The National Times - Wirtschaftsforscher warnen vor stark zunehmendem Ungleichgewicht im Handel mit China

Wirtschaftsforscher warnen vor stark zunehmendem Ungleichgewicht im Handel mit China


Wirtschaftsforscher warnen vor stark zunehmendem Ungleichgewicht im Handel mit China
Wirtschaftsforscher warnen vor stark zunehmendem Ungleichgewicht im Handel mit China / Foto: © AFP

Wirtschaftsexperten vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) haben vor einem weiterhin stark zunehmenden Ungleichgewicht im Handel mit China gewarnt. "In den ersten fünf Monaten des Jahres sind die deutschen Exporte nach China um rund 14 Prozent zurückgegangen", erklärte das IW am Donnerstag. "Zeitgleich importierte Deutschland zehn Prozent mehr aus Fernost."

Textgröße ändern:

Deutschland habe in den vergangenen Jahren als Lehre aus dem Fall Russland das genaue Gegenteil erreichen wollen: "Diversifizieren, Abhängigkeiten reduzieren, bloß nicht denselben Fehler begehen", führten die Forschenden aus.

Besonders im Handel mit Metallerzeugnissen sei das Ungleichgewicht jedoch drastisch gestiegen. "Während die Exporte nach China um rund 25 Prozent schrumpften, stiegen die Importe wiederum um 25 Prozent an." Innerhalb des Bereichs hoben die IW-Forscher die Entwicklung bei Kraftwagen hervor. "Mit den sinkenden Exporten und den steigenden Importen fällt auch die deutsche Wertschöpfung und Beschäftigung."

Der IW-Außenhandelsexperte Jürgen Matthes wirft China dabei vor, mit "unfairen Mitteln" zu spielen. Die Regierung in Peking subventioniere ihre Unternehmen massiv, was schon länger bekannt sei. Hinzu komme jedoch, "dass der Yuan gegenüber dem Euro künstlich unterbewertet ist, und zwar in großem Ausmaß". Deshalb könne China zu sehr niedrigen Preisen verkaufen.

"Die EU sollte sich handelspolitisch dagegen wehren, um gleiche Bedingungen für alle zu schaffen", forderte Matthes. Er nannte die EU-Zölle auf chinesische E-Autos als Positivbeispiel: "Hier sind die Importe entgegen dem Trend mit 38 Prozent stark gesunken." Die E-Autozölle sind eines der Streitthemen, die den EU-China-Gipfel am Donnerstag in Peking überschatten.

F.Jackson--TNT

Empfohlen

ADAC: Neue Preisregel für Tankstellen hat Preisniveau nicht reduziert

Der ADAC hat nach knapp drei Tagen ein vorläufiges negatives Fazit zu der von der Bundesregierung eingeführten Preisregel für Tankstellen gezogen. "Aus Sicht des ADAC hat die Umstellung auf das sogenannte Österreich-Modell das hohe Preisniveau nicht reduziert", erklärte der Club am Freitag. "Stattessen hat es die Entwicklung nach oben eher befördert."

DIHK: Jeder sechste Industriebetrieb verdient durch Verteidigungsindustrie

Jeder sechste Industriebetrieb in Deutschland ist nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) bereits in die Wertschöpfungskette der Verteidigungsindustrie eingebunden. Besonders hoch sei der Anteil mit 36 Prozent im Fahrzeugbau, zitierte die "Wirtschaftswoche" am Freitag aus einer Sonderauswertung der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage. Demnach sehen fast ein Drittel der befragten Industrieunternehmen Chancen für das eigene Geschäftsmodell in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.

Gesundheitsministerin Warken gegen starke Abstriche bei Partnerversicherung

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die Sparempfehlungen der Finanzkommission Gesundheit nicht gänzlich übernehmen und ist etwa gegen starke Abstriche bei der Partnerversicherung. Die beitragsfreie Mitversicherung von Ehegatten und Lebenspartnern in den Krankenkassen dürfe nicht so stark eingeschränkt werden, sagte Warken der "Frankfurter Allgemeinen" (Freitag). "Zum Beispiel leisten pflegende Angehörige einen so wichtigen Beitrag, dass ich es schwer begründbar finde, sie an dieser Stelle finanziell zu belasten."

Historische Mondumrundung: Artemis-Crew verlässt Erdumlaufbahn

Einen Tag nach ihrem Start haben die vier Astronauten der Mondmission Artemis 2 die Erdumlaufbahn verlassen und fliegen nun Richtung Mond. Das Triebwerk der Orion-Kapsel katapultierte die Astronauten mit einem fast sechsminütigen Schub auf ihre Flugbahn zum Mond, wie der Nasa-Livestream am Donnerstagabend (Ortszeit) zeigte. "Sieht nach einem guten Schub aus", erklärte das Nasa-Kontrollzentrum in Houston. Später berichteten die Astronauten von ersten Aktivitäten an Bord.

Textgröße ändern: