The National Times - Bahn: GDL hat mit Gründung von Leiharbeitsgenossenschaft Tariffähigkeit verloren

Bahn: GDL hat mit Gründung von Leiharbeitsgenossenschaft Tariffähigkeit verloren


Bahn: GDL hat mit Gründung von Leiharbeitsgenossenschaft Tariffähigkeit verloren
Bahn: GDL hat mit Gründung von Leiharbeitsgenossenschaft Tariffähigkeit verloren / Foto: © AFP

Die Deutsche Bahn hat der Lokführergewerkschaft GDL inmitten der laufenden Tarifrunde angesichts der von ihr gegründeten Leiharbeitsgenossenschaft Fair Train schwere Interessenskonflikte vorgeworfen. Die GDL trete "gleichzeitig als Arbeitgeber und als Gewerkschaft auf", erklärte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler am Mittwoch. Da sich die Gewerkschaft geweigert habe, die entscheidende Frage zu klären, was sie denn nun wirklich sei, müsse das jetzt gerichtlich geklärt werden.

Textgröße ändern:

"Wir müssen rechtssicher wissen, ob wir einen handlungsfähigen Tarifpartner haben", fuhr Seiler fort. "Schließlich befinden wir uns in einer laufenden Tarifrunde." Neben den Interessenskonflikten gehe es vor allem um "personelle und organisatorische Verflechtungen" in den Führungspositionen von GDL und Fair Train, hieß es bei der Bahn.

Bereits am Dienstag war bekannt geworden, dass die Bahn eine Feststellungsklage beim Hessischen Landesarbeitsgericht eingereicht hat. Damit soll geklärt werden, ob die GDL durch ihre Genossenschaft ihre Tariffähigkeit verloren hat und überhaupt Tarifverträge abschließen darf.

Hintergrund ist die Genossenschaft Fair Train e.G. zur Entsendung von Arbeitskräften, deren Gründung die GDL bei der Vorstellung ihrer Kernforderungen für die Tarifrunde im Juni vergangenen Jahres vermeldet hatte. Über die Genossenschaft sollen Lokführerinnen und Lokführer bereitgestellt werden, die zuvor bei der Bahn kündigen und sich dann der Genossenschaft anschließen.

Die Fair Train fungiere als "Personaldienstleister im Genossenschaftsmodell" unabhängig von der GDL, hatte GDL-Chef Claus Weselsky dazu im Sommer gesagt. Fair Train erhielt im vergangenen September von der zuständigen Behörde eine Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung und sucht seitdem nach Personal. Dazu trat Fair Train in Tarifverhandlungen mit der GDL und schloss im Oktober einen Tarifvertrag.

Damit habe die GDL aber "quasi mit sich selbst einen Tarifvertrag verhandelt und geschlossen", die sogenannte Gegnerunabhängigkeit der Gewerkschaft sei nicht mehr gewährt, kritisierte die Bahn. Auch einige Tarifforderungen der GDL seien damit problematisch. So dürfte etwa wegen der Forderung nach einer Absenkung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich die Nachfrage bei Leiharbeitsfirmen steigen.

Der Tarifkonflikt zwischen GDL und Bahn ist festgefahren. Am Wochenende endet ein von der Gewerkschaft ausgerufener Weihnachtsfrieden, somit drohen ab dem 8. Januar längere bundesweite Streiks.

T.Allen--TNT

Empfohlen

Tausende demonstrieren nach Zwangsräumung von 87-Jähriger in Madrid

Wenige Tage nach der Zwangsräumung einer 87-Jährigen in Madrid haben tausende Menschen in der spanischen Hauptstadt für bezahlbaren Wohnraum und mehr Mieterschutz demonstriert. Bilder davon, wie Maricarmen Abascal am Mittwoch auf einer Trage aus ihrer Wohnung geholt wurde, haben die Debatte um bezahlbaren Wohnraum in Spanien neu entfacht. "Du könntest die nächste Maricarmen sein" und "Keine einzige Maricarmen mehr", hieß es auf Bannern bei der Demonstration am Samstag.

Französischer Atomreaktor Flamanville für Arbeiten ein Jahr vom Netz

Zum Austausch eines defekten Reaktordeckels hat der Stromkonzern EDF den Druckwasser-Atomreaktor im französischen Flamanville am Samstag für knapp ein Jahr vom Netz genommen. Es ist zugleich der Beginn einer größeren Routinekontrolle des Ende 2024 in Betrieb genommenen Reaktors, wie EDF mitteilte.

KI: China "respektiert" Trumps Wortwahl "Superintelligenz"

Die chinesische Regierung "respektiert" nach eigenen Angaben die Wortwahl von US-Präsident Donald Trump, der statt "Künstlicher Intelligenz" künftig den Ausdruck "Superintelligenz" verwenden will. Peking messe der Übernahme des Begriffs durch Trump "Bedeutung bei", erklärte das chinesische Außenministerium am Samstag. Alle Parteien sollten im KI-Bereich den "Austausch verstärken" und "nach einem Konsens suchen".

Verkehrsminister Bilger unzufrieden mit Sanierungstempo der Bahn

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) ist unzufrieden mit dem Sanierungstempo der Bahn. "Mit der bisherigen Umsetzung der Korridorsanierungen – dem Modernisieren von Gleisen, Weichen, Bahn- und Sicherheitstechnik – bin ich überhaupt nicht zufrieden", sagte Bilger dem "Spiegel". "Man kann niemandem erklären, warum Pendlerstrecken so lange gesperrt werden und die Situation danach noch immer nicht besser ist."

Textgröße ändern: