The National Times - Preisanstieg bei Eiern dämpft weihnachtliche Vorfreude in Russland

Preisanstieg bei Eiern dämpft weihnachtliche Vorfreude in Russland


Preisanstieg bei Eiern dämpft weihnachtliche Vorfreude in Russland
Preisanstieg bei Eiern dämpft weihnachtliche Vorfreude in Russland / Foto: © AFP

Ein starker Preisanstieg bei Eiern sorgt in Russland kurz vor den Weihnachts- und Neujahrsfeierlichkeiten für Unmut bei den Verbrauchern und scheint auch die Behörden zu beunruhigen. Im November stiegen die Eierpreise im Jahresvergleich nach offiziellen Angaben der Statistikagentur Rosstat um 40,29 Prozent. Von offizieller Seite wird nun versucht, etwa mit Importerleichterungen und Exportverboten gegenzusteuern.

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Verbraucher in Moskau beobachten noch stärkere Preissteigerungen: "Früher habe ich die Eier für 70 Rubel pro Dutzend gekauft. Jetzt kostet es mich zwischen 130 und 140 Rubel, also doppelt so viel", sagte der 21-jährige Student Ilja Sarubin der Nachrichtenagentur AFP. Eier und Mayonnaise sind zentrale Zutaten für viele traditionelle Gerichte, zum Beispiel den sogenannten Oliviersalat, der oft in der Neujahrsnacht gegessen wird.

"Ich bin schockiert", sagte die 76-Jährige Rentnerin Elisaveta Schalajewskaja aus Moskau. "Es ist schrecklich, was mit den Preisen passiert. Nicht nur die Preise für Eier, sondern für alle Produkte."

Die russische Regierung brüstet sich seit Monaten mit der Widerstandsfähigkeit der russischen Wirtschaft trotz der westlichen Sanktionen wegen des Angriffs auf die Ukraine. Nach offiziellen Angaben stieg die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal um 5,5 Prozent. Mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen im März 2024, die die Ära von Wladimir Putin verlängern sollen, legt die Führung Wert auf diese positive Botschaft.

Doch die Kaufkraft der Russinnen und Russen hat in den vergangenen zwei Jahren abgenommen. Der Rubel ist schwach, wodurch sich Importe verteuern. Die Inflation lag zuletzt weiterhin bei sehr hohen 7,48 Prozent.

Öffentliche Debatten und Kritik an der Regierung sind im Angesicht der Repression rar geworden. Aber die Preise für Eier sorgen in den Medien und im Internet für heftige Diskussionen. Videos von lange Schlangen für den Einkauf von Eiern auf einer Landwirtschaftsmesse in der Region Belgorod verbreiteten sich rasch in den Online-Netzwerken.

"Es gibt genug Eier für alle", fühlte sich die Vize-Regionalgouverneurin von Belgorod, Julia Schtschedrina, genötigt zu erklären. "Damit jeder Eier kaufen kann, wurde beschlossen, nur zwei Dutzend Eier pro Person zu abzugeben."

Auch in Moskau wurde reagiert. Generalstaatsanwalt Igor Krasnow ordnete Untersuchungen dazu an, ob es ungerechtfertigte Preiserhöhungen bei Eiern gegeben habe. Die Lebensmittelsicherheitsbehörde erlaubte die Einfuhr von Eiern aus der Türkei und das Landwirtschaftsministerium schlug ein Eierexportverbot für sechs Monate vor.

Experten, die von russischen Medien zitiert wurden, führen den Anstieg der Eierpreise auf die gestiegenen Kosten für Geflügelfutter und Veterinärprodukte zurück - eine indirekte Folge der westlichen Sanktionen.

"Koste es, was es wolle, ich werde mir an Neujahr einen Oliviersalat zubereiten", sagte die 60-jährige Elena aus Moskau zu AFP.

R.Hawkins--TNT

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