The National Times - Moody's stellt wegen fehlender Zinszahlungen Zahlungsausfall Russlands fest

Moody's stellt wegen fehlender Zinszahlungen Zahlungsausfall Russlands fest


Moody's stellt wegen fehlender Zinszahlungen Zahlungsausfall Russlands fest

Die US-Ratingagentur Moody's hat wegen ausgebliebener Zinszahlungen an ausländische Gläubiger einen Zahlungsausfall Russlands bei Staatsschulden in Fremdwährung festgestellt. Mit Ablauf einer entsprechenden Frist am Montag hätten die Investoren "keine Zahlungen" in Höhe von insgesamt 100 Millionen Dollar (94,4 Millionen Euro) erhalten, erklärte Moody's in der Nacht zum Dienstag. "Das stufen wir nach unserer Definition als Zahlungsausfall ein."

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Seit Tagen steht die Frage einer zumindest technischen Zahlungsunfähigkeit des Landes im Raum - das wäre das erste Mal seit über hundert Jahren. Theoretisch verfügt Russland über ausreichende Mittel, vor allem aus den Einnahmen für Energielieferungen. Praktisch ist das Land jedoch seit den Sanktionen wegen des Angriffs auf die Ukraine weitgehend vom internationalen Zahlungssystem abgeschnitten, was eine Schuldenbegleichung deutlich erschwert.

Moody's sieht die Einstufung als Zahlungsausfall nun gegeben. Weitere Ausfälle bei fälligen Zahlungen seien "wahrscheinlich", warnte die Ratingagentur. Offiziell bewerten kann sie Russlands Kreditwürdigkeit wegen der Sanktionen ebenso wie alle anderen Ratingagenturen allerdings nicht mehr.

Moskau verlangte von der Ratingagentur, ihre Einschätzung zu "erklären". Moody's habe erst kürzlich entschieden, Russland nicht mehr zu berücksichtigen und nicht mehr zu bewerten, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Es stelle sich nun die Frage, ob Moody's den "Bewertungsprozess wieder aufgenommen hat".

Bereits am Montag hatte Russland Berichte über eine Zahlungsunfähigkeit des Landes als "ungerechtfertigt" zurückgewiesen. Moskau versicherte, die angesprochenen fälligen Zahlungen seien schon im Mai erfolgt, "in ausländischer Währung".

Das russische Finanzministerium erklärte dann, die zwei Zinszahlungen seien wegen der Sanktionen blockiert und daher nicht rechtzeitig bei den Gläubigern angekommen. Dass die Investoren nun kein Geld bekommen hätten, sei nicht das Ergebnis eines Zahlungsausfalls, sondern liege an "Aktionen Dritter". Moskau wirft dem Westen vor, das Land in eine künstlich herbeigeführte Zahlungsunfähigkeit treiben zu wollen.

M.A.Walters--TNT

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