The National Times - Effekt der Energiepreise: Inflation in Eurozone im Dezember wieder angestiegen

Effekt der Energiepreise: Inflation in Eurozone im Dezember wieder angestiegen


Effekt der Energiepreise: Inflation in Eurozone im Dezember wieder angestiegen

Die Inflation in der Eurozone ist zum Jahresende wieder angestiegen: Wie das Statistikamt der Europäischen Union (Eurostat) am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte, lag die Teuerung im Dezember vergangenen Jahres bei 2,9 Prozent im Jahresvergleich - nach 2,4 Prozent im November. Hauptgrund dafür ist, dass der zuvor inflationsdämpfende Effekt der Energiepreise nachgelassen hat, vor allem in Deutschland.

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Zwar gingen die Preise für Energieprodukte im Dezember verglichen mit dem Vorjahresmonat um 6,7 Prozent zurück. Im November hatte dieser Wert allerdings noch bei minus 11,5 Prozent gelegen. Beispielhaft dafür ist hier die Preisentwicklung in Deutschland.

Laut Statistischem Bundesamt in Wiesbaden, das am Donnerstag Zahlen veröffentlicht hatte und etwas anders rechnet als Eurostat, stieg die Teuerung hierzulande im Dezember ebenfalls wieder an, und zwar auf 3,7 Prozent. Energieprodukte wurden um 4,1 Prozent teurer. Hier wirkte ein Basiseffekt: Wegen der Dezember-Soforthilfe der Regierung im Dezember 2022 waren die Preise damals vergleichsweise niedrig und stiegen folglich nun stärker. Der Bund hatte den Monatsabschlag der privaten Haushalte für Gas und Wärme übernommen.

Wie Eurostat am Freitag weiter mitteilte, war in den Ländern der Währungsunion im Dezember vor allem der Preisanstieg bei Lebensmitteln, Alkohol und Tabak überdurchschnittlich hoch (plus 6,1 Prozent), Dienstleistungen wurden um 4,0 Prozent teurer. Die niedrigsten Inflationsraten wiesen Belgien und Italien auf, die höchsten die Slowakei und Österreich.

Die Chefvolkswirtin der staatlichen Förderbank KfW, Fritzi Köhler-Geib, erklärte zu den Zahlen im Euroraum, zwar sei der Abwärtstrend der Inflation "weiter intakt, wie die nachgebende Kernrate und die geringen Preiszuwächse auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen zeigen". Dennoch führe der Anstieg vor Augen, dass schnelle Senkungen der Leitzinsen zu früh kämen.

Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, erklärte hingegen, die Europäische Zentralbank (EZB) kenne die Gründe für den vorübergehenden Inflationsanstieg und dürfe sich "nicht von einzelnen Monatswerten verunsichern lassen". Sie müsse nun Zinssenkungen vorbereiten und "im Frühjahr die Zinsen tatsächlich auch senken, sobald der Abwärtstrend bei der Inflation wieder deutlicher sichtbar wird".

E.Reid--TNT

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