The National Times - SPD-Chefin Esken fordert VW in Tarifverhandlungen zu Zugeständnissen auf

SPD-Chefin Esken fordert VW in Tarifverhandlungen zu Zugeständnissen auf


SPD-Chefin Esken fordert VW in Tarifverhandlungen zu Zugeständnissen auf
SPD-Chefin Esken fordert VW in Tarifverhandlungen zu Zugeständnissen auf / Foto: © POOL/AFP

In den schwierigen Tarifverhandlungen beim Autohersteller Volkswagen hat SPD-Chefin Saskia Esken die Unternehmensleitung zu Zugeständnissen aufgefordert. "Die Arbeitnehmervertreter machen schon seit Langem konstruktive Konsolidierungsvorschläge. Wer blockiert, ist das Management", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Montag. Die Ankündigung von Standortschließungen ohne Absprache mit den Arbeitnehmervertretern sei "eine Provokation" gewesen.

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Es müsse gelingen, wertvolle Industriearbeitsplätze zu erhalten und zukunftssicher zu machen, sagte Esken weiter. Der Gesamtbetriebsrat habe einen "substanziellen Beitrag" angeboten. "Die harsche Reaktion der Konzernführung und die brutalen Maßnahmen, die weithin angedroht werden, sind so nicht hinnehmbar."

Noch vor wenigen Monaten habe es die VW-Spitze für angebracht gehalten, 4,5 Milliarden Euro an Dividenden auszuschütten, betonte die SPD-Chefin. "Und jetzt sollen alle Probleme auf dem Rücken der Beschäftigten gelöst werden? Da ist die Wut der Betroffenen sehr gut zu verstehen."

Esken sieht auch die Aktionäre in der Pflicht: "Es braucht auch Bereitschaft der Aktionäre, sich durch Dividendenverzicht an der VW-Sanierung und am Erhalt aller Standorte zu beteiligen." Das Land Niedersachsen mache das, obwohl dadurch Geld für den Haushalt fehle, sagte Esken der "Neuen Osnabrücker". Die Rettung der Industrie habe Vorrang.

Volkswagen steckt in der Krise und will einen harten Sparkurs durchsetzen. Werksschließungen, Stellenabbau und Lohnkürzungen stehen zur Debatte. Die IG Metall will das nicht hinnehmen. Sie fordert unter anderem deutliche Gehaltssteigerungen und bietet an, diese nicht auszuzahlen, sondern zur Finanzierung eventuell nötiger Arbeitszeitkürzungen zu nutzen.

Am Mittag soll in Wolfsburg die vierte Runde der Tarifverhandlungen beginnen. Begleitet wird das Treffen von Arbeitnehmervertretern und Geschäftsführung von Warnstreiks. Die IG Metall hat dazu die Beschäftigten in allen neun VW-Werken mit Haustarif aufgerufen. Am vergangenen Montag hatten sich nach Gewerkschaftsangaben rund 100.000 Beschäftigte an ersten Warnstreiks beteiligt. Bei der Kernmarke Volkswagen arbeiten in Deutschland rund 120.000 Menschen.

A.M.Owen--TNT

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