The National Times - Dow Chemical schließt zwei Werke in Ostdeutschland - mehr als 500 Jobs betroffen

Dow Chemical schließt zwei Werke in Ostdeutschland - mehr als 500 Jobs betroffen


Dow Chemical schließt zwei Werke in Ostdeutschland - mehr als 500 Jobs betroffen
Dow Chemical schließt zwei Werke in Ostdeutschland - mehr als 500 Jobs betroffen / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Das US-Unternehmen Dow Chemical schließt zwei Werke in Ostdeutschland. Wie der Chemiekonzern am Montag an seinem Hauptsitz in Midland im Staat Michigan mitteilte, geht es dabei um eine Anlage im sächsischen Böhlen südlich von Leipzig und eine weitere in Schkopau in Sachsen-Anhalt. Ebenfalls geschlossen werden soll demnach ein Werk in Großbritannien.

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Begründet wurde die Schließung mit hohen Kosten für die energieintensive Produktion, die als "herausfordernd" beschrieben wurden. Zudem sei das Marktumfeld derzeit schwierig, erklärte Konzernchef Jim Fitterling. Dow Chemical hatte bereits im April mitgeteilt, dass Produktionsstätten auch in Deutschland zur Disposition stünden. Die Schließung der Werke soll demnach Mitte 2026 eingeleitet und bis Ende 2027 abgeschlossen werden.

In den drei Werken insgesamt gibt es den Unternehmensangaben zufolge 800 Arbeitsplätze. Davon entfallen nach unterschiedlichen Medienberichten 550 Jobs auf die beiden ostdeutschen Werke. Insgesamt hat Dow Chemical bisher 13 Standorte in Deutschland mit mehr als 3000 Beschäftigten, darunter auch weitere Anlagen im sogenannten mitteldeutschen Chemiedreieck bei Halle und Leipzig. Diese sind von der aktuellen Entscheidung nicht betroffen.

Wie das Düsseldorfer "Handelsblatt" berichtete, galt das Werk in Böhlen jedoch als Herzstück der Verbundproduktion von Dow Chemical in der Region. In dem sogenannten "Cracker" werden Rohöl-Bestandteile in Grundstoffe für die Herstellung von Chemieprodukten aufgespalten. Daher werde für die Zukunft die Schließung weiterer Unternehmensstandorte befürchtet. In Schkopau werden die Basisstoffe Chlor-Alkali und Vinyl hergestellt.

"Mit der heute vom US-Konzern Dow Chemical angekündigten Schließung von Chemieanlagen in Sachsen und Sachsen-Anhalt droht ein zerstörerischer Domino-Effekt in den Wertschöpfungsketten der Industrie", warnte der industriepolitische Sprecher der Linken im Bundestag, Mirze Edis. Er forderte die Bundesregierung auf, sich für die betroffenen Standorte einzusetzen.

Der Parlamentsgeschäftsführer der Grünen im Landtag von Sachsen-Anhalt, Olaf Meister, sprach von einer "bedauerlichen und für die mitteldeutsche Chemieregion wirklich bitteren Entscheidung". Sie zeige aber auch, "wie wichtig es ist, die Transformation der Chemieindustrie hin zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien konsequent weiterzugehen".

T.Bailey--TNT

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