The National Times - IWF hebt Prognose für Weltwirtschaft trotz Unsicherheit durch US-Zollpolitik

IWF hebt Prognose für Weltwirtschaft trotz Unsicherheit durch US-Zollpolitik


IWF hebt Prognose für Weltwirtschaft trotz Unsicherheit durch US-Zollpolitik
IWF hebt Prognose für Weltwirtschaft trotz Unsicherheit durch US-Zollpolitik / Foto: © AFP

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht weiterhin große Unsicherheit durch die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Die Wirtschaft in Deutschland und weltweit erweise sich aber als etwas widerstandsfähiger als im April erwartet, erklärte der IWF am Dienstag bei der Vorstellung seiner neuen Konjunkturprognose. Die exportorientierte deutsche Wirtschaft dürfte demnach in diesem Jahr um 0,1 Prozent wachsen. Zuvor hatten die Ökonomen noch mit einem Nullwachstum gerechnet.

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Die Weltwirtschaft könnte nach IWF-Angaben in diesem Jahr um 3,0 Prozent zulegen, 0,2 Prozentpunkte mehr als bisher erwartet. "Der durch die Zölle verursachte Schock erscheint momentan weniger heftig als wir im April erwartet hatten", sagte IWF-Chefökonom Pierre-Olivier Gourinchas.

Er begründete dies mit "angekündigten Pausen" in dem Zollstreit - insbesondere zwischen den USA und China - und "einigen unterzeichneten Abkommen". Die Zolleinigung zwischen der EU und den USA vom Sonntag ist in den IWF-Zahlen allerdings noch nicht berücksichtigt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte sich mit Trump auf US-Zölle in Höhe von 15 Prozent ab dem 1. August geeinigt.

Trotz der nach oben korrigierten Voraussage für die Weltwirtschaft gebe es "Gründe, sehr vorsichtig zu sein", sagte Gourinchas weiter. Unternehmen hätten unter anderem versucht, ihre Lager vor Inkrafttreten der Zölle aufzustocken. Das habe die Wirtschaft gestützt. Doch: "Wenn Sie die Regale jetzt auffüllen, müssen Sie sie später im Jahr oder im nächsten Jahr nicht mehr auffüllen."

Seit Bekanntgabe der ersten Trump-Zölle im April gehen die IWF-Experten von einem weltweiten Wachstumsdämpfer aus. Dieser könnte für die USA etwas weniger deutlich ausfallen als zunächst erwartet. Die IWF-Ökonomen rechnen im laufenden Jahr mit einem US-Wachstum von 1,9 Prozent. Das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als im April erwartet.

Unter Trumps Vorgänger Joe Biden war die US-Wirtschaft allerdings noch deutlich stärker gewachsen. Das BIP stieg im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent.

Weltweit rechnet der IWF mit sinkenden Inflationsraten und einem verlangsamten Anstieg der Verbraucherpreise auf 4,2 Prozent in diesem Jahr. Zugleich warnten die Ökonomen in ihrem Bericht, dass die Teuerung in den USA wegen der Zölle über dem Zielwert bleiben dürfte. Das Ziel der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ist eine Inflationsrate von zwei Prozent.

Für die nach den USA weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft China erhöhte der IWF seine Prognose deutlich um 0,8 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent. Darin spiegele sich die stärkere Entwicklung der Konjunktur im ersten Halbjahr 2025 wider sowie die "bedeutende Senkung" der Zölle zwischen den USA und China. Ökonom Gourinchas warnte allerdings, dass China immer noch eine "ziemlich schwache" Binnennachfrage verzeichne.

Trump hatte Anfang April Strafzölle gegen China und viele weitere Staaten verhängt, Peking reagierte mit Gegenzöllen, woraufhin Trump seine Zölle erhöhte. Zwischenzeitlich lag das beidseitige Zollniveau bei über hundert Prozent. Mitte Mai einigten sich die beiden Länder dann darauf, die Aufschläge für zunächst 90 Tage stark zu reduzieren.

In Russland sieht der IWF ein niedrigeres Wirtschaftswachstum als zuvor und senkte seine Prognose um 0,6 Prozentpunkte auf 0,9 Prozent. Dies liege teils an der russischen Politik, aber auch an den im Vergleich zu 2024 eher gedämpften Ölpreisen.

R.T.Gilbert--TNT

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