The National Times - Zwei Rettungssanitäter nach Tod von Afroamerikaner Elijah McClain verurteilt

Zwei Rettungssanitäter nach Tod von Afroamerikaner Elijah McClain verurteilt


Zwei Rettungssanitäter nach Tod von Afroamerikaner Elijah McClain verurteilt
Zwei Rettungssanitäter nach Tod von Afroamerikaner Elijah McClain verurteilt / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Mehr als vier Jahre nach dem Tod eines Afroamerikaners nach einem Polizeieinsatz im US-Bundesstaat Colorado sind zwei Rettungssanitäter verurteilt worden. Eine Geschworenenjury sprach die beiden 49 und 51 Jahre alten Männer am Freitag der fahrlässigen Tötung schuldig, wie die "Washington Post" und der Sender CNN berichteten. In den USA werden Sanitäter nach dem Tod eines Menschen, den sie behandelt haben, nur sehr selten angeklagt und verurteilt.

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Der Afroamerikaner Elijah McClain war im August 2019 drei Tage nach einem Polizeieinsatz in der nahe Denver gelegenen Stadt Aurora gestorben. Die Polizisten hatten den unbewaffneten 23-Jährigen in den Würgegriff genommen, die Rettungssanitäter spritzten ihm ein starkes Beruhigungsmittel. McClain erlitt einen Herzinfarkt.

Die Polizei hatte damals auf einen Anruf reagiert, wonach sich ein "verdächtiger" Schwarzer mit einer Skimaske über dem Gesicht "seltsam" auf der Straße verhalte. Ein Polizist gab an, McClain habe bei einer Auseinandersetzung nach der Dienstwaffe eines anderen Beamten gegriffen. Belegen konnte er das aber nicht. Nach Angaben seiner Familie wollte McClain Eistee kaufen und trug die Skimaske, um sich vor der Kälte zu schützen.

Im Oktober hatte eine Geschworenenjury in dem Fall bereits einen weißen Polizisten wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen, zwei weitere Beamte wurden freigesprochen.

Die Anwälte der Rettungssanitäter hatten im Prozess argumentiert, ihre Mandanten hätten sich bei der Verabreichung des Narkose- und Schmerzmittels Ketamin lediglich an die Vorschriften gehalten. Staatsanwalt Shannon Stevenson sagte dagegen, es habe dafür keinen medinzinischen Grund gegeben. Die Angeklagten hätten McClain das Mittel zudem verabreicht, ohne seine Zustimmung einzuholen - "und kein vernünftiger Mensch würde einer Überdosis eines Medikaments zustimmen, das er nicht braucht".

Nachdem im Fall McClain zunächst keine Anklage gegen die Polizisten und Rettungssanitäter erhoben worden war, hatte Colorados Gouverneur Jared Polis angesichts massiven öffentlichen Drucks im Juni 2020 eine Untersuchung eingeleitet. Mehr als drei Millionen Menschen, unter ihnen zahlreiche Prominente wie die Ex-Moderatorin Ellen DeGeneres, hatten in einer Online-Petition eine Untersuchung zu McClains Tod gefordert.

Wenige Wochen zuvor hatte der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis landesweite Proteste auslöst und Polizeigewalt gegen Schwarze ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. In den USA sorgen immer wieder tödliche Polizeieinsätze gegen unbewaffnete Afroamerikaner für Empörung.

C.Stevenson--TNT

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