aushandeln.

S.Lee--TNT

Empfohlen

Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsinstitute: Wachstumsprognose mehr als halbiert

Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für 2026 angesichts der durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Energiepreise mehr als halbiert. Sie erwarten für das laufende Jahr eine Zunahme der deutschen Wirtschaftsleistung von 0,6 Prozent und für 2027 um 0,9 Prozent, wie am Mittwoch aus dem Frühjahrsgutachten der fünf Institute hervorging. Im Herbst hatten die Ökonomen noch mit einem Wachstum von 1,3 beziehungsweise 1,4 Prozent gerechnet.

Vorläufige Berechnung: 53 Prozent Strom aus Erneuerbaren im ersten Quartal

Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen hat im ersten Quartal vorläufigen Zahlen zufolge 53 Prozent des deutschen Stromverbrauchs gedeckt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Anstieg um fast sechs Prozentpunkte, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Mittwoch mitteilte. Allerdings liegt der Anstieg auch daran, dass das Vergleichsquartal 2025 sehr windarm ausgefallen war.

Greenpeace: Krisengewinne der Mineralölkonzerne vor allem in reicheren Ländern

Die Mineralölkonzerne haben durch den Krieg in Nahost einer Untersuchung im Auftrag von Greenpeace zufolge besonders in reicheren europäischen Ländern deutliche Gewinnsteigerungen erzielt. In Europa seien die Margen bei Diesel deutlich gestiegen, am stärksten in den Niederlanden, gefolgt von Schweden, Dänemark, Österreich und Deutschland, wie Greenpeace am Mittwoch mitteilte. "In kleineren Ländern mit weniger Kaufkraft wie der Slowakei, Ungarn oder Irland sind die Margen seit Kriegsbeginn im gleichen Zeitraum hingegen deutlich geschrumpft."

Oberstes US-Gericht: "Christliche Therapie" gegen sexuelle Orientierung erlaubt

In Deutschland sind sogenannte Konversionstherapien zur Änderung der sexuellen Orientierung unter anderem bei Homosexuellen verboten - das Oberste Gericht in den USA hat dagegen am Dienstag in einem Modellfall zugunsten einer evangelikalen Therapeutin entschieden, die durch ein ähnliches Verbot ihr Recht auf Meinungsfreiheit verletzt sah. Das Urteil gilt als Rückschlag für die Rechte sexueller Minderheiten.

Textgröße ändern: