The National Times - Immobilienwirtschaft und Eigentümer boykottieren Wohnungsgipfel im Kanzleramt

Immobilienwirtschaft und Eigentümer boykottieren Wohnungsgipfel im Kanzleramt


Immobilienwirtschaft und Eigentümer boykottieren Wohnungsgipfel im Kanzleramt
Immobilienwirtschaft und Eigentümer boykottieren Wohnungsgipfel im Kanzleramt / Foto: © AFP

Zwei wichtige Wirtschaftsverbände aus dem Immobiliensektor haben angekündigt, den Wohnungsgipfel im Bundeskanzleramt am Montag zu boykottieren. Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft (GdW) und der Eigentümerverband Haus & Grund warfen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Freitag vor, eine "in erster Linie öffentlichkeitswirksame" Veranstaltung auszurichten. Rückenwind erhielten die Bundesregierung und Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) hingegen von ihren Parteikollegen in den Bauministerien der Länder.

Textgröße ändern:

Das Bundeskanzleramt hat für den kommenden Montag zum Bündnistag bezahlbarer Wohnraum geladen. Das Format hatte Geywitz im Frühjahr 2022 ins Leben gerufen. Es sollte unter anderem an der Erreichung des ausgewiesenen Ziels von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr arbeiten. Vor allem wegen der gestiegenen Baukosten und Zinsen steckt die Bauwirtschaft jedoch in der Krise und das gesteckte Ziel liegt in weiter Ferne.

"Wir wollen uns als Verband nicht aus dem Bündnis zurückziehen", erklärte GdW-Chef Axel Gedaschko. "Ganz im Gegenteil: Wir wollen weiter intensiv mitarbeiten wie bisher." Das Treffen am Montag biete jedoch "keine Gelegenheit für ein solches Ringen um den besten Weg". Stattdessen solle ein Zeichen für die angeblich erfolgreiche Arbeit des Bündnisses gesendet werden. Das sei jedoch "realitätsfern".

Haus-&-Grund-Chef Kai Wernecke bemängelte, dass etwa das Gebäudeenergiegesetz Eigentümer weiter unter Druck setze. Zudem werde auf EU-Ebene "mit Unterstützung der Bundesregierung an Zwangssanierungen" gearbeitet. Die Förderpolitik sei darüber hinaus "realitätsfremd" und Änderungen beim Mitrecht gebe es seit Jahren nur zu Ungunsten der Vermieter. "Deswegen können wir der nur ausschnittartigen Bilanzierung der Bundesregierung nicht zustimmen."

In einer gemeinsamen Erklärung kritisierten die beiden Verbände, dass am Montag erneut nur ein "Paket mit kleinteiligen Maßnahmen" präsentiert werde. Außerdem seien "die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft als ausführende Akteure nicht grundsätzlich" an der Erarbeitung dieser Maßnahmen beteiligt worden.

Der Deutsche Mieterbund, der Teil des Bündnisses ist, hatte die für Montag geplante Veranstaltung zuletzt ebenfalls kritisiert. Verbandschef Lukas Siebenkotten forderte unter anderem "mietrechtliche Maßnahmen" gegen den Mietenanstieg und den Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Marcus Nachbauer, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, machte sich für höhere und mehr Neubau- und Modernisierungsförderung stark. "Die Regierung muss sofort handeln und investive Impulse für den Wohnungsbau schaffen", erklärte er.

Die Linksfraktion im Bundestag bezeichnete den Wohnungsgipfel als "Regierungsshow". Mit der Absage der Verbände sei diese nun aber "geplatzt", sagte die Abgeordnete Caren Lay dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Aus Sicht der Mieterinnen und Mieter ist das auch gut so." Es brauche "endlich soziale Wohnungspolitik für Alle".

"Für einen zukunftsfähigen und bezahlbaren Wohnungsmarkt brauchen wir nicht mehr Regulierung, sondern mehr Marktwirtschaft", erklärte hingegen die FDP-Bundestagsabgeordnete Carina Konrad. "Anstatt politisch an Mietpreisen zu basteln, müssen wir das Bauen vereinfachen."

Die Bauminister und -senatorinnen von Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland (alle SPD) veröffentlichten ein gemeinsames "Positionspapier", in dem sie "die bisherigen guten und richtigen Maßnahmen der Bundesregierung" zum Thema bezahlbarer Wohnraum lobten. Nun müsse "trotz der aktuell äußerst schwierigen Rahmenbedingungen" an der Umsetzung gearbeitet werden.

I.Paterson--TNT

Empfohlen

Nach US-Sanktionsdrohungen: Flughafen im irakischen Nadschaf stoppt alle Iran-Flüge

Infolge von US-Sanktionen hat der Flughafen der irakischen Pilgerstadt Nadschaf in der Nacht zu Freitag alle Flüge vom und in den Iran eingestellt. "Alle Flüge zwischen dem Iran und dem Flughafen in Nadschaf wurden gestoppt", sagte Flughafendirektor Hussein Muhanna der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Er verwies auf eine entsprechende Anweisung der irakischen Regierung an den Gouverneur von Nadschaf, die auf US-Betreiben hin erfolgte.

Bundestag macht Weg für erneuten Tankrabatt frei

Der Bundestag hat den Weg für den erneuten Tankrabatt freigemacht, der ab 1. Oktober die Steuern auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent je Liter senken soll. Für die Maßnahme votierte am Freitag in namentlicher Abstimmung die Mehrheit der Abgeordneten. In der Debatte im Parlament hatten die Koalitionsfraktionen von Union und SPD hervorgehoben, dass der Tankrabatt kurzfristig Entlastung an den Zapfsäulen bringe. Auch die AfD-Fraktion unterstützte die Maßnahme; die Grünen und die Linksfraktion wandten sich dagegen.

Selenskyj: Trump gibt grünes Licht für Herstellung von Patriot-Raketen in Ukraine

Die USA gewähren der Ukraine nach Angaben von Staatschef Wolodymyr Selenskyj die Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrraketen in der Ukraine. "Bei unserem letzten Treffen hat Präsident Trump mir gegenüber betont, dass er eine endgültige Entscheidung getroffen hat. Die Ukraine wird Lizenzen für die Herstellung von Patriot-Raketen erhalten", sagte Selenskyj am Freitag in einer Sprachnachricht an Journalisten. Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Wohngebäude in Kiew wurde derweil ein 14-Jähriger getötet.

Ausfall der Lenkung droht: VW und Audi rufen knapp eine Million Pkw in die Werkstätten

Volkswagen und seine Sportwagentochter Audi müssen fast eine Million Pkw in Deutschland in die Werkstätten rufen: Ein Schraubenabriss könnte bei diesen Autos zu einem Lenkungsausfall führen, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Freitag mit. Die Lenkungsverschraubung muss daher durch eine "korrosionsresistentere Schraube" ersetzt werden. Ein VW-Sprecher sagte, bis zum Werkstatttermin "kann man weiterfahren" - es bestehe keine "heiße Gefahr".

Textgröße ändern: