The National Times - 5,5 Jahre mehr: Institut schlägt längere Arbeitszeit für Beamte vor

5,5 Jahre mehr: Institut schlägt längere Arbeitszeit für Beamte vor


5,5 Jahre mehr: Institut schlägt längere Arbeitszeit für Beamte vor
5,5 Jahre mehr: Institut schlägt längere Arbeitszeit für Beamte vor / Foto: © AFP/Archiv

Das Pestel-Institut hat sich für eine Sozialreform bei den Renten und Pensionen ausgesprochen und dabei eine längere Arbeitszeit von Beamtinnen und Beamten vorgeschlagen. Um die Altersversorgung in Deutschland bezahlbarer und gerechter zu machen, müssten Beamte künftig fünfeinhalb Jahre länger arbeiten als Arbeiter, teilte das Forschungsinstitut im niedersächsischen Sarstedt am Freitag mit. Es begründete diesen Schritt mit der "überdurchschnittlich langen Lebenserwartung" von Beamten.

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"Wenn wir über eine längere Lebensarbeitszeit reden, dann sollten vor allem die Menschen länger arbeiten, die eine höhere Lebenserwartung aufweisen", heißt es in der Studie. Das seien statistisch gesehen Beamtinnen und Beamte, die zudem über einen deutlich längeren Zeitraum Pensionen bezögen als Arbeiter. Diese Aspekte würden aber in der bisherigen Rentendiskussion "kaum oder gar nicht berücksichtigt", kritisierte das Institut.

Das Institut sprach sich darüber hinaus für höhere Renten für Geringverdienende aus. Es müsse künftig eine "soziale Staffelung" geben, forderte der Chefökonom des Instituts, Matthias Günther. Die Renten von Geringverdienenden müssten mit Blick auf deren statistisch geringere Lebenserwartung "unbedingt angehoben werden". Umgekehrt wäre bei Besserverdienenden auch eine "soziale Dämpfung" der Rentenhöhe durchaus vertretbar.

Das Pestel-Institut versteht sich als Forschungsinstitut und Dienstleister für Kommunen, Unternehmen und Verbände. Es erstellt Studien unter anderem zu den Themen Wohnungsmarkt, Klimaschutz und Regionalwirtschaft.

Heftigen Gegenwind bekam das Institut erwartungsgemäß vom Deutschen Beamtenbund, der von einer "absurden Idee" sprach. Kein Mensch habe eine durchschnittliche Lebenserwartung, sagte Verbandschef Volker Geyer den Funke-Zeitungen. "Beamte, Arbeitnehmende, Selbstständige, Männer, Frauen, Akademiker, Hauptschüler, Übergewichtige, Sportler – bei jeder Gruppe käme eine andere Lebenserwartung raus. Wollen wir wirklich auf diesem Niveau diskutieren?"

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) lehnte den Vorschlag "rundherum ab". "Meine Kolleginnen und Kollegen im Schicht- und Einsatzdienst liegen schon heute unter der durchschnittlichen Lebenserwartung, obwohl sie zu Beginn überdurchschnittlich fit und gesund eingestellt werden", sagte er ebenfalls den Funke-Zeitungen. Auf der Website der GdP heißt es zudem, es sei "falsch, pauschal anzunehmen, dass Beamte deutlich länger leben als andere Beschäftigte".

R.T.Gilbert--TNT

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