The National Times - Verbraucherschützer: Online-Plattformen nutzen trotz Verbots manipulative Designs

Verbraucherschützer: Online-Plattformen nutzen trotz Verbots manipulative Designs


Verbraucherschützer: Online-Plattformen nutzen trotz Verbots manipulative Designs
Verbraucherschützer: Online-Plattformen nutzen trotz Verbots manipulative Designs / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Manipulative Designs auf Webseiten bleiben einer Untersuchung zufolge trotz eines EU-weiten Verbots weiter ein Problem. Wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Mittwoch mitteilte, nutzten alle der 18 untersuchten Websites "manipulative und schädliche Designs", obwohl das laut Digital Services Act (DSA) nicht erlaubt ist. Besonders problematisch seien Benutzeroberflächen, die Kundinnen und Kunden zu impulsiven Käufen verleiten und diese dadurch mehr Geld ausgeben oder ihre Daten preisgeben lassen.

Textgröße ändern:

Für ihre Studie nahmen die Verbraucherschützerinnen und -schützer eigenen Angaben zufolge 18 Websites unter die Lupe, darunter Soziale Medien wie Facebook, Instagram, X und Tiktok, aber auch Onlineshops wie Temu, Shein, Mediamarkt und Amazon. Alle Plattformen nutzten demnach "manipulative Designs".

Weiterhin verbreitet sind demnach sogenannte Dark Patterns, die menschliche Verhaltens- oder Wahrnehmungsmuster ausnutzen, etwa wenn Werbung nicht auf Anhieb als solche erkennbar ist oder eine Website Nutzer durch kürzere Klickwege dazu verleitet, der Nutzung ihrer persönlichen Daten zuzustimmen.

"Nicht akzeptabel sind digitale Elemente, die die Verweildauer auf der Plattform erhöhen können", kritisierte der vzbv. Aufdringliche Benachrichtigungen, Autoplay oder Glücksspielelemente hätten das Potenzial "suchtähnliches Verhalten" zu fördern und sich "langfristig negativ auf die mentale Gesundheit" von Verbraucherinnen und Verbrauchern auszuwirken.

Artikel 25 des DSA verbietet Anbietern von Online-Plattformen, ihre Webseiten so zu konzipieren, "dass Nutzer getäuscht, manipuliert oder anderweitig in ihrer Fähigkeit, freie und informierte Entscheidungen zu treffen, maßgeblich beeinträchtigt oder behindert werden". Nach Ansicht des vzbv trifft das auch auf die oben genannten Praktiken zu und müsste daher verboten sein.

Der vzbv forderte eine "konsequente" Durchsetzung der bestehenden Regeln und eine Ausweitung des Verbots von Dark Patterns. "Sonst bleibt der Digital Services Act ein zahnloser Tiger", erklärte Jutta Gurkmann vom vzbv. Der Verband mahnte in der Vergangenheit bereits mehrfach Website-Betreiber wegen unzulässiger manipulativer Techniken ab. Einige dieser Designs wurden daraufhin nicht mehr verwendet.

W.Phillips--TNT

Empfohlen

UN-Sicherheitsrat verurteilt Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien

Der UN-Sicherheitsrat hat die Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien einstimmig verurteilt. Die Mitglieder des Sicherheitsrats verurteilten "aufs Schärfste die anhaltenden Angriffe (...), besonders jene, bei denen Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, verletzt wurden", hieß es am Freitag in einer Erklärung des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen.

Selenskyj: USA erlauben Ukraine Herstellung von Patriot-Abwehrraketen

Die USA haben der Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj grünes Licht für die Produktion von eigenen Patriot-Luftabwehrraketen gegeben. "Bei unserem letzten Treffen hat Präsident Trump mir gegenüber gesagt, dass er eine endgültige Entscheidung getroffen hat: Die Ukraine wird Lizenzen für die Herstellung von Patriot-Raketen erhalten", sagte Selenskyj am Freitag in einer Sprachnachricht an Journalisten. Bei russischen Drohnenangriffen auf Kiew wurden unterdessen fünf Menschen getötet.

17 Cent weniger Steuern pro Liter: Neuer Tankrabatt kommt zum 1. Oktober

Tanken wird für spritpreisgebeutelte Autofahrer schon ab kommendem Donnerstag günstiger: Am Freitag gaben Bundestag und Bundesrat grünes Licht für den neuen Tankrabatt, der die Steuern auf Benzin und Diesel ab dem 1. Oktober um rund 17 Cent je Liter senkt. Die Regierungskoalition aus Union und SPD will Bürgerinnen und Bürgern so kurzfristig Entlastung verschaffen - doch an der Maßnahme gibt es auch viel Kritik.

Tankrabatt kommt zum 1. Oktober: Gesetz passiert Parlament

Der Tankrabatt zur Abfederung der hohen Spritpreise kann wie von der Bundesregierung geplant zum 1. Oktober kommen. Nach dem Bundestag passierte das Gesetz am Freitag auch den Bundesrat - die Länderkammer verzichtete darauf, den Vermittlungsausschuss anzurufen. Zum 1. Oktober sollen damit die Steuern auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent je Liter sinken.

Textgröße ändern: