The National Times - Viele Gastwirte erwarten Verluste - Absenkung der Mehrwertsteuer soll helfen

Viele Gastwirte erwarten Verluste - Absenkung der Mehrwertsteuer soll helfen


Viele Gastwirte erwarten Verluste - Absenkung der Mehrwertsteuer soll helfen
Viele Gastwirte erwarten Verluste - Absenkung der Mehrwertsteuer soll helfen / Foto: © AFP

Die Kosten sind stark gestiegen, die Umsätze schrumpfen: Das Gastgewerbe in Deutschland rechnet mit dem sechsten Verlustjahr in Folge. "Viele Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand", sagte am Dienstag der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Guido Zöllick. Er forderte von der Bundesregierung, die versprochene Absenkung des Mehrwertsteuersatzes auf Speisen im Restaurant rasch umzusetzen - und das dauerhaft.

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Im ersten Halbjahr 2025 lag der Umsatz der Hotels und Gaststätten preisbereinigt rund 15 Prozent unter dem des Vor-Corona-Jahrs 2019, verwies der Verband auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 betrug das Umsatzminus real 3,7 Prozent. Besonders stark war der Rückgang in der Gastronomie mit 4,1 Prozent.

"Die Leute gehen seltener essen, sie bestellen günstigere Gerichte oder verzichten auf die Vorspeise", schilderte Zöllick die Lage. Gleichzeitig seien die Kosten seit Januar 2022 stark gestiegen - für Personal etwa um rund 34 Prozent, für Lebensmittel um rund 27 Prozent. "Manche Gastwirte bringen kein Kalbsschnitzel mehr auf den Tisch."

Laut einer Umfrage des Dehoga unter knapp 4000 Mitgliedsbetrieben befürchten fast 40 Prozent, in diesem Jahr in die Verlustzone zu geraten. Für den Zeitraum Januar bis Juli meldeten die Betriebe demnach einen Nettoumsatzrückgang um 8,9 Prozent, und die Buchungen für August und September stellten sich für eine Mehrheit nur "befriedigend" oder schlechter dar.

Zöllick mahnte angesichts dieser Entwicklung die von der Bundesregierung beabsichtigte Absenkung des Mehrwertsteuersatzes auf Speisen in der Gastronomie auf sieben Prozent an. "Unsere Branche braucht jetzt Planungssicherheit", sagte er. Spätestens zum 1. Januar 2026 müsse die Entlastung in Kraft treten.

Die einheitliche Besteuerung von Essen mit sieben Prozent bedeute die längst überfällige Stärkung der Betriebe im harten Wettbewerb mit Lieferdiensten, Essen zum Mitnehmen und Fertiggerichten aus dem Handel, die seit jeher sieben Prozent hätten. "Es geht um Steuerfairness und Gleichbehandlung."

Von der Reduzierung der Mehrwertsteuer erhoffen sich die Betriebe der Umfrage zufolge eine Stabilisierung ihrer wirtschaftlichen Situation, die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Fähigkeit, mehr investieren zu können. Rund 44 Prozent gaben auch an, sie wollten ihren Gästen dann ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass die Mehrwertsteuer auf Speisen ab dem kommenden Jahr von derzeit 19 auf dann sieben Prozent sinken soll. Dieser reduzierte Satz hatte bereits von 2020 bis Ende 2023 gegolten - zunächst wegen der Corona-Pandemie, dann wegen der hohen Inflation infolge der Energiekrise.

Zöllick forderte neben dem reduzierten Mehrwertsteuersatz auch flexiblere Arbeitszeitvorschriften und einen Abbau der Bürokratie. Neues "Ungemach" sei etwa die verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung - "wir setzen hier auf Freiwilligkeit".

Dehoga hatte Anfang bis Mitte August 3941 gastgewerbliche Unternehmen zu ihrer wirtschaftlichen Lage befragt. Insgesamt gibt es in Deutschland 202.000 dieser Unternehmen, laut Verband sind 99 Prozent von ihnen klein oder mittelständisch. Sie beschäftigten insgesamt rund 1,12 Millionen Menschen. Zöllick sagte, sie seien "Visitenkarte und Imagefaktor des Reiselands Deutschland", und ein "Herzstück des gesellschaftlichen Lebens".

A.Davey--TNT

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