The National Times - Studie: Immer mehr Wohnungslose haben einen Job

Studie: Immer mehr Wohnungslose haben einen Job


Studie: Immer mehr Wohnungslose haben einen Job

Berufstätig mit eigenem Einkommen - und trotzdem wohnungslos: Ein immer größerer Teil der Wohnungslosen in Deutschland hat einen Job. Das ist ein Ergebnis des am Donnerstag veröffentlichten Jahresberichts der BAG Wohnungslosenhilfe. 13 Prozent aller Menschen, die sich an die Wohnungsnotfallhilfe wenden, sind erwerbstätig. Der Bericht betrachtet Zahlen von 2023 - zehn Jahre zuvor lag der Anteil der Erwerbstätigen noch bei 8,4 Prozent.

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Knapp zwölf Prozent der Wohnungslosen sind Rentnerinnen und Rentner. Dieser Anteil hat sich über die vergangenen Jahre kaum verändert. 46 Prozent und damit leicht weniger als bei vergangenen Erhebungen beziehen Sozialleistungen. Alle anderen Wohnungslosen - knapp 30 Prozent - verfügten über kein eigenes Einkommen.

Leicht gestiegen ist der Anteil der Familien unter den Wohnungslosen: Laut dem Jahresbericht leben elf Prozent mit mindestens einem Kind im Haushalt. Damit wurde ein Höchstwert gemessen. 2021 waren es noch 10,6 Prozent.

Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass insbesondere Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit stark von Wohnungsnot betroffen sind. Im Berichtsjahr hatten 38 Prozent keine deutsche Staatsangehörigkeit – ein Höchststand. 20 Prozent der nicht-deutschen Wohnungslosen lebten trotz Erwerbstätigkeit weiterhin in Wohnungsnot. Unter den ausländischen Wohnungslosen finden sich mit 18 Prozent auch häufiger Familien.

"Wir sehen, dass fehlende Anerkennung ausländischer Abschlüsse, Sprachbarrieren und ein eingeschränkter Zugang zu Sozialleistungen vielfach zu prekären, teils ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen führen, die den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zusätzlich erschweren", erklärte Migrationsexperte Joachim Krauß von der BAG Wohnungslosenhilfe. "Dadurch wirkt Migration zunehmend als eigenständiger Risikofaktor für Wohnungsnot."

"Wir brauchen gezielte, migrationssensible Angebote in der Wohnungslosenhilfe und einen diskriminierungsfreien Zugang zum regulären Wohnungsmarkt", forderte Susanne Hahmann, die Vorsitzende der BAG Wohnungslosenhilfe. Doch solange es in Deutschland nicht genug bezahlbarem Wohnraum gebe, werde es auch keine wirksame Bekämpfung von Wohnungslosigkeit geben.

L.Johnson--TNT

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