The National Times - VW-Krise: Niedersächsische Politiker warnen vor "Kettenreaktion"

VW-Krise: Niedersächsische Politiker warnen vor "Kettenreaktion"


VW-Krise: Niedersächsische Politiker warnen vor "Kettenreaktion"
VW-Krise: Niedersächsische Politiker warnen vor "Kettenreaktion" / Foto: © AFP

Nach der Kündigung des Tarifvertrags beim kriselnden Autobauer Volkswagen befürchten Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies und Hannovers Regionspräsident Steffen Krach (beide SPD) weitreichende Folgen. "Ohne Industriepolitik kein Wohlstand für unser Land", schrieben sie in einem am Montag veröffentlichten Gastbeitrag für das Nachrichtenportal t-online.de. Den Ausstieg des Autobauers aus dem Tarifvertrag kritisierten sie als "Tabubruch" und warnten vor "verheerenden Folgen" für die gesamte Region.

Textgröße ändern:

Volkswagen hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass der sogenannte Zukunftstarifvertrag zur Beschäftigungssicherung, der betriebsbedingte Kündigungen bis 2029 ausschließt, zum Jahresende gekündigt wurde. Zuvor hatte die Führung des Wolfsburger Autobauers einen härteren Sparkurs angekündigt und dabei Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausgeschlossen. Als Grund nannte Konzernchef Oliver Blume die schwierige Lage auf dem europäischen Automarkt und eine verschlechterte Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Produktionsstandorte.

Die beiden SPD-Politiker Lies und Krach befürchten nun "drastische Folgen für die Industrieregionen in Niedersachsen". So arbeiteten in der Automobilwirtschaft in der Region Hannover mehr als 24.000 Menschen, in Wolfsburg über 70.000 und in ganz Niedersachsen 250.000, schrieben sie bei t-online.

"Ein Stellenabbau oder Standortschließungen wirken sich weit über die Werkstore von Volkswagen hinaus aus, sie werden eine Kettenreaktion auslösen bei allen Unternehmen, die der Autobranche zuliefern oder von ihr profitieren", schrieben sie in ihrem Gastbeitrag. "Es geht nicht nur um VW, es geht um die gesamte Automobilwirtschaft, die Zukunft weiter Teile der deutschen Industrie und damit um den zukünftigen Wohlstand unseres Landes."

Nötig sei nun rasches Handeln: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) müsse "die deutsche Industrie zur Chefsache machen", forderten Lies und Krach. In erster Linie brauche es "wettbewerbsfähige Energiepreise". Zudem müsse mit "Kaufanreizen für E-Autos" die Nachfrage gesteigert werden.

Aber auch Länder und Kommunen seien in der Verantwortung, um den Wohlstand zu sichern und die Industrie zu stärken, mahnten die beiden niedersächsischen Politiker weiter. So müssten Kommunen für gute Rahmenbedingungen zum Leben sorgen und die Demokratie schützen - denn der Fachkräftemangel sei "die größte Wachstumsbremse für die Wirtschaft".

E.Reid--TNT

Empfohlen

Tausende demonstrieren nach Zwangsräumung von 87-Jähriger in Madrid

Wenige Tage nach der Zwangsräumung einer 87-Jährigen in Madrid haben tausende Menschen in der spanischen Hauptstadt für bezahlbaren Wohnraum und mehr Mieterschutz demonstriert. Bilder davon, wie Maricarmen Abascal am Mittwoch auf einer Trage aus ihrer Wohnung geholt wurde, haben die Debatte um bezahlbaren Wohnraum in Spanien neu entfacht. "Du könntest die nächste Maricarmen sein" und "Keine einzige Maricarmen mehr", hieß es auf Bannern bei der Demonstration am Samstag.

Französischer Atomreaktor Flamanville für Arbeiten ein Jahr vom Netz

Zum Austausch eines defekten Reaktordeckels hat der Stromkonzern EDF den Druckwasser-Atomreaktor im französischen Flamanville am Samstag für knapp ein Jahr vom Netz genommen. Es ist zugleich der Beginn einer größeren Routinekontrolle des Ende 2024 in Betrieb genommenen Reaktors, wie EDF mitteilte.

KI: China "respektiert" Trumps Wortwahl "Superintelligenz"

Die chinesische Regierung "respektiert" nach eigenen Angaben die Wortwahl von US-Präsident Donald Trump, der statt "Künstlicher Intelligenz" künftig den Ausdruck "Superintelligenz" verwenden will. Peking messe der Übernahme des Begriffs durch Trump "Bedeutung bei", erklärte das chinesische Außenministerium am Samstag. Alle Parteien sollten im KI-Bereich den "Austausch verstärken" und "nach einem Konsens suchen".

Verkehrsminister Bilger unzufrieden mit Sanierungstempo der Bahn

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) ist unzufrieden mit dem Sanierungstempo der Bahn. "Mit der bisherigen Umsetzung der Korridorsanierungen – dem Modernisieren von Gleisen, Weichen, Bahn- und Sicherheitstechnik – bin ich überhaupt nicht zufrieden", sagte Bilger dem "Spiegel". "Man kann niemandem erklären, warum Pendlerstrecken so lange gesperrt werden und die Situation danach noch immer nicht besser ist."

Textgröße ändern: