The National Times - Stellenabbau und demografische Entwicklung: Mitgliederzahl der IG Metall geht zurück

Stellenabbau und demografische Entwicklung: Mitgliederzahl der IG Metall geht zurück


Stellenabbau und demografische Entwicklung: Mitgliederzahl der IG Metall geht zurück
Stellenabbau und demografische Entwicklung: Mitgliederzahl der IG Metall geht zurück / Foto: © AFP

Vor allem der Stellenabbau in der deutschen Metall- und Elektroindustrie, aber auch die demografische Entwicklung haben dafür gesorgt, dass die Zahl der Mitglieder der IG Metall im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen ist. Wie die Gewerkschaft in Frankfurt am Main am Montag mitteilte, schrumpfte sie um 1,9 Prozent. Zuwächse gab es aber bei Auszubildenden und Angestellten. Insgesamt zählte die Gewerkschaft 115.000 neue Mitglieder.

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Trotz des insgesamt leichten Rückgangs bleibt die IG Metall mit 2,1 Millionen Mitgliedern eigenen Angaben zufolge weiterhin "die stärkste Gewerkschaft in Deutschland". Im Angestelltenbereich legte die Mitgliederzahl um 4,5 Prozent zu und bei den Auszubildenden stieg sie um 5,1 Prozent. Der Frauenanteil lag demnach bei "branchentypischen" 18,3 Prozent.

Tariferhöhungen spülten den Angaben zufolge mehr Geld durch Beiträge in die Kasse der IG Metall, weil nicht nur die Löhne stiegen, sondern damit auch die Durchschnittsbeiträge für die IG Metall. Die Einnahmen erhöhten sich von 620 Millionen auf 642 Millionen Euro. "Die Streikkasse ist ordentlich gefüllt", sagte IG-Metall-Vorstandsmitglied Nadine Boguslawski. Die Gewerkschaft sei "jederzeit für sehr lange Zeit streikfähig".

IG-Metall-Chefin Christiane Benner lenkte den Blick auf die anstehende Bundestagswahl im Februar. Die Politik müsse handeln. "Wir haben nur noch einen Schuss frei", sagte Benner. Niemals zuvor seien "die ersten 100 Tage" für eine neue Regierung so entscheidend gewesen wie in diesem Jahr.

Sie forderte eine Job-Offensive von Unternehmen und der Politik, bei der für jede abgebaute Stelle eine neue geschaffen werden müsse. "Alle müssen jetzt ihren Beitrag leisten, um Wertschöpfung im Land zu halten und gleichzeitig neue Arbeitsplätze und Industrien anzusiedeln", sagte sie und nannte explizit die Batterieherstellung, erneuerbare Energien und die Halbleiterindustrie.

Der zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Jürgen Kerner, forderte zudem ein gemeinsames Vorgehen in Europa. "Für alle industriellen Produkte, die in Europa vermarktet werden, muss es einen verpflichtenden Anteil europäischer Komponenten geben", sagte er. Wollten US-Hersteller oder chinesische Autobauer ihre Fahrzeuge in Europa verkaufen, dürfe das nur gehen, wenn zumindest ein Teil der Komponenten aus Europa komme. "So verringern wir Abhängigkeiten und stärken Resilienz, Klimaschutz und vor allem Beschäftigung", sagte Kerner. Zunächst könnten dafür auch niedrige Schwellenwerte eingeführt werden.

2024 stritt die IG Metall deutlich mehr mit Arbeitgebern vor den Gerichten in Deutschland als im Vorjahr. Die Fallzahlen stiegen um 30 Prozent auf 50.178 Fälle an.

P.Barry--TNT

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