The National Times - Sitzungsprotokoll: Stimmen für Zinswende im EZB-Rat werden lauter

Sitzungsprotokoll: Stimmen für Zinswende im EZB-Rat werden lauter


Sitzungsprotokoll: Stimmen für Zinswende im EZB-Rat werden lauter
Sitzungsprotokoll: Stimmen für Zinswende im EZB-Rat werden lauter

Bei der letzten Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) am 10. März gab es laut einem Sitzungsprotokoll Uneinigkeiten über das weitere geldpolitische Vorgehen der Zentralbank. "Eine hohe Anzahl von Mitgliedern war der Ansicht, dass die anhaltend hohe Inflation sofortige Schritte zur Normalisierung der Geldpolitik erforderlich mache", heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll. An den Märkten wird die mögliche Ankündigung einer Zinswende mit Spannung erwartet.

Textgröße ändern:

Bei dem Treffen im März hatte die EZB keine Erhöhung der Leitzinsen beschlossen. Allerdings kündigte die Zentralbank überraschend an, die Anleihekäufe unter dem Programm zum Ankauf von Vermögenswerten (APP) bereits im Juni zu reduzieren und nicht erst im Oktober. Das Ende der Anleihekaufprogramme der EZB gilt als Vorbedingung für eine mögliche Erhöhung der Leitzinsen.

Wie aus dem nun veröffentlichten Sitzungsprotokoll hervorgeht, forderten mehrere Ratsmitglieder im März ein entschiedeneres Vorgehen der EZB gegen die hohe Inflation. Einige Mitglieder forderten demnach ein "festes Enddatum für die Anleihekäufe im Sommer". Dies könne einer möglichen Zinserhöhung im dritten Quartal den Weg ebnen, hieß es weiter in dem Dokument.

Andere Ratsmitglieder bevorzugten hingegen eine abwartende Haltung. Sie verwiesen auf die "außergewöhnlich hohe Unsicherheit" aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine und der gegen Russland verhängten Sanktionen. Das Sitzungsprotokoll zeige, dass die sogenannten Falken, also jene Ratsmitglieder, die eine zügigere Normalisierung der Geldpolitik fordern, im EZB-Rat an Einfluss gewinnen, erklärte ING-Analyst Carsten Brzeski.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte erst in der vergangenen Woche gewarnt, dass der anhaltende Ukraine-Krieg zu weiter steigenden Energie- und Lebenshaltungskosten führen werde. Dies könne auch eine wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Pandemie verhindern.

Die Inflation in der Eurozone hatte im März einen Rekordwert von 7,5 Prozent erreicht. Die EZB rechnet mit einem Rückgang der Inflation auf 1,9 Prozent im Jahr 2024, doch laut dem Sitzungsprotokoll gibt es auch an dieser Prognose "Zweifel".

S.Clarke--TNT

Empfohlen

Flughafen in Catania wegen Ätna-Ausbruchs vorübergehend geschlossen

Wegen eines Ausbruchs des Vulkans Ätna ist auf dem internationalen Flughafen von Catania auf Sizilien der Flugverkehr vorübergehend ausgesetzt worden. Wegen des Ausbruchs und der damit verbundenen Aschewolken konnten zwischenzeitlich keine Maschinen starten oder landen, wie der Flughafenbetreiber zunächst am Dienstag im Onlinedienst X mitteilte. Ab dem frühen Abend wurde der Flugverkehr dann aber nach und nach wieder aufgenommen.

Britische Luftfahrtbehörde will klare Informationen zum CO-Fußabdruck von Flügen

Fluggesellschaften, die von oder nach Großbritannien fliegen, könnten einem Vorschlag der britischen Luftfahrtbehörde zufolge dazu verpflichtet werden, deutlicher über den CO2-Fußabdruck ihrer Flüge zu informieren. "Den Verbrauchern leicht zugängliche, transparente und genaue Umweltinformationen zur Verfügung zu stellen, ist eine wesentliche Voraussetzung für fundierte Reiseentscheidungen", erklärte Behördenvertreter Tim Johnson am Dienstag.

Strack-Zimmermann neue Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament

Auch künftig leiten deutsche Politiker wichtige Ausschüsse im Europaparlament. Der frühere niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) wurde am Dienstag als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses bestätigt, wie das Parlament mitteilte. Den Unterausschuss für Verteidigung leitet künftig die FDP-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Sie wurde per Akklamation gewählt, da sie als einzige Kandidatin antrat.

Britischer Sender BBC streicht 500 weitere Stellen

Der britische Rundfunksender BBC will in den kommenden 20 Monaten weitere 500 Stellen streichen. Der Sender wolle "schlanker und beweglicher" werden, teilte er am Dienstag bei der Vorlage seines Jahresberichts mit. In den vergangenen fünf Jahren habe die BBC die Zahl der Jobs bereits um zehn Prozent oder fast 2000 gekürzt.

Textgröße ändern: