The National Times - Hoher EU-Vertreter bei China-Besuch: Pekings Gesetze gefährden Geschäftsbeziehungen

Hoher EU-Vertreter bei China-Besuch: Pekings Gesetze gefährden Geschäftsbeziehungen


Hoher EU-Vertreter bei China-Besuch: Pekings Gesetze gefährden Geschäftsbeziehungen
Hoher EU-Vertreter bei China-Besuch: Pekings Gesetze gefährden Geschäftsbeziehungen / Foto: © AFP

Der für Außenhandel zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, hat bei einem Besuch in China vor den Folgen eines zunehmend "politisierten" Umfelds für die Geschäftsbeziehungen gewarnt. Für europäische Unternehmen seien ein neues Gesetz zu den Außenbeziehungen und eine Aktualisierung der strengen chinesischen Vorschriften zur Bekämpfung von Spionage "sehr besorgniserregend", sagte Dombrovskis am Montag bei einer Rede an der Tsinghua-Universität in Peking. "Ihre Zweideutigkeit lässt zu viel Spielraum für Interpretationen."

Textgröße ändern:

Die Gesetzgebung bedeute, dass europäische Unternehmen Schwierigkeiten hätten, "ihre Verpflichtungen zur Einhaltung der Vorschriften zu verstehen". Dies sei ein "Faktor, der das Vertrauen der Unternehmen erheblich schwächt und neue Investitionen in China verhindert". "Was viele in den vergangenen Jahrzehnten als eine 'Win-Win'-Beziehung ansahen, könnte in den kommenden Jahren zu einer 'Lose-Lose'-Dynamik werden", warnte der EU-Kommissar.

Zugleich stellte er klar, dass China weiterhin eine attraktive Investitionsmöglichkeit für europäische Unternehmen darstelle. Dafür müssten allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. "Sowohl die EU als auch China haben von der Weltoffenheit enorm profitiert", sagte der Vizepräsident der EU-Kommission. Europäische Unternehmen wollten "immer noch hier investieren - aber nur, wenn die Bedingungen stimmen".

Zudem sei Chinas Weigerung, den Verbündeten Russland für seinen Krieg in der Ukraine zu verurteilen, für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ein "Reputationsrisiko". Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine haben beide Länder ihre strategische Partnerschaft intensiviert. Peking hat den Angriff Russlands auf sein Nachbarland nicht verurteilt. Für die Europäische Union sei es "sehr schwierig, Chinas Haltung zu Russlands Krieg gegen die Ukraine zu verstehen", sagte Dombrovskis.

Der für den Außenhandel der Staatengemeinschaft zuständige Kommissar hält sich seit Samstag in China auf. Seine viertägige Reise folgt auf einen Bericht der EU-Handelskammer, wonach das Vertrauen der Unternehmen einen Tiefstand erreicht hat. Die Mission des Letten gilt auch wegen der angespannten Beziehungen der EU mit Peking als heikel: Mit einer Wettbewerbsuntersuchung zu chinesischen Subventionen für Elektroautos will die EU die eigene Autoindustrie schützen, China aber gleichzeitig nicht zu sehr verärgern.

Peking warnte daraufhin bereits vor "negativen Folgen für die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und der EU". Das chinesische Handelsministerium warf Brüssel "blanken Protektionismus" vor, der die globale Lieferkette in der Autoindustrie empfindlich treffen werde.

Das chinesische Außenministerium reagierte auf die Äußerungen des EU-Kommissars mit den Worten, das Land werde "die legitimen Rechte und Interessen von Einzelpersonen schützen". "Wir werden weiterhin ein marktorientiertes, legales und internationales Geschäftsumfeld für Unternehmen aus der ganzen Welt schaffen, damit diese legal in China tätig werden können", sagte der Außenamtssprecher Wang Wenbin vor Journalisten.

C.Blake--TNT

Empfohlen

Nach US-Sanktionsdrohungen: Flughafen im irakischen Nadschaf stoppt alle Iran-Flüge

Infolge von US-Sanktionen hat der Flughafen der irakischen Pilgerstadt Nadschaf in der Nacht zu Freitag alle Flüge vom und in den Iran eingestellt. "Alle Flüge zwischen dem Iran und dem Flughafen in Nadschaf wurden gestoppt", sagte Flughafendirektor Hussein Muhanna der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Er verwies auf eine entsprechende Anweisung der irakischen Regierung an den Gouverneur von Nadschaf, die auf US-Betreiben hin erfolgte.

Bundestag macht Weg für erneuten Tankrabatt frei

Der Bundestag hat den Weg für den erneuten Tankrabatt freigemacht, der ab 1. Oktober die Steuern auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent je Liter senken soll. Für die Maßnahme votierte am Freitag in namentlicher Abstimmung die Mehrheit der Abgeordneten. In der Debatte im Parlament hatten die Koalitionsfraktionen von Union und SPD hervorgehoben, dass der Tankrabatt kurzfristig Entlastung an den Zapfsäulen bringe. Auch die AfD-Fraktion unterstützte die Maßnahme; die Grünen und die Linksfraktion wandten sich dagegen.

Selenskyj: Trump gibt grünes Licht für Herstellung von Patriot-Raketen in Ukraine

Die USA gewähren der Ukraine nach Angaben von Staatschef Wolodymyr Selenskyj die Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrraketen in der Ukraine. "Bei unserem letzten Treffen hat Präsident Trump mir gegenüber betont, dass er eine endgültige Entscheidung getroffen hat. Die Ukraine wird Lizenzen für die Herstellung von Patriot-Raketen erhalten", sagte Selenskyj am Freitag in einer Sprachnachricht an Journalisten. Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Wohngebäude in Kiew wurde derweil ein 14-Jähriger getötet.

Ausfall der Lenkung droht: VW und Audi rufen knapp eine Million Pkw in die Werkstätten

Volkswagen und seine Sportwagentochter Audi müssen fast eine Million Pkw in Deutschland in die Werkstätten rufen: Ein Schraubenabriss könnte bei diesen Autos zu einem Lenkungsausfall führen, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Freitag mit. Die Lenkungsverschraubung muss daher durch eine "korrosionsresistentere Schraube" ersetzt werden. Ein VW-Sprecher sagte, bis zum Werkstatttermin "kann man weiterfahren" - es bestehe keine "heiße Gefahr".

Textgröße ändern: