The National Times - Prozess um Ansprüche von Erbin eines Konstrukteurs gegen Porsche wird neu aufgerollt

Prozess um Ansprüche von Erbin eines Konstrukteurs gegen Porsche wird neu aufgerollt


Prozess um Ansprüche von Erbin eines Konstrukteurs gegen Porsche wird neu aufgerollt
Prozess um Ansprüche von Erbin eines Konstrukteurs gegen Porsche wird neu aufgerollt

Der Prozess um Ansprüche der Tochter eines früheren Porsche-Konstrukteurs gegen den Autobauer muss neu aufgerollt werden. Das Oberlandesgericht Stuttgart habe bei seiner Abweisung der Klage einen Fehler gemacht, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Donnerstag. Es habe sich nicht ausreichend mit der Zeugenaussage des Ehemanns auseinandergesetzt. (Az. I ZR 222/20)

Textgröße ändern:

Die Frau fordert von Porsche eine Beteiligung aus dem Erlös der Baureihe 991 des Porsche 911. Sie argumentiert, dass ihr verstorbener Vater in den Nachkriegsjahrzehnten den Porsche 356 und den Porsche 911 mitentwickelt habe. Bei der neueren Baureihe seien wesentliche Gestaltungselemente dieser Ursprungsmodelle übernommen worden.

In Stuttgart wurde ihre Klage abgewiesen. Der BGH überprüfte das Urteil und kam zu dem Schluss, dass das Oberlandesgericht der Klägerin zwar zu Recht keinen Anspruch nach dem Urheberrecht zusprach. Denn es habe die beiden Modelle verglichen und festgestellt, dass die den Urheberrechtsschutz des Porsche 356 begründenden Elemente in der Gestaltung des Porsche 911 nicht mehr wiederzuerkennen seien.

Es sei dabei nicht entscheidend, dass die Gestaltung des Porsche 356 als Werk der angewandten Kunst urheberrechtlich geschützt sei und auch nicht wichtig, ob die Gestaltung der Baureihe 991 des Porsche 911 gleichfalls ein urheberrechtlich geschütztes Werk darstelle.

Bei der äußeren Gestaltung des ursprünglichen Porsche 911 sehe die Sache anders aus, urteilte der BGH. Laut Oberlandesgericht habe die Konstrukteurs-Tochter nicht bewiesen, dass ihr Vater die äußere Gestaltung der Karosserie geschaffen habe. Die Frau hatte aber ihren Ehemann als Zeugen benannt: Diesem habe ihr Vater bei einem Besuch an seinem Arbeitsplatz erzählt, dass der Porsche 911 samt Karosserie "sein Auto, sein Entwurf" gewesen sei.

Zwar sei der Zeuge erst nach Ablauf der Begründungsfrist für die Berufung genannt worden. Dennoch hätte sich das Stuttgarter Gericht damit befassen müssen, ob der Beweisantritt deshalb ausgeschlossen sei. Die Aussage des Ehemanns könne zumindest ein Indiz für die Urheberschaft seines Schwiegervaters sein, erklärte der BGH. Das Oberlandesgericht muss nun erneut über den Fall verhandeln.

A.Davey--TNT

Empfohlen

US-Milliardär Ackman will Musik-Label Universal für 55 Milliarden Euro kaufen

Der US-Milliardär Bill Ackman will das weltweit größte Musik-Label Universal übernehmen. Ackmans Investmentfonds Pershing Square veröffentlichte am Dienstag ein Angebot an die Aktionäre der Universal Music Group (UMG), welches das Unternehmen nach AFP-Berechnungen mit 55 Milliarden Euro bewertet. Bei UMG stehen Stars wie Taylor Swift, The Weeknd und Lady Gaga unter Vertrag.

Umfrage: Mehr als jeder Zweite denkt zumindest gelegentlich an Auswanderung

Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland denkt einer Umfrage für den "Playboy" zufolge zumindest gelegentlich und vage ans Auswandern. Der Anteil liege bei 60 Prozent, wie das Magazin am Dienstag vorab mitteilte. Aus dieser Gruppe planen demnach allerdings nur zwei Prozent konkret eine Ausreise, acht Prozent recherchieren Möglichkeiten dazu.

Niederländisches Unternehmen weitet Gasförderung vor Borkum aus

Das niederländische Unternehmen One-Dyas hat die Gasförderung unweit der deutschen Nordseeinsel Borkum ausgeweitet. Die zweite Förderplattform der Anlage sei in Betrieb genommen worden, erklärte das Unternehmen aus Amsterdam am Dienstag. "Dadurch steigt die jährliche Produktion dort auf eine Milliarde Kubikmeter." Die bisherige Fördermenge der ersten Bohrung lag demnach bei 700 Millionen Kubikmetern.

Frankreich erwägt Spritrabatte für mobile Pflegekräfte und Landwirte

Angesichts der hohen Spritpreise hat Frankreich finanzielle Hilfe für mobile Pflegekräfte und besonders betroffene Landwirte in Aussicht gestellt. "Wir werden die Hilfen auf diejenigen beschränken, deren Branchen besonders betroffen sind", sagte die beigeordnete Energieministerin Maud Brégeon am Dienstag dem Sender BFM. Einen Preisdeckel wie von Gewerkschaftsseite gefordert, lehnte die Ministerin ab. "Dies würde erst recht zu Versorgungsengpässen führen", betonte sie. Eine "allgemeine Hilfe" könne sich Frankreich zudem nicht leisten, erklärte sie.

Textgröße ändern: