The National Times - Verbraucherschützer raten zu aktiver Befassung mit elektronischer Patientenakte

Verbraucherschützer raten zu aktiver Befassung mit elektronischer Patientenakte


Verbraucherschützer raten zu aktiver Befassung mit elektronischer Patientenakte
Verbraucherschützer raten zu aktiver Befassung mit elektronischer Patientenakte / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Zum Start der elektronischen Patientenakte (ePA) raten Verbraucherschützer zu einer aktiven Beschäftigung mit der neuen Anwendung. "Es ist wichtig, sich spätestens jetzt zu überlegen, ob und wie man die ePA nutzen will", erklärte Jochen Sunken von der Verbraucherzentrale Hamburg am Dienstag. Es gehe darum, sich umfassend zu informieren und eine bewusste Entscheidung zum Einsatz der ePA zu treffen.

Textgröße ändern:

Wer sich für die elektronische Patientenakte entscheide, profitiere am meisten davon, wenn diese aktiv gepflegt werde, betonte Sunken. "Nur wer sorgfältig abwägt und steuert, welche Daten eingestellt werden und wer Zugriff auf welche Dokumente haben soll, hat wirklich eine 'versichertengeführte Akte', wie es das Gesetz vorsieht."

Werde die E-Akte nicht aktiv gepflegt, könnten beispielsweise unerwünschte Befundberichte und Arztbriefe eingestellt werden. "Wer das nicht möchte, muss sich aktiv darum kümmern und dem widersprechen oder diese Dokumente vor dem Zugriff anderer in der ePA verbergen beziehungsweise sie im Nachhinein löschen", erklärte Sunken.

Versicherte, die sich gegen die elektronische Patientenakte entscheiden, können jederzeit deren Löschung beantragen, wie die Verbraucherzentrale hervorhob. Dies sei auch möglich, wenn die ursprüngliche Frist der Krankenkasse für einen Widerspruch bereits abgelaufen sei.

Die elektronische Patientenakte startet zunächst in drei Modellregionen: Ab Mittwoch steht sie für Versicherte in Hamburg, Franken und Teilen Nordrhein-Westfalens bereit, die vorher nicht widersprochen haben. Nach erfolgreicher Erprobung soll sie dann bundesweit zum Einsatz kommen - laut Gesundheitsministerium wird dies "frühestens nach etwa vier Wochen" der Fall sein.

Bis dahin müssten aber mögliche Probleme und behoben und Sicherheitslücken ausgeschlossen werden, erklärte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Solange "berechtigte Zweifel an der Sicherheit der ePA-Daten bestehen", dürfe die E-Akte nicht bundesweit eingeführt werden.

Auch die IT-Experten des Chaos Computer Clubs (CCC) äußerte sich besorgt. "Die ePA in ihrem aktuellen Zustand auszurollen, ist angesichts ihrer besorgniserregenden Sicherheitsprobleme eine falsche Entscheidung", erklärte der Sprecher des CCC, Calvin Baus. "Denn die Behauptung, dass die ePA sicher ist, trifft nicht zu." Die bei einem Kongress des Clubs Ende Dezember demonstrierten Sicherheitslücken müssten endlich geschlossen werden.

Der Digitalverband Bitkom verwies auf die Vorteile der elektronischen Patientenakte, die das "Herzstück des digitalen Gesundheitssystems" sei. Daten, Befunde und Untersuchungsergebnisse seien dort jederzeit einsehbar und könnten auf Wunsch auch mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten geteilt werden, erklärte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "So werden Behandlungsprozesse verbessert und Bürokratie drastisch reduziert." Andere Länder seien bei der Digitalisierung des Gesundheitssystems viel weiter. Mit der ePA könne Deutschland in diesem Bereich aufholen.

M.Davis--TNT

Empfohlen

UN-Sicherheitsrat verurteilt Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien

Der UN-Sicherheitsrat hat die Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien einstimmig verurteilt. Die Mitglieder des Sicherheitsrats verurteilten "aufs Schärfste die anhaltenden Angriffe (...), besonders jene, bei denen Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, verletzt wurden", hieß es am Freitag in einer Erklärung des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen.

Selenskyj: USA erlauben Ukraine Herstellung von Patriot-Abwehrraketen

Die USA haben der Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj grünes Licht für die Produktion von eigenen Patriot-Luftabwehrraketen gegeben. "Bei unserem letzten Treffen hat Präsident Trump mir gegenüber gesagt, dass er eine endgültige Entscheidung getroffen hat: Die Ukraine wird Lizenzen für die Herstellung von Patriot-Raketen erhalten", sagte Selenskyj am Freitag in einer Sprachnachricht an Journalisten. Bei russischen Drohnenangriffen auf Kiew wurden unterdessen fünf Menschen getötet.

17 Cent weniger Steuern pro Liter: Neuer Tankrabatt kommt zum 1. Oktober

Tanken wird für spritpreisgebeutelte Autofahrer schon ab kommendem Donnerstag günstiger: Am Freitag gaben Bundestag und Bundesrat grünes Licht für den neuen Tankrabatt, der die Steuern auf Benzin und Diesel ab dem 1. Oktober um rund 17 Cent je Liter senkt. Die Regierungskoalition aus Union und SPD will Bürgerinnen und Bürgern so kurzfristig Entlastung verschaffen - doch an der Maßnahme gibt es auch viel Kritik.

Tankrabatt kommt zum 1. Oktober: Gesetz passiert Parlament

Der Tankrabatt zur Abfederung der hohen Spritpreise kann wie von der Bundesregierung geplant zum 1. Oktober kommen. Nach dem Bundestag passierte das Gesetz am Freitag auch den Bundesrat - die Länderkammer verzichtete darauf, den Vermittlungsausschuss anzurufen. Zum 1. Oktober sollen damit die Steuern auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent je Liter sinken.

Textgröße ändern: