The National Times - Deutsche Exporte in die USA weiter gesunken - Auch Chinas US-Ausfuhren rückläufig

Deutsche Exporte in die USA weiter gesunken - Auch Chinas US-Ausfuhren rückläufig


Deutsche Exporte in die USA weiter gesunken - Auch Chinas US-Ausfuhren rückläufig
Deutsche Exporte in die USA weiter gesunken - Auch Chinas US-Ausfuhren rückläufig / Foto: © AFP

Die US-Zollpolitik beginnt sich auf die weltweiten Handelsströme auszuwirken. Deutschlands Exporte in die USA gingen im Juni den dritten Monat in Folge zurück - gleichzeitig stiegen die Ausfuhren in andere EU-Staaten und nach China. Insgesamt ergab sich ein leichtes Exportplus. Auch China führt mittlerweile sehr viel weniger Waren in die USA aus - dafür mehr in die EU und nach Südostasien.

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Deutschlands Ausfuhren in die Vereinigten Staaten gingen im Vergleich zum Mai um 2,1 Prozent zurück, im Vergleich zum Vorjahresmonat um 8,4 Prozent. Ihr Wert lag im Juni bei 11,8 Milliarden Euro - damit gingen die meisten deutschen Exporte im Außenhandel mit Nicht-EU-Staaten auch weiterhin in die USA.

An zweiter Stelle folgte China - dorthin lieferten die deutschen Exporteure Waren im Wert von 6,9 Milliarden Euro, ein Plus im Vergleich zum Mai um 1,1 Prozent. Die Ausfuhren nach Großbritannien stiegen leicht um 0,4 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro.

Insgesamt lag der Wert der deutschen Exporte in Drittstaaten im Juni bei 57,5 Milliarden Euro. In die Mitgliedstaaten der EU führten deutsche Unternehmen im Juni Waren im Wert von 73,0 Milliarden Euro aus. Der Wert aller Ausfuhren erreichte so im Juni 130,5 Milliarden Euro, das waren 0,8 Prozent mehr als im Mai und 2,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

"Wir spüren immer deutlicher, dass unsere Unternehmen auf die aktuelle Situation reagieren. Die Suche nach neuen Märkten ist in vollem Gange", erklärte der Präsident des Außenhandelsverbands, Dirk Jandura. "Dabei fallen vor allem unsere Nachbarn in Osteuropa positiv auf." Die Märkte Europas erlebten eine Renaissance. Hier gebe es verlässliche Rahmenbedingungen und wirtschaftspolitische Stabilität. "Das müssen wir ausbauen."

Auch die Außenwirtschaftsexpertin der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Melanie Vogelbach, sieht "einen Funken Zuversicht beim Handel im EU-Binnenmarkt". Sie forderte die EU auf, durch neue Handelsabkommen die internationale Handelsordnung zu stärken und klar Position für freien und fairen Handel zu beziehen. Abkommen mit den Mercosur-Staaten, Indien oder Indonesien sollten schnell umgesetzt werden.

Die Unternehmen in China haben sich auch bereits umgestellt: Die Ausfuhren in die USA sanken im Juli um 21,7 Prozent im Vergleich zum Juli 2024, wie die chinesischen Zollbehörden mitteilten. Dafür gingen mehr Waren nach Europa und Asien: Die Exporte in die EU kletterten um 9,2 Prozent im Vorjahresvergleich, in die Länder des Asean-Staatenbundes um 16,6 Prozent. Die USA werfen China allerdings vor, Länder in Südostasien als Zwischenstation für ihre Exporte in die USA zu nutzen, um so hohe Zölle zu umgehen.

Die meisten Importe in Deutschland kamen im Juni wie üblich aus China. Ihr Wert lag bei 14,6 Milliarden Euro, das waren 5,8 Prozent mehr als im Mai. Auch aus den USA wurde im Juni mehr nach Deutschland importiert als im Mai - der Wert stieg um fast 20 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro.

Seit Donnerstag gelten für Exporte aus der EU in die USA Zollsätze von 15 Prozent. Das ist weniger als von US-Präsident Donald Trump angedroht, aber ein Mehrfaches des jahrelang geltenden Zollsatzes. Allerdings sind viele Einzelheiten noch unklar.

Peking und Washington verhandeln noch. Laut vorläufiger Einigung vom Juni werden aktuell auf US-Importe aus China 30 Prozent Zoll fällig, auf chinesische Importe aus den USA zehn Prozent. Die Frist läuft kommenden Dienstag aus.

Trump hatte Anfang April einen Zollkonflikt mit Handelspartnern in aller Welt entfacht. Er kündigte hohe Importaufschläge für zahlreiche Länder an, senkte diese dann aber auf zehn Prozent, um Verhandlungen zu führen. Die Zölle sollen "Amerika wieder groß und reich machen", wie Trump schrieb. Er wirft der EU und zahlreichen anderen Handelspartnern vor, die Vereinigten Staaten mit ihren Exporten jahrzehntelang "über den Tisch gezogen" zu haben.

Lewis--TNT

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