The National Times - Russische Zentralbank senkt Leitzinsen - Abschwung befürchtet

Russische Zentralbank senkt Leitzinsen - Abschwung befürchtet


Russische Zentralbank senkt Leitzinsen - Abschwung befürchtet
Russische Zentralbank senkt Leitzinsen - Abschwung befürchtet / Foto: © AFP

Die russische Zentralbank hat ihre Leitzinsen von 20 auf 18 Prozent gesenkt. Der Inflationsdruck nehme schneller ab als zuvor prognostiziert und die Inlandsnachfrage lasse nach, erklärte die Notenbank am Freitag zur Begründung. Aus der Wirtschaft kommen schon länger Rufe nach einer Lockerung der strikten Geldpolitik.

Textgröße ändern:

Die Zentralbank hatte angesichts der anhaltend hohen Inflation im vergangenen Oktober die Leitzinsen auf den Höchststand von 21 Prozent gehoben. Im Juni gab es eine erste Zinssenkung um einen Prozentpunkt. Die Verbraucherpreise stiegen aber weiter stark, im vergangenen Monat um über neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zugleich treffen die hohen Zinssätze die Unternehmen hart. Betriebe leiden auch unter einem Mangel an Arbeitskräften, weil viele Männer eingezogen wurden oder ins Ausland gegangen sind. Einige der größten Unternehmer des Landes hatten in den vergangenen Wochen Druck auf die Zentralbank ausgeübt, damit diese ihre Geldpolitik lockert.

Die Zentralbank senkte den Leitzins nun um zwei Prozentpunkte ab. "Die Geldpolitik wird für eine lange Zeit restriktiv bleiben", erklärte sie jedoch. Sie geht demnach davon aus, dass die Zinsen das restliche Jahr weiter hoch bleiben werden. Mit einem Rückgang der Inflation auf das anvisierte Niveau von vier Prozent sei erst 2026 zu rechnen.

Jewgeni Kogan, ein russischer Wirtschaftsanalyst und Investor, hält wegen einer sich ankündigenden Rezession dennoch weitere Zinssenkungen bis auf 15 Prozent zum Jahresende für denkbar. "Die Verlangsamung der Geschäfts- und Verbrauchertätigkeit wird sich fortsetzen, das Wirtschaftswachstum wird im Grunde zum Stillstand kommen, und die Preise werden langsamer steigen", schrieb er auf Telegram.

Die russische Wirtschaft hatte den westlichen Sanktionen der vergangenen zwei Jahre überraschend gut standgehalten. Die Wirtschaftsleistung des Landes stieg deutlich. Das Plus ist jedoch vor allem auf die massiven staatlichen Verteidigungsausgaben zurückzuführen.

A.Parker--TNT

Empfohlen

ADAC: Neue Preisregel für Tankstellen hat Preisniveau nicht reduziert

Der ADAC hat nach knapp drei Tagen ein vorläufiges negatives Fazit zu der von der Bundesregierung eingeführten Preisregel für Tankstellen gezogen. "Aus Sicht des ADAC hat die Umstellung auf das sogenannte Österreich-Modell das hohe Preisniveau nicht reduziert", erklärte der Club am Freitag. "Stattessen hat es die Entwicklung nach oben eher befördert."

DIHK: Jeder sechste Industriebetrieb verdient durch Verteidigungsindustrie

Jeder sechste Industriebetrieb in Deutschland ist nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) bereits in die Wertschöpfungskette der Verteidigungsindustrie eingebunden. Besonders hoch sei der Anteil mit 36 Prozent im Fahrzeugbau, zitierte die "Wirtschaftswoche" am Freitag aus einer Sonderauswertung der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage. Demnach sehen fast ein Drittel der befragten Industrieunternehmen Chancen für das eigene Geschäftsmodell in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.

Gesundheitsministerin Warken gegen starke Abstriche bei Partnerversicherung

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Sparempfehlungen der Finanzkommission Gesundheit nicht gänzlich übernehmen und ist etwa gegen starke Abstriche bei der Partnerversicherung. Die beitragsfreie Mitversicherung von Ehegatten und Lebenspartnern in den Krankenkassen dürfe nicht so stark eingeschränkt werden, sagte Warken der "Frankfurter Allgemeinen" (Freitag). "Zum Beispiel leisten pflegende Angehörige einen so wichtigen Beitrag, dass ich es schwer begründbar finde, sie an dieser Stelle finanziell zu belasten."

Historische Mondumrundung: Artemis-Crew verlässt Erdumlaufbahn

Einen Tag nach ihrem Start haben die vier Astronauten der Mondmission Artemis 2 die Erdumlaufbahn verlassen und fliegen nun Richtung Mond. Das Triebwerk der Orion-Kapsel katapultierte die Astronauten mit einem fast sechsminütigen Schub auf ihre Flugbahn zum Mond, wie der Nasa-Livestream am Donnerstagabend (Ortszeit) zeigte. "Sieht nach einem guten Schub aus", erklärte das Nasa-Kontrollzentrum in Houston. Später berichteten die Astronauten von ersten Aktivitäten an Bord.

Textgröße ändern: