The National Times - Letzter Bewohner von Lützerath verkauft Hof an Energiekonzern RWE

Letzter Bewohner von Lützerath verkauft Hof an Energiekonzern RWE


Letzter Bewohner von Lützerath verkauft Hof an Energiekonzern RWE
Letzter Bewohner von Lützerath verkauft Hof an Energiekonzern RWE

Nach jahrelangem zähen Ringen hat auch der letzte Bewohner von Lützerath an der Abbruchkante des Braunkohletagebaus Garzweiler seinen Hof an den Energiekonzern RWE verkauft. Nachdem er in der vergangenen Woche mit einer Beschwerde vor dem nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgericht (OVG) scheiterte, entschied sich der Landwirt Eckardt Heukamp "schweren Herzens" zum Verkauf, wie das Bündnis Alle Dörfer bleiben am Montag mitteilte. Sein Zuhause müsse er im September verlassen.

Textgröße ändern:

"Mein Zuhause ist kein Spielball für Gerichte und Politik, die sich aus der Verantwortung für Klimaschutz ziehen wollen", erklärte Heukamp. "Nach zehn Jahren im Konflikt mit den Profitinteressen von RWE brauche ich eine Verschnaufpause." An einer Großdemonstration für Klimagerechtigkeit in Lützerath Ende des Monats werde er dennoch teilnehmen.

Das OVG in Münster hatte in der vergangenen Woche entschieden, dass der Energiekonzern die betroffenen Grundstücke abbaggern und die dafür erforderlichen Vorbereitungen treffen dürfe. Es bestätigte damit eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Aachen.

Der Landwirt und die Mieter auf dessen Hof hatten sich mit Eilanträgen gegen Beschlüsse der Bezirksregierung Arnsberg gewandt, mit denen RWE vorzeitig in den Besitz der Grundstücke an der Abbruchkante kam. Damit kann der Konzern Wald roden, Gebäude abreißen und Grundstücke zur Gewinnung von Braunkohle abbaggern.

Zur Ausdehnung des Kohletagebaus wollte RWE den Ort Lützerath ursprünglich bis September vergangenen Jahres abreißen, die Umsiedlung der Bewohner hatte bereits im Jahr 2006 begonnen.

Gegen den geplanten Abriss gibt es erheblichen Widerstand, außerdem laufen noch mehrere Gerichtsverfahren. Unter dem Motto "Alle Dörfer bleiben" protestierten tausende Menschen gegen das weitere Vorrücken des Tagebaus.

A.Davey--TNT

Empfohlen

Energiewirtschaftsverband befürwortet strategische Gasreserve für Krisenfall

In der Debatte über die künftige Versorgungssicherheit beim Erdgas hat der Dachverband der Energiewirtschaft (BDEW) die Einführung einer nationalen strategischen Reserve für Notfälle als sinnvolles Instrument befürwortet. "Zur Absicherung eines akuten Krisenfalls und unerwarteter externer Schocks ist die Schaffung einer Speicherreserve ein sinnvolles Instrument", sagte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Dienstagausgaben).

Verdi: Bundesweite Streiks im Nahverkehr beendet

Die bundesweiten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr sind nach einem Tag beendet worden. In der Nacht zum Dienstag endeten die Arbeitskampfmaßnahmen, wie ein Sprecher der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi der Nachrichtenagentur AFP bestätigte. Verdi wollte damit in der aktuellen Tarifrunde für knapp 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben Druck auf die Arbeitgeber machen.

Havanna bestätigt Kontakte mit Washington

Inmitten des erhöhten Drucks von US-Präsident Donald Trump auf Kuba hat die Regierung in Havanna Kontakte mit Washington bestätigt. "Heute können wir nicht von einem Dialog mit den USA sprechen, aber es stimmt, dass es Kontakte zwischen den beiden Regierungen gegeben hat", sagte Kubas stellvertretender Außenminister Carlos Fernández de Cossío am Montag (Ortszeit) in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.

Tarifverhandlungen in der Chemie- und Pharmaindustrie starten auf Bundesebene

Nach ergebnislosen Gesprächen in den Regionen starten am Dienstag (14.30 Uhr) Tarifverhandlungen für rund 585.000 Beschäftigte in der Chemie- und Pharmaindustrie. Die erste Verhandlungsrunde in Hannover ist auf zwei Tage angesetzt. Der aktuelle Tarifvertrag läuft am 28. Februar 2026 aus.

Textgröße ändern: