The National Times - GDL-Chef Weselsky verteidigt Bahnstreik

GDL-Chef Weselsky verteidigt Bahnstreik


GDL-Chef Weselsky verteidigt Bahnstreik
GDL-Chef Weselsky verteidigt Bahnstreik / Foto: © AFP/Archiv

Nach Beginn des 64-stündigen Lokführerstreiks bei der Deutschen Bahn hat der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL den Ausstand verteidigt. "Die Bahn muss Angebote machen, die substanziell sind", sagte Claus Weselsky am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Die Gewerkschaft sei beim Thema Arbeitszeit bereit, Kompromisse einzugehen. Die Wochenarbeitszeit könnte schrittweise sinken. So habe die Arbeitgeberseite Zeit, auszubilden.

Textgröße ändern:

"Wenn das Herr Seiler tut, dann können wir auch wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren", fügte Weselsky in Richtung des Bahnvorstands Martin Seiler hinzu. Das Angebot, was die Deutsche Bahn der GDL Anfang Januar gemacht hatte, bezeichnete Weselsky als "Provokation".

Die Gewerkschaft fordert für Beschäftigte im Schichtdienst eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich. Die Bahn hatte Verhandlungen darüber unter Verweis auf den Fachkräftemangel zunächst strikt abgelehnt. Vergangene Woche bot sie dann ein Modell an, mit dem Schichtarbeitende ihre Wochenarbeitszeit reduzieren oder auch aufstocken könnten. Beim Thema Lohnausgleich blieb der Konzern aber zurückhaltend.

Der Streik der Lokführer im Personenverkehr begann in der Nacht zum Mittwoch. Das Hessische Landesarbeitsgericht hatte am Dienstagabend in zweiter Instanz grünes Licht gegeben und den Antrag der Bahn auf einstweilige Verfügung gegen den Ausstand abgelehnt. Es könne nicht festgestellt werden, dass die GDL rechtswidrige Streikziele verfolge oder gegen die Friedenspflicht verstoße, hieß es zur Begründung. Noch vor Verkündung der Entscheidung hatte der Lokführerstreik im Güterverkehr begonnen.

Der Notfallplan der Bahn sei am Morgen stabil angelaufen, sagte Bahn-Sprecherin Anja Bröker in Berlin. Nach Angaben der Deutschen Bahn fahren rund 20 Prozent der Fernverkehrszüge. Im Güterverkehr gelte es, "die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten". Das Unternehmen DB Cargo versuche, versorgungsrelevante Züge trotz Streiks an ihr Ziel zu bringen.

"Wir haben bis zuletzt versucht diesen Streik zu verhindern", betonte Bröker. Das von der Bahn vorgelegte Angebot sei es wert, besprochen zu werden, appellierte sie an die GDL.

M.Wilson--TNT

Empfohlen

Tausende demonstrieren nach Zwangsräumung von 87-Jähriger in Madrid

Wenige Tage nach der Zwangsräumung einer 87-Jährigen in Madrid haben tausende Menschen in der spanischen Hauptstadt für bezahlbaren Wohnraum und mehr Mieterschutz demonstriert. Bilder davon, wie Maricarmen Abascal am Mittwoch auf einer Trage aus ihrer Wohnung geholt wurde, haben die Debatte um bezahlbaren Wohnraum in Spanien neu entfacht. "Du könntest die nächste Maricarmen sein" und "Keine einzige Maricarmen mehr", hieß es auf Bannern bei der Demonstration am Samstag.

Französischer Atomreaktor Flamanville für Arbeiten ein Jahr vom Netz

Zum Austausch eines defekten Reaktordeckels hat der Stromkonzern EDF den Druckwasser-Atomreaktor im französischen Flamanville am Samstag für knapp ein Jahr vom Netz genommen. Es ist zugleich der Beginn einer größeren Routinekontrolle des Ende 2024 in Betrieb genommenen Reaktors, wie EDF mitteilte.

KI: China "respektiert" Trumps Wortwahl "Superintelligenz"

Die chinesische Regierung "respektiert" nach eigenen Angaben die Wortwahl von US-Präsident Donald Trump, der statt "Künstlicher Intelligenz" künftig den Ausdruck "Superintelligenz" verwenden will. Peking messe der Übernahme des Begriffs durch Trump "Bedeutung bei", erklärte das chinesische Außenministerium am Samstag. Alle Parteien sollten im KI-Bereich den "Austausch verstärken" und "nach einem Konsens suchen".

Verkehrsminister Bilger unzufrieden mit Sanierungstempo der Bahn

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) ist unzufrieden mit dem Sanierungstempo der Bahn. "Mit der bisherigen Umsetzung der Korridorsanierungen – dem Modernisieren von Gleisen, Weichen, Bahn- und Sicherheitstechnik – bin ich überhaupt nicht zufrieden", sagte Bilger dem "Spiegel". "Man kann niemandem erklären, warum Pendlerstrecken so lange gesperrt werden und die Situation danach noch immer nicht besser ist."

Textgröße ändern: